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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Gerson ben Elieser aus Prag lebte im Anfange des 17. Jahrh. und gab in Gemeinschaft mit einem andern poln. Juden in jüd.⸗deutscher Mundart (Lublin 1634) die Beschreibung einer Reise nach Palästina unter dem Titel a Gelilot Frey Jsraelo heraus, mit welcher auch 1½π über den fabelhaften Fluß Sonnbation u. s. w. verbunden waren. Das Buch wurde auf Anstiften der Jesuiten öffentlich in Warschau verbrannt. Indes wurde es mit Zusätzen wieder gedruckt Fürth 1691, Amst. 1705; ferner am Ende des „Maase-Bucho Amst. 1723 und in Gert Sprache Grodno 1796 (auszüglich). erson (Gerschom) ben Juda, einer der Resr u00 Rabbiner in Nordfrankreich, daher „Meor ha-Golas (Leuchte des Exils) genannt, gest. 1040, hat sich besonders durch die von ihm verordneten bürgerlichen Gesetze (Takkanot⸗) bekannt gemacht; unter diesen ist das bedeutsamste, daß die bei den Juden, zumal den europäischen, schon thatsächlich bestehende Mono amie zur gesetzlichen Norm, deren Übertretung den Bann na sich zog, erhoben wurde. Er erwarb sich auch Ver ienste um die talmudische Litteratur durch eigenhändige korrekte Abschriften der Mischna u. s. w. Seine Talmud-Kommentare sind durch diejenigen des Salomo ben Isak genannt Raschi, welcher der Schüler seiner Schüler war, in den Hintergrund gedrängt und erst in neuerer Zeit bekannt geworden. Seine synagogalen Dichtungen, in welchen er den Leiden Ausdruck gibt, von denen seine Glaubens⸗ und Zeitgenossen heimgesucht wurden, zählt Zunz auf in seiner «Litteratur⸗

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 855Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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