Gertrud von Hackeborn, Abtissin des Cistercienserinnenklosters Helfta bei Eisleben, stammte aus dem angesehenen Geschlechte der Krathefen von Hackeborn. Im J. 1232 geboren, trat sie früh in das Kloster der Cistercienserinnen in Rodardesdorf bei Eisleben, ward im Alter von 19 Jahren Abtissin, veranlaßte die Verlegung des Klosters nach Helfta (1258) und pflegte gelehrte Studien und strenge Zucht, bis sie 19. Nov. 1299 starb. Die sog. große Gertrud, Nonne des Klosters Helfta, Verfasserin der mystischen Schrift Insinuationes divinae pietatiso, geb. 6. Jun 1256 in Thüringen, kam schon im Alter von fünf Jahren ins Kloster Helfta. Bis zu ihrem 25. Adum ber gab sich G. mit großem Eifer dem Studium der freien Künste hin, dann aber führte eine Vision (27. Jan. 1281) sie auf andere Wege. Zum Bewußtsein ihrer Sündhaftigkeit und der nur auf Gottes Gnaden beruhenden Vergebung gekommen, wandte sie sich mit allem Fleiße dem Studium der Schrift und deren Ausleger zu. Der Inhalt der Visionen, in welchen sie des unmittelbaren Umganges mit dem verklärten Herrn sich erfreute, ist niedergelegt in den Insinuationesv.