Gertrude, Gemahlin des ungar. Königs Andreas II. und Mutter der heil. Elisabeth, Landgräfin von Thüringen, war die Tochter des Grafen von Andechs-Meran, eine willensstarke Frau, die ihren Gemahl, den Schwächling Andreas, und sein Reich beherrschte. Sie begünstigte die Deutschen sehr und räumte seit 1208 ihren Brüdern zu großen Einfluß ein. Namentlich verletzte die übermäßige Ausstattung Berchtolds, eines Wüstlings, der angeblich durch ein unsittliches Attentat auf die Gattin des Palatins Benedikt Bor (Bank-Ban) die im Grunde polit. Opposition gegen die Herrschaft der Königin und der deutschen Partei zum offenen Losbruch brachte. Die Verschworenen, an deren Spitze Graf Peter von Wardein und Banus Simon standen, überfielen 28. Sept. 1213 die Königin in ihrem Palast und ermordeten sie. König Andreas, der auf einem Kriegszuge in Halitsch weilte, hielt bei seiner Rückkehr über die Thäter und deren Freunde ein blutiges Strafgericht.