Geschiebe nennt man in der Geologie alle abgerundeten losen Steine, im Gegensatz zu den Bruchstücken, die noch ihre Ecken und Kanten besitzen. Die meisten G. sind durch Wasserwirkung abgerundet (Flußgeschiebe, G. an den Meeresufern), aber auch Gletscher bringen durch ihre Fortbewegung eine Abrundung der an ihrem Boden fortgeschobenen Blöcke hervor, die sich jedoch sowohl durch Schliffflächen, wie durch Furchung und Ritzung auf diesen letztern von den Flußgeschieben unterscheiden. Die größern dieser vom Gletscher oftin große Entfernungen transportierten G. nennt man Erratische Blöcke (s. d.). Infolge ihrer auf eine entlegene Heimat hinweisenden petrographischen Beschaffenheit oder Versteinerungsführung, ferner durch ihre Glacialschliffe und Ritzen, dienen dieselben oft als Beweise für die einstmalige Vergletscherung jetzt vollkommen gletscherfreier Gegenden. In der norddeutschen Ebene, welche während der Eiszeit (s.d.) von skandinav. Gletschern bedeckt war, stammen die hier zahllosen G. (Feuersteine, Granite, Porphyre, Diorite, Basalte, Gneise, Amphibolite, Silurkalke u. s. w.) aus Schweden, Finland und den baltischen Gegenden und werden deshalb nordische G. genannt. (S. Diluvium.)