Getreideernte, s. unter Ernte. welchem früher die Masse der Bevölkerung und die Regierungen den von besondern Vermittlern betriebenen Getreidehandel (s. d.) betrachteten, sowie überhaupt die Rücksicht auf die Wichtigkeit einer genügenden Versorgung des Getreidemarktes hat bis in die neuere Zeit eine Reihe von gesetzlichen oder polizeilichen Maßregeln zur Regelung dieses Handels hervorgerufen. Lange Zeit galt es als die zweckmäßigste Politik zur Bekämpfung der Teuerung, daß der Zwischenhandel in Getreide möglichst beschränkt und möglichst direkter Verkehr zwischen den Produzenten und Konsumenten hergestellt werde. Daher wurde jener Zwischenhandel zeitweise gänzlich verboten, ebenso das Aufspeichern Conversations-Lexikon. 13. Aufl. VII. von größern Massen Getreide in Privatlagern, wie andererseits in Zeiten der Not geradezu Erpropriationen der vorhandenen Vorräte stattfanden, was in Kurhessen noch im J. 1847 vorgekommen ist. Die Beschränkung der Privatlager von Getreide führte dann notwendigerweise zur Begründung öffentlicher Kornmagazine. So wurde in hender reich 1577 allen Städten befohlen, bei drohender Teuerung einen für drei Monate ausreichenden Kornvorrat zu beschaffen. In Paris waren noch bis 1863 die Bäcker (die eine geschlossene Korporation bildeten) verpflichtet, fortwährend einen für den dreimonatlichen Bedarf eines jeden ausreichenden Mehlvorrat zu halten. Auch bestanden in den Städten zahlreiche, den Getreidehandel beschränkende Marktordnungsbestimmungen, so die Vorschrift, daß Getreide und Mehl nur auf dem Markt verkauft werden dürften, daß niemand dem ankommenden Getreide entgegengehen dürfe, daß die verschiedenen Kategorien der Käufer in einer bestimmten Reihenfolge zum Markte zugelassen werden sollten u. s. w. Zuweilen versuchte man auch die Festsetzung eines Maximalpreises. Besonders verpönt war das Aufkaufen von Getreide auf dem Halm. Die einzelnen Provinzen desselben Landes suchten ihre Getreideproduktion möglichst für sich zurückzuhalten und stellten daher der Ausfuhr Verbote oder Schwierigkeiten entgegen. Noch bedenklicher schien die Ausfuhr von Getreide über die Landesgrenze. Ausfuhrverbote bildeten daher in manchen Ländern, z. B. in Frankreich bis zur Revolution, die Regel, und nur bei besonders reichen Ernten wurde der Export gestattet. Ohne Rücksicht auf die Interessen der Grundbesitzer wurde der Getreidehandel meistens als eine rein administrative und soziale und nicht als eine privatwirtschaftliche Angelegenheit behandelt. Nur in England wußten die Grundbesitzer schon früh ihre Interessen zu wahren, und wenn sie sich auch bei einer gewissen Höhe des Preises Getreideausfuhrverbote efallen lassen mußten, so wußten sie sich anderereits seit dem Ende des 17. Jahrh. bei billigen Kornpreisen nicht nur Schutzzölle auf die Einfuhr, sondern auch Prämien auf die Ausfuhr zu verschaffen. In der neuern Zeit sind überhaupt die ältern Gesichtspunkte der G., welche namentlich durch die Interessen der Konsumenten bedingt waren, mehr und mehr beseitigt worden, da bei dem außerordentlichen Fortschreiten des Weltverkehrs in Getreide Hungersnot und Teuerung in ihren frühern Gestalten in keinem Kulturlande mehr zu befürchten sind. Vielmehr bleibt auf dem Gebiete der G. nur noch die Frage der Getreidezölle (s. d.) zum Schutz der Landwirtschaft der alten Länder in Diskussion, und gerade im Deutschen Reich hat 1879 in diesem Punkte eine bedeutsame handelspolitische Wendung stattgefunden. Vgl. Roscher, cüber Kornhandel und Teuerungspolitik⸗ (3. Aufl., Stuttg. 1852); Araskhaniantz, Die franz. Getreidehandelspolitik bis zum J. 17899 (Lpz. 1883). Getreidehandel. Da die Brotfrüchte unter den notwendigen Lebensbedürfnissen obenan stehen, so hat jedes Land ein hohes Interesse daran, daß ihm eine regelmäßige und stetige Versorgung mit Getreide ohne allzu große Preisschwankungen gesichert sei. Zur Erreichung dieses Zwecks ist die Mitwirkung eines ausgedehnten und wohlorganisierten G. nicht zu entbehren, indem durch dessen Vermittelung nicht nur die überschüssigen Vorräte der guten Erntejahre für schlechte Zeiten aufbeuuthu werden, sondern auch geographisch eine fortwährende Ausgleichung zwischen den über ihren eigenen Bedarf produzierenden Ländern und Gegenden und den einer Zufuhr bedürfenden bewirkt wird. Lange Zeit jedoch wurde der eigentliche G., nämlich das Aufkaufen von Getreide zum Zweck des Wiederverkaufs, von der öffentlichen Meinung sowohl, wie von den Staatsregierungen als ein bedenkliches Gewerbe angesehen, das leicht in gemeinschädlichen Wucher übergehe, indem die Händler in teuern Zeiten aus dem öffentlichen Notstande Nutzen zögen und denselben durch das Aufkaufen und Zurückhalten ihrer Vorräte noch vergrößerten. Solche wucherische Manipulationen sind ohne Zweifel häufig . vorgekommen, solange in einem Lande die Verkehrsmittel wenig entwickelt waren und die rasche Zufuhr von Getreide aus größern Entfernungen nicht möglich war. Je mehr sich aber die Transportmittel vervollkommneten und die Ausdehnung und Intensität des G. vergrößerte, um so weniger konnten übelstände der gedachten Art noch hervortreten, und wenn gegenwärtig durch den G. noch aeben nichta hervorgerufen werden, so gehen dieselben nicht auch dahin, daß er durch künstliche Preissteigerungen das Brot verteuern könne, sondern sie beziehen sich vielmehr auf die überreiche Zufuhr aus den Ländern mit noch jugendlichem Boden, deren Konkurrenz man die Landwirtschaft der alten Kulturländer nicht gewachsen glaubt. Namentlich hat sich die Getreideausfuhr von Nordamerika nach Europa neuerdings sehr entwickelt, begünstigt durch den Ausbau des den amerik. Westen mit der Ostküste verbindenden Eisenbahn⸗ und beruaßig gehr niedrige, durch die Konkurrenz oft übermäßig gedrückte Tarife und zweckmäßige Organisation des Handels. So betrug der Wert der amerik. Ausfuhr an Cerealien und Mehl nach Abzug der Einfuhr im Fiskaljahr 1869/70 erst 63,7, 1874/75 schon 102½4, 188081 bereits 259,6 Mill. Doll. Neben Amerika behauptet auch Rußland eine hervorragende Stellung als Exportland für Getreide; 1880 wurden ausgeführt 12, Mill. hl Weizen, 12,5 Mill. hl Roggen, 3,8Mill. hl Gerste und 15,1 Mill. hl Hafer. Der Wert der russ. Ausfuhr an Getreide, Hülsenfrüchten und Mehl betrug 1878: 366 Mill. Rubel, 1879: 363 Mill. Rubel, 1880: 231 Mill. Rubel, wobei aber zu bemerken, daß der Rubelkurs in diesen Jahren nur auf etwa 2 Mark gestanden hat. Auch Rumänien ist meistens im Stande, beträchtliche Quantitäten Getreide abzugeben. In der neuern Zeit treten auch Agypten, Algier, Ostindien, Australien u. a. als Exportländer auf. Bei Osterreich-Ungarn ist dieser Charakter schon weniger ausgesprochen, indem die Monarchie zuweilen einer Mehreinfuhr von Weizen und Roggen bedarf, während sie an Gerste und Hafer regelmäßig einen überschuß erzielt. Zu den Ländern, die regelmäßig einer bedeutenden Zufuhr von Getreide bedürfen, gehört in erster Linie Großbritannien und Irland. Die Weizeneinfuhr betrug dort 1876: 44,5, 1880: 55,2 Mill. engl. Ctr., und der Wert der Einfuhr an Getreide aller Art und Mehl betrug 1876: 51,6 und 1880: 62,4 Mill. Pfd. St., während die Ausfuhr immer unter 1½ Mill. Pfd. St. blieb. Frankreich darf in der neuesten Zeit ebenfalls als ein regelmäßig Getreide einführendes Land angesehen werden, während es in Mspuht Jahren zuweilen eine bedeutende Mehrausfuhr aufzuweisen hatte. Der Wert der Cerealien und des Mehls betrug 1878 im mport 576,, im Export 54,9 Mill. Frs., 1880 im mport 795,7, im Export 60,9 Mill. Frs. Deutschand hatte schon seit längerer Zeit eine überwiegende Einfuhr von Roggen, dagegen war es bis 1873 meistens im Stande, mehr Weizen auszuführen, als eingeführt wurde. Seit dem genannten Nerit aber trat ein Umschlag ein, der auch bei erste und Hafer bemerklich ist. Während 1860 an Weizen 241 Mill. Kilogramm eingeführt, dagegen 452 Mill. ausgeführt wurden, wurden 1873 366 Mill. Kilogramm eingeführt, 342 Mill. ausgeführt, 1880 aber 228 Mill. ein⸗ und nur 178 Mill. ausgeführt; 1881 endlich hatte nur eine Ausfuhr von 53 Mill. gegen eine ades von 362 Mill. Kilogramm. Die Einfuhr des Roggens stieg 1860 —79 von 350 auf 1470 und sank dann 1881 auf 575 Mill. Kilogramm; die 140 Ed erreichte in den betreffenden Jahren 91, 146 und 12 Mill. Kilo-Henalt Der Gesamtwert der Einfuhr von Cereaien aller Art, Hülsenfrüchten und Mehl wurde geschätzt 1876 auf 595, 1879 auf 688, der der Ausfuhr 1876 auf 372, 1879 auf 338 Mill. Mark. Der Rückgang der deutschen Aus⸗ und Einfuhr von Getreide aus dem J. 1880 hängt ohne Zweifel teilweise auch mit den Getreidezöllen (s. d.) zusammen. Zu den Ländern, die einer hören 0 Mehreinfuhr von Getreide bedürfen, gehören namentlich noch Holland, Belgien, die Spon Renmmnnn Schweden und Norwegen. Vgl. von Neumann-Spallart, Kübersichten der Weltwirtschafto (Stuttg. 1881); Peez, Die amerik. Konkurrenzo (Wien 1881); Pallmann, Der deutsche Exporthandel und die amerik. Konkurrenzo (Hamb. 1882). Getreide-Laubkäfer (Anisoplia segetum), ein kleiner höchstens 1 em langer, erzgrüner, zottig behaarter Käfer, der zu den Blatthörnern (Lamelli⸗- cornia) gehört und am häufigsten auf Roggenähren gefunden wird, die er anfrißt. Die Larve gleicht einem jungen Engerling und nährt sich in der Erde von Mulm, vielleicht auch von Wurzeln. Der Käfer soll zuweilen nicht unerheblichen Schaden an dem Getreide anrichten. Getreide-Laufkäfer (Zabrus gibbus), ein zu der Familie der Laufkäfer (Carabida) gehöriger, etwa 15 mm lang werdender, scht aden äfer, der sich tags über in der Erde verbirgt, abends aber an den Halmen emporklettert und die Ahren ausfrißt. Die mit dem ersten Frühjahr hervorkommende, graurötliche Larve mit vorn braunen Hornschildern Rh die jungen Triebe des Getreides und verbirgt sich ebenfalls tags über in der Erde, in tiefen Röhren. Die G. deder mehrfach große Verheerungen in den Getreidefeldern Norddeutschlands angerichtet. Getreidemagazine, s. unter Magazin. Getreide-Mähmaschine, s. Mähmaschinen. nutzt, um bei den Mehl⸗, Hülsen⸗ und OÖlfrüchten die durch das Dreschen erhaltenen Körner von den damit noch vermengten Strohstückchen, Spreu, Staub, Sand, Unkrautsämereien u. s. w. zu trennen, sowie ferner um die Körner unter sich nach —— Größe, Schwere oder Form zu sortieren. o das Dreschen mit Hilfe von Dampfdreschmaschinen erfolgt, sind die G. häufig mit denselben verbunden. (S. Dreschmaschinen.) Es gibt G., welche die Körner nach ihrer Größe, oder nach ihrer Schwere, oder endlich nach ihrer Form voneinander trennen. Bei den Maschinen ersterer Art läßt man die Körner durch ein meistens schräg gestelltes cylindrisches Sieb gleiten, wobei man die Gewinnung entweder der auf dem Siebe zurückbleibenden oder der durch die Offnungen desselben hindurchfallenden Körner im Auge hat. Es handelt sich hierbei vorzugsweise um eine Sortierung der schon gereinigten Körner zum Zwecke der Entfernung von Unkraut oder der Gewinnung von Saatgut. Bei der Sortierung der Samen nach der Schwere (die gebräuchlichste Reinigungsmethode des zum Verkaufe gelangenden Korns) wendet man in der Regel durch eine Kurbel in Betrieb gesetzte sog. Windfegen oder Putzmühlen an, durch welche die Spreu, Strohstücke etc. mittels eines Windstroms vom Korne getrennt werden und letzteres wieder durch Siebe sortiert wird. Die Sortierung nach der Form der Körner findet ihre Benutzung namentlich in den Trieurs oder Auslesecylindern, welche Iureut wie bei der ersten Hiehe das Korn in ihrem Innern hinuntergleiten lassen, aber an der Innenseite des Cylinders, je nach der Form der betreffenden Samen, längliche, rundliche u. dgl. Vertiefungen besitzen. In letztern werden die Körner der korrespondierenden Form beim Drehen des Cylinders zunächst festgehalten, um erst, in mehr als halber Höhe desselben angelangt, auf eine in dessen Mitte befindliche Mulde zu fallen und von hier aus gesondert aufgefangen zu werden, während alle nicht in die betreffenden Vertiefungen passenden Körner, resp. sonstige Beimengungen im Innern des Cylinders hinabgleiten und an seiner tiefsten Stelle austreten. Außer den beschriebenen G. benutzt man noch ähnliche, aber meistens einfachere Maschinen zum Entgrannen der Gerste und zum Entfernen der Spelzen beim Spelz. (S. Weizen.) Die Leistungen und Preise der G. sind außerordentlich verschurden. Bei den Cylindersieben sind die Grenzen 35 und 250 Mark bei einer stündlichen Leistung von 15 bis 30 t Gemenge (Korn, Spreu u. s. w.) pro Pferdekraft oder 1,5 bis 3t für einen Mann; die Putzmühlen kosten 50 — 350 Mark und reinigen 12 bis 13 t Gemenge pro eih; die und Stunde ein Mann den zehnten Teil); die Preise für die Trieurs bewegen sich innerhalb 50 und 500 Mark bei einer Leistung von 100 bis 200 kg Gemenge pro Quadratmeter Auslesefläche. Vgl. Wüst, «Landwirtschaftliche Maschinenkunder (Berl. 1882). Getreiderost nennt man die sich während des Sommers auf den Blättern, Halmen und Ahren der Getreidearten sowohl wie der wildwachsenden Gramineen bildenden gelben, aus einem rostartigen Pulver bestehenden Häufchen. Dieselben werden durch drei der Gattung Puccinia (Familie der Uredineen) 5. Ceronat Arten, P. graminis, P. straminis und P. coronata, hervorgerufen. Der 21 Fah werden die 5 elben ist folgender: im Juni und Juli werden die obengenannten gelben Häufchen gebildet, welche aus den einzelligen, feingewarzten sog. Uredosporen des Pilzes bestehen und von dem im Innern der Nährpflanze wuchernden Mycelium in großer Menge abgeschwärmt werden; dieselben sind sofort keimfähig und dienen zur schnellen Weiterentwickelung des Parasiten während des Sommers. Bei günstigem, d. h. feuchtem Wetter überzieht deshalb der Rost oft in kurzer Zeit große Flächen von Getreide. Gegen Mitte und Ende Juli, etwa um die Zeit des Reifens des Getreides, erreicht die Bildung von Uredosporen ihren Abschluß; es entstehen die Winter-oder Teleutosporen, welche in der Regel zweizellig, glattwandig und Dafen sind und eine dunkelbraune Farbe besitzen. Dieselben verharren während des Winters im Ruhezustande, um erst im kommenden Frühjahre aus jeder Zelle einen Keimschlauch hervorzutreiben. Letzterer bildet an seiner Spitze ein oder mehrere Keimkörperchen, Conidien, welche abfallen, leicht vom Winde verweht werden und aus dem von ihnen entsandten Keimfaden erst wieder ein neues Mycelium bilden können, wenn sie auf geeignete Nährpflanzen gelangen. Dieses sind nicht die Gramineen, sondern für Puccinia graminis die Berberitze, Berberis vulgaris, für P. straminis eine Reihe von Arten aus der Familie der Asperifoliaceen (Lycopsis arvensis, Anchusa officinalis u. a. m.), für P. coronata der Faulbaum, Rhamnus cathartica und Rh. frangula. Das in den Blättern dieser Zwischenwirte erzeugte Mycelium ruft auf der Unterseite der erstern becherförmige Vertiefungen, die Acidien, auf der Oberseite derselben her mige Vertiefungen, die Spermagonien, hervor, die sich mit gelben, einzelligen Acidiensporen, resp. mit einzelligen farblosen Spermatien füllen, um dieselben bei der Reife nach außen zu entleeren. Während die Funktion der Spermatien noch nicht sicher erkannt ist, dienen die Acidiensporen zur Infizierung der Gramineen; der Keimschlauch der erstern dringt in die Blätter u. s. w. der letztern ein, wächst zu einem Mycelium heran und bildet Uredosporen, womit der Kreislauf im Leben der genannten Pucciniaarten geschlossen ist. Die drei Arten unterscheiden sich, abgesehen von der Verschiedenartigkeit der Zwischenwirte, namentlich dadurch voneinander, daß bei P. graminis, dem Grasroste, die Teleutosporen von denselben Mycelienenden gebildet werden, welche die Uredosporen abgeschnürt, und infolge dessen, da letztere die Epidermis des Blattes oder Halms gesprengt haben, frei nach außen treten; bei P. straminis, dem bed eckten Roste, entstehen die Teleutosporen an einer andern Stelle als die Uredosporen, 1447 dessen sie von der Epidermis bedeckt bleiben; bei P. coronata, dem Kronenroste, endlich findet beides statt, die Teleutosporen sind teils frei, teils bedeckt; außerdem besitzen dieselben an der Spitze mehrere kronenförmige Fortsätze, welche dieser Art den Namen gegeben haben. Während der Gras⸗ und der bedeckte Rost Weizen und Roggen, namentlich aber Hafer und Gerste befallen, tritt der Kronenrost, außer an einigen wildwachsenden Gräsern, nur am Hafer auf. Der durch den G. hervorgerufene Nachteil besteht hauptsächlich in der Unterdrückung der assimilierenden Tätigkeit der befallenen grünen Pflanzenteile, infolge dessen die normale Ausbildung der Pflanze selbst wie die des Samens beeinträchtigt wird, ferner ist auch das Stroh von geringerm Futterwert und muß bei starkem Befallensein mit Vorsicht verfüttert werden. Als Mittel gegen den Rost ist vor allem die Ausrottung der Zwischenwirte, namentlich in der Nähe der Getreidefelder, zu nennen. Allerdings wird dadurch keine absolute Sicherheit gegen das Auftreten des Pilzes gewährt, da auch die Uredosporen vereinzelt zu überwintern und also ohne Zwischenwirt die kontinuierliche Entwickelung zu unterhalten rii . jedenfalls wird durch die genannte Maßregel aber eine erhebliche Beschränkung bewirkt. Außerdem hat man für die Nünmen möglichst kräftiger und frühentwickelter Pflanzen Sorge zu tragen, da diesen der Parasit nur wenig Schaden zufügen kann. Vgl. J. Kühn, «Die Krankheiten der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen (Berl. 1859).