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VerkehrBau-Lexikon 1881

Hafen, m., I. frz. Port, m., engl. port, harbour, ital. porto, lat. portus, cothon, span. puerto. Haupterfordernisse eines Hes sind: zu allen Zeiten offene u. von Gefahr befreite Ein⸗ u. Ausfahrt, Geräumigkeit u. Vorrichtungen zu allen in einem H. nöthigen Arbeiten. Dadurch stellen sich folgende Regeln für Anlegung eines H.s heraus: I. Der H. soll genügende Tiefe haben; wo diese nicht vorhanden ist, muß sie künstlich erzeugt u. durch Baggern erhalten werden. 2. Er muß geräumig genug sein; wo die zu Anlegung desselben gewählte Bucht nicht groß genug ist, erweitert man sie theils durch Dämme, theils durch Ausgrabung. 3. Um die Ein⸗ und Ausfahrt zu sichern, wähle man entweder ein durch vorspringende Berg-oder Klippenzüge geschütztes Lokal, od. man mache die Dämme möglichst hoch, so daß die Wellen der Einfahrt nicht vom Sturm bewegt werden können. Die Einfahrt selbst liege nicht zu versteckt, ziehe sich nicht zu sehr seitwärts u. sei so gelegt, daß wenn eine Seeströmung vor dem H. sich hinzieht, dieselbe am Damm sich breche und zum Theil in den H. hineinstoße. Auch sei die Einfahrt nicht zu lang und zu enge. 4. Die zum Hafenverkehr nöthigen Gebäude, Packhöfe, Steuergebäude, Lagergebäude, Geschäftslokale, Kontumazanstalten, Werkstätten, Maschinenfabriken, Schiffswerfte u. Gasthöfe lege man bei flachem Terrain gegen den herrschenden Wind in möglichst ununterbrochener Reihe an. 5. Größere Häfen müssen jedenfalls befestigt sein. Zu den Hauptmitteln dieser Befestigung gehört das Verhindern der Möglichkeit von Aufstellung feindlicher Flotten in Front vor dem H. 6. Um den H. vor dem Verschlicken u. Versanden, sowie das Wasser in demselben vor Verwesung zu behüten, führe man irgend ein fließendes Wasser hinein, sorge aber dafür, daß dasselbe keinen Schlamm mit sich führen kann. 7. Stromhäfen sind zwar nicht so wichtig wie Seehäfen, müssen jedoch ganz sorgfältig vor dem Versanden und Verschlicken geschützt werden. Sollte der H. dennoch versanden, so kann man ihn durch Hindurchleitung von schnell fließendem Wasser am besten veinigen. Auch durch Einbauen von Dämmen in den Strom kann man Häfen erzeugen, welche dann durch den Strom s elbst. gereinigt werden können. 8. Ueber Docks, Schiffswerfte, Leuchtthürme, Kontumazanstalten, Arsenale etc. s. d. einzelnen Artikel. II. In Bayern s. v. w. Gefäß. III. (Mühlenb.) s. v. w. Grube (s. d. 3.). IV. In Glashütten u. Blaufarbenwerken s. v. w. Glashasen, frz. pot, oreuset, m., engl. glass-pot.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 2Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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