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BaukunstBau-Lexikon 1881

Halle, f., frz. halle, f. engl. ball, 1. selbständiges Gebäude, nach einer oder mehreren Seiten hin ganz offen, so daß das Dach durch Bogen auf Säulen oder Pfeilern getragen wird, welche, sich im Innern wiederholend, den Raum in Schiffe theilen, neuerdings namentlich zu Herstellung überdeckter Marktplätze, bei Eisenbahnhöfen re. beliebt, daher auch besonders in Frankreich die überbauten Märkte halle, f., genannt werden. Auch geschlossenes Gebäude, dessen Haupttheil ein großer Säl einnimmt, daher bes. engl. baronial hall, Edelsitz, oommon hall, towuhall, Rathhaus. — 2. Auch Loggia genannt, offener Vorraum bei Gebäuden, durch welchen man zu den Haupteingängen eintritt. Man benutzt die H.entweder als Unterfahrt, Durchgang, oder um freie Luft zu genießen. Bei Land⸗ und Gartenhäusern macht man sie gewöhnlich ganz offen, rückt sie vor das Gebäude, bei den auch im Winter bewohnten Gebäuden aber macht man sie nur nach einer Seite offen und hinreichend tief, damit man sich vor dem Luftzug schützen und der Regen nicht bis an die hinteren Wände schlagen kann; es ist dies noch besser zu erreichen, wenn man sie in das Innere des Gebäudes hineinlegt. — 3. Säil von sehr bedeutenden Dimensionen, durch Pfeilerstellungen in Schiffe getheilt. — 4. Säl ohne Eintheilung in Schiffe, wenn seine Tiefe die Breite bedeutend überwiegt, so daß die Fenster an der schmalen Seite sind, während sie bei der Gallerie an langen Seiten stehen, namentlich in Schlössern und Burgen als Hauptversammlungssäl der Familie od. als große Hausflur sehr am Platz. — 5. s. v. w. Halde (s. d.). — 6. s. v. w. Salzkothe (s. d.).

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 5Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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