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NaturlehreBau-Lexikon 1881

Harz, n., frz. résine, engl. rosin, resin, ist eine Bezeichnung für eine große Anzahl organischer Körper, welche zum größten Theil Produkte des Pflanzenreichs sind, und als solche sehr weit verbreitet, selbst in den niedersten Pflanzengebilden (3. B. im Lärchenschwamm), vorkommen. In den höher organisirten Gewächsen, den Nadelhölzern u. Balsambäumen, finden sich die Harze so reichlich, daß sie zur Charakteristit dieser Pflanzenfamilien wesentlich beitragen. Als charakteristische Kennzeichen der H.egelten ihre Unlöslichkeit in Wasser, ihre Löslichkeit in Alkohol, ihre Schmelzbarkeit in der Wärme und ihre Zersetzbarkeit bei höherer Temperatur, wobei sich verschiedene brennbare Gase entwickeln, während zuletzt ein kohliger Rückstand bleibt. In Alkohol lösen sich einige He mit großer Leichtigkeit, andere nur in der Siedehitze, einige gar nicht; diesehat man halbharze gen. Die Pflanzenharze bilden sich meist aus einer Umwandlung des Gerbstoffes, der seinerseits wieder aus einer Umsetzung des Holz⸗ oder Zellstoffes entsteht, und sammeln sich im Pflanzenkörper als ausgeschiedene Stoffe (Sekrete), in besonderen Harzgängen oder selbst in größeren Harzlücken. Bei unseren Nadelhölzern ist das H. gewöhnlich in ätherischem Terpentinöl gelöst u. deshalb dickflüssig; gelangt es mit der Luft in Berührung, so verdunstet das Oel und das H. erhärtet allmählich. Dergleichen Lösungen heißen Balsame in weiterem Sinne, die aus ihnen entstehenden H.ewegen ihrer Festigkeit gartharze; behalten sie noch so viel ätherisches Oel, daß sie sich kneten lassen, so nenntman sie Weichharze. Aus harzreichen Hölzern gewinnt man das H. durch Kochen in Wasser oder, der höheren Temperatur wegen, in Salzwasser. Besonders geschätzte,seltenere H.ezieht man durch Alkohol aus. Man verwendet Hee zu Kitten, Firnissen, zur Leuchtgasfabrikation, zu Herstellung von löslichen oder unlöslichen Harzseifen. Diejenigen im Mineralreich sich findenden Körper, deren Eigenschaften ganz mit denen der Pflanzenharze übereinstimmen, nennt man fossile Harze, weil sie jedenfalls ihren Ursprung einer untergegangenen Pflanzenwelt verdanken. Die in der Technik gebräuchlichsten H. sind Fichtenharz (s. Pech und Theer), Mastix, Elemi, Anime, Sandarach, Drachenblut u. Guajakharz, sowie Copal-Lackharz, Judenpech, Bernstein u. die verschiedenen Gummiarten; s. d. einz. Art. Ueber burgundisches, gemeines, gelbes Harz s. d. Art. Pinusharz. Gelbes Harz von Reuholland fließt freiwillig aus dem baumartigen Stock einer in Neuholland einheimischen Pflanze (Xanthorrhoea arborea).

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 11Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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