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BaukunstBau-Lexikon 1881

Helm, m. I. (Her.) frz. tirabre, engl. timbre, ist als wichtigstes Nebenstück des Wappens auch von Architekten oft zu zeichnen. Er hat in der deutschen Heraldik besonders 3 Hauptformen: a) Topfhelm od. Kübelhelm, irz hegurae, engl. hehnet, pot-helm im 13. Jahrh. nach Fig. 2091 gestaltet, im 14. Jahrh., Fig. 2092. b) Stechhelm, Turnierhelm, frz. beaume de joute, engl. tilting-helm, Fig. 2093, wobei der Untertheil vorn eine scharfe Kante hat. 0) Spangenhelm, Rostheln oder Kolbenturnierhelm, frz. armet à grille, engl. jousting-belmet, open od. gratedhelmet, s. Fig. 2094, im 15. u. 16. Jahrh. — Die neue deutsche Heraldik theilt die H.enur in geschlossene u. offene. Letztere sind entweder ganz offen, auch königliche genannt, oder halboffen, d. h. Rosthelme; wo zwei Hle auf dem Schild stehen, erscheint der vornehmere rechts (also vom Beschauer links) und beide schauen sich an; bei drei Hen der vornehmste in der Mitte, geradaus sehend (en kace), HEIDELBERG O Oniversitätsbi 2094), welche zuletzt verschlungenes Blattwerk darstellen (s. Fig. 2096). Auf der Helmdecke liegt der Helmwulst, auch 2. Fig. 2098. opfhelm des 14. Jahrh. Wappen von Elsaß, mit Stechhelm. Helmlöhr, Brunnlöhr, k., Helmkamm genannt, frz. bourrelet, toxtil, engl. wreath, in den sich wohl auch eine Krone setzt, und aus welchem das Helnnleinod oder Helmzimier, Belmzeichen, auch helmschmuck, Helmzier genannt, frz. imier, ornement de timbre, engl. crest, timbre-Crest, aufsteigt, d. h. irgend ein Gegenstand, der zu dem Wappen gehört, das Oberwappen ausmacht, aber auf wirkliche Hle nur dann angebracht ward, wenn er dazu geeignet, bloses Zierstück war, z B. Federn, sowohl einzeln als in Büschen, ganze Flügel, belaubte Zweige, schirmu. fächerartige Körper, Hörner aller Art (sog. Rüssel, siehe Fig. 2091)Kleine halbe Menschengestalten, während nur auf dem Wappenhelm solche Helmzierden verwendet wurden, wie in Fig. 2092 u. 2093, also wiederholte ganze Wappen od. einzelne Wappenbilder, die dann auch wohl statt direkt auf dem H.auf ein besonderes Helmkissen gelegterscheinen II. Auch Helmdach, Kaiser⸗ oder Thuemdach, frz. Epier, fleche, aiguille, engl. spire, altengl. broach, ital guglio, lat. spirs, helmus, pyramidales Thurmdach, von Holz konstruirt und abgedeckt. oder massiv von Stein, dann im romanischen Stil meist voll, im gothischen sehr oft durchbrochen, f. d. Art. Dach. Aus dem Meittelalter haben wir treffliche Helmdachkonstruktionen. Im vorigen Jahrhundert bestand jedes Thurmdach aus mehreren über einander gesetzten liegenden oder stehenden Stühlen. Erst nach dem ersten Drittel unsers Jahrhunderts hat man wieder angefangen, besondere Thurmhelm-Konstruktionen zu entwerfen, wobei man zum Theil auf Formen und Konstruktionsweisen des Mittelalters zurückging. Die äußeren Formen, so manchfach sie auch sein mögen, lassen sich doch meist auf die vierseitige oder achtseitige Pyramide, od. auf eine Zusammensetzung von beiden zurückführen; s. Fig. 2097. Mehr s. unter d. Art. Thurm. Bei Entwerfung der Konstruktion selbst sind nachstehende Regeln zu befolgen: 1) Das Zimmerwerk stehe auf einem Rahmen von Mauerlatten, so daß es die Thurmmauer nur senkrecht belaste. 2) Man lasse das Innere des Thurmes möglichst hohl. 3) Man vermeide die bis herabgehenden Helmstangen, welche durch Windstöße bewirkte Erschütterungen bis auf die Mauern zu übertragen pflegen. Die Helmstange diene dagegen nur zu Anlehnung der Sparrenköpfe u. zu Tragung des Thurmkopfes. 4) Die Gratsparren lasse man Wappen mit Rosthelm, Helmdecke und Helmkleinod Ein S möglichst aus einem Stück durchgehen. 5) Bei allen Verbindungen behalte man die Herstellung unverschieblicher Dreiecke im Auge, weitere Verspannung kann man durch wägrecht eingelegte Kränze erreichen. 6) Die Konstruktion ist so einzurichten, daß man jeden einzelnen Theil herausnehmen u. durch einen neuen ersetzen kann. Weiteres s. in Harres, „Schule des Zimmermanns“, Lpzg., O. Spamer. III. Bei einem Einheizkamin oder über einem Küchenherd der oben trichterförmig zulaufende Theil, der Rauchmantel. IV. Frz. manche, m., engl. helve, der Stiel an Hämmern, Beilen, Aexten etc.; am besten dazu ist weißbuchenes oder Rüsternholz.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 31Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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