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AllerleiBau-Lexikon 1881

Heroldsfigur, Wappen, Helm und Figur IX. Manche Wappen haben als Schildhalter wilde Männer, bekleidete Menschen, Thiere oder leblose Dinge. Ueber die Standesabzeichen s. d. Art. Krone. Außerdem giebtes noch Amtsabzeichen, z. B. die zwei Schlüssel der Päpste, ferner die Bischofsstäbe, die Abtstäbe etc.; s. auch d. Art. Beizeichen. Die Wappenmäntel, Wahlsprüche etc. sind mehr ornamental u. keinen festen Regeln unterworfen. Durch Eroberungen, Verheirathungen etc. sind vielfach zwei od.mehrere Wappen zusammengestellt worden; sie sind dann entweder blos neben einander gestellt, ohne sich zu berühren — bei mehreren steht dann das vornehmste in der Mitte — oder zusammengeschoben, wo sie sich mit einer Seite berühren, oder zusammengebunden, oder über einander gelegt (Heiraths⸗ oder Alliancewappen), wo das Wappen des Mannes mit einer Ecke auf dem der Frau liegt. Sind mehrere Wappen geradezu in eines vereinigt (verschränkt), so geschieht diese Vereinigung auf die verschiedenste Weise, u. zwar in der Regel so, daß das Hauptwappen in die Mitte kommt, also die Ehrenstelle einnimmt. In Beziehung auf die Vornehmheit gilt nachstehende Reihenfolge: Gnadenwappen, Herrschaftswappen, Anspruchswappen und Gedächtniswappen, Amtswappen, Geschlechtswappen. Bei regierenden Familien aber gehen Geschlechtswappen allen anderen vor. Eine Vereinigung der Wappen kann auch so geschehen, daß man das eine Wappen auf den Schild setzt u. das andere als Helmkleinod benutzt etc. Her berge, k., frz. auberge, engl. harbour, lat. hereberga, heribergum, im weitern Sinn jede Wohnung, bes. Gasthaus, Hospiz, im engern Sinn das Gasthaus einer Innung. Diese Hn, engl. inn, wurden meist innen mit Insignien und Wahrzeichen der betr. Innung ausgeschmückt, äußerlich durch ein herbergszeichen, irz. enseigne, engl. ensign, kenntlich gemacht.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 34Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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