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Bildende KunstBau-Lexikon 1881

Heroldssigur, k., Heroldsbild, n., frz. marque d'Ronnéeur, engl. ordinary, s. (Herald.), H.en oder Ehrenstücke sind die ältesten Wappenfiguren und werden unterschieden in A. Theilungsbilder, frz. u. engl. partitions. Diese bestehen eigentlich in der Hauptsache nur aus einer Schildesabtheilung, doch so, daß eine gleiche Vertheilung der Farben stattfindet, od. B.eigentliche H.en, Ehrenstücke, frz. pièces honorables, engl. honourables ordinaries, bei denen eine Farbe größeren Platzeinnimmt als die andere, so daß der kleinere Platz als Figur erscheint. Die hauptsächlichsten davon sind: 1. der Pfahl, frz. pal, Säule, aufrechter Balken; dieser kann sein gerade, krumm, getheilt, gespalten, frz. aignisé, zugespitzt, abgekürzt, frz. abaissé, verschoben, mit Sternen u. dgl. belegt, beseitet, d. h. mitanderen Figuren umgeben, schwebend, frz. alꝰse, racco0urei, bordirt, franz. bordé, d. h. auf beiden Seiten schmal mit anderen Farben eingefaßt, gegittert, irz. kretts, abgekreuzt, durchbrochen, percé. Um einen mehrfach getheilten Schild von einem Schild mit mehreren Pfählen unterscheiden zu können, merke man sich die Regel: Ist die Zahl der Plätze gleich, so ist der Schild getheilt; ist die Zahl der Plätze ungleich, so ist die Mehrzahl desselben das Feld, die Minderzahl Pfähle. Steht in einem Schild ein einzelner Pfahl u. ist schmäler als der dritte Theil des Schildes, sonennt man ihn Stab oder Stock, franz. pal étréci oder vergette. — 2. Der Balken, frz. kasce, ebenso verschieden gestaltet wie der Pfahl, aber wäg recht liegend, während der Pfahl steht. Ein einzelner Balken ohne gehörige Breite heißt Binde oder Streifen; zwei solche Streifen nahe neben einander heißen Zwillingsstreifen, frz. jumelles; kommen mehr als vier Streifen auf einem Schild vor, so nennt sie der Franzose bureles; ebenso wie bei den Pfählen ist zu unterscheiden zwischen Schild mit Balken u. gespaltenem Schild, der auch gebalkter oder gefaschter Schild, frz 6eu kascé, gen. wird. — 3. Der Querbalken oder das Gehän ge, diagonal gerichtet. Dieser kann sein ein rechter Querbalken, s. d. Art. Band IX, gewöhnlich Zeichen eines jüngern Familienzweigs; oder linker Querbalken, franz. oontrebande oder barre, gewöhnlich Zeichen unehelicher Geburt. — 4. Der Sparren od. Firsten, frz. hevron. Die Spitze desselben kann nach oben oder nach der Seite gekehrt sein. — 5. Die verschiedenen Arten der Kreuze (s. d). — 6. Das Gitter, frz. frette, entweder gerade od. schief, glatt oder gebuckelt. — 7. Das Schachbret, franz. échiquier, kann entweder sein geschacht od. gewürfelt, d.h. ganz regelmäßig, schmal geschacht oder geschindelt mit verschobenen Würfeln oder mauerförmig. — 8. Dreieck, Spitze od. Pyramide, frz. pointe, steht gerade, gestürzt, rechts oder links gekehrt oder gegen einen Winkel gewendet etc. — 9. Der verschobene Würfel, die Raute, frz. lozange, einzeln oder gruppirt, das ganze Schild ausfüllend, welches dann gerautet heißt. — 10. Die lange Raute, Spindel od. Wecke, frz. kuseau, kusse, fusée. — 11. Kreis, Zirkel, frz. cercle, kann ganz oder halb.f voll oder durchbrochen sein. — 12. Steine, Briefe, Zeddel, Späne oder Schindeln, kleine Parallelogramme, frz. billets (s. d.).

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 36Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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