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GeschichteBau-Lexikon 1881

Wappen, n., frz. armes, f. pl., armoirie, f., engl. arms, Unterscheidungszeichen von Nationen, Stämmen, Gemeinden, Geschlechtern u. einzelnen Personen, findet man schon bei den ältesten Völkern. Die Griechen bereits brachten solche Zeichen auf Helm und Schild an; aber erst im Mittelalter begannen diese Zeichen Bezug auf Besitz, Besitzanspruch oder Amt zu nehmen und wurden zugleich zuerst als Hausmarke, als Merkmale auf beweglichem und unbeweglichem Eigenthum angebracht. Danach giebt es 1. Amts⸗, Ehren-oder Standeswappen, franz. armes de dignité, lat. insignia dignitatis; 2. Gnadenwappen, lat. insignia concessionis od. gratiae; 3. Schutzwappen, frz. armes de patronage, lat. insignia patrocinii; 4. Geschlechtswappen, franz. armes dée famille, lat. insignia gentilitia; 5. Genossenschaftswappen, Vereinswappen, franz. armes de communauté, lat. insignia societatis; 6. Länderwappen, frz. armes de province, lat. insignia regionum; 7. Stadtwappen, franz. armes de ville, lat. insignia urbis; 8. Herrschaftswappen, Besitzwappen, frz. armes de domaine, lat. insignia dominii; 9. Anspruchswappen, franz. armes de prétention; 10. Gedächtniswappen; 11. Erbschaftswappen, lat. insignia sucoes-⸗ sionis; 12. Heirathswappen, franz. armes d'alliance. Ueber Bildung und Erklärung der W. haben sich allerlei Gesetze gebildet, die Gegenstand der Heraldik sind. Das Wesentlichste aus diesen Gesetzen s. in d. Art. Heraldik. Einiges zur Ergänzung auch in d. Art. Heroldsfiguren, Helm, Hut, Krone, Schild, Schildhalter, Beizeichen, Nebenstücke, Namenwappen etc. Auch über alle Wappenfiguren od. Heroldsstguren s. die eigenen Art. Die gemeinen od. natürlichen Figuren, Wappenbilder, franz. signes, lat. badges, ind so manchfach und viele davon varitren in ihrer Form 5 oft, daß nur die wesentlichsten und am häufigsten gleichmäßig gestalteten in besonderen Artikeln behandelt sind. In der Ikonographie kommen besonders vor: das W. der Templer, s. d. Art. Becher, das W. von Frankreich, die Lilie, dem Chlodwig verliehen wegen der Tugend seiner Gattin, der heiligen Clotilde etc.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 446Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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