FeedHolzeementdachung
Sport & SpielBau-Lexikon 1881

Holzeementdachung, k. Ueber diese von Karl Samuel Häusler in Hirschberg erfundene und bis jetzt noch besonders gern von dessen Witwe oder deren offiziellen Vertretern bezogene Dachung s. im Art. Dachdeckung B. II. Hier sei in Ergänzung der dort genannten Firmen noch die von Müller & Schubert inLindenau-Leipzig genannt. Noch einige praktische Winke mögen folgen. Das Sparrwerk, welches die Schalung trägt, erhalte höchstens 7 em. Fall auf 1 m. Die Oberfläche der Bretverschalung muß eine Ebene ohne vorstehende Kanten oder Nagelköpfe bilden. Gut ist es, die Breter vom Fin nach dem Dachstuhl zulaufen zu lassen, also Pfettendach zu wählen; ferner vor Aufbringung der Deckung die Schalung mit trockenem Schlief-oder anderem feinen Sand 1 em. stark zu übersieben, damit die erste Papierlage, die darauf kommt, nicht anklebt und das Holz (bei etwaigem Eintrocknen oder Werfen) sich darunter frei bewegen kann. Die Erwärmung des Holzeements geschieht auf dem Dach abwechselnd in zwei Kesseln über einem Eisenblechofen, in welchem ein gelindes Holz⸗ oder Kohlenfeuer zu unterhalten und wobei streng darauf zu achten ist, daß der Cement nur heiß und dünnflüssig, keineswegs aber bis zum Kochen, Blasenwerfen oder Uebersteigen erhitzt werden darf, weil er dann itätsbibliothek Heidelberg ruhen, damit unter allen Umständen jede Beschädigung der cementirten Papierlage vermieden wird. Der er-IHEK des Dachpapiers aufgebracht ist, mittels kleiner Nägel derart aufgenagelt, daß das Blech 3—4em. über die Bretkante vorspringend etwas nach unten gebogen überdeckt, damit das abfließende Regenwasser nicht unter die Schalung dringen kann. Desgleichen werden am besten nach der zweiten Papierlage die Giebelschenkel des Daches, die Schornsteine etc., mit Zinkblechkanten in der Art versehen, daß dieselbe wenigstens 10 cha. breit auf der Dachfläche angebracht wird, mindestens 13 em. hoch an dem Mauerwerkhinauf-Steine versenkt wird. Die erfolgt auf der Dachfläche Gemäuer mittels Bankeisen, welche in Holzkeile einzu⸗ zu schlagen sind. Die Mauerfugen werden zweckmäßig mit ler Portlandcement verstrichen. Dachklappen und niedrige far Schornsteine dürften ganz mit Zinkzu verkleiden sein; auch der muß das Papier an die Winkel gut angepaßt und mit er⸗ fac wärmtem Holzeement verstrichen werden. Die im Artikel mi Dachdeckung erwähnten hölzernen Einfassungslatten kön-Ve nen auch beliebig mit Zinkblech überzogen, resp. durch eine entsprechend starke Zinkwand oder dergl. mit Abzugskanälen ersetzt werden. — Nachdem die oberste, d. h. also Ar meist die vierte Lage des Dachpapiers, mit erwärmtem Holzeement — etwas stärker als die früheren Lagen — ( überstrichen ist, wird solche sofort mit Steinkohlengrus od. besser mitgestoßener Schmiedeschlacke dickübersiebt, worauf erst 1⅛½ om. feiner und dann grober Kies im ganzen in faf einer Höhe bis 5 em. geschüttet und fest geebnet, resp. ein⸗ vor gewalzt wird. Ist nun Steinkohlengrus oder Schmiede⸗ gel schlacke nicht zu beschaffen, so muß freilich ein Kiesauftrag genügen. Sollte aber der vorhandene Kies keine Bindemittel enthalten, so bleibt es durchaus nöthig, daß, um solche zu ersetzen, zuvor eine Mischung mit Lehm od. Letten stattfindet. Diese feste Kiesaufschüttung ist nothwendig zum Schutz gegen Beschädigung und gegen den Einfluß der äußeren Atmosphäre. — Unter der Schalung ist in allen Fällen Luftzug anzubringen, damit ein etwaiges Stocken des Holzwerkes bei dem fast hermetischen Verschluß der Dachfläche verhindert wird. Man muß also entweder seitliche Ventilationsöffnungen od. kleine Ventilationsrohre von Zink od. dergl. passend vertheilen. Die Aufführung einer Attika, die Anbringung eines Geländers oder Umzäunung, so- wie die Benutzung der Dachfläche zu Gartenanlagen, unter Aufbringung ndert das Nachdunkeln fast gänzlich und ist besonders da wempfehlen, wo man verschiedene Holzsorten in künstrischer Zusammenstellung ihrer verschiedenen Naturrben verwendet. Dabei kann man bei einzelnen Theilen +Farbe etwas nachhelfen, so wird z. B. Erle durch einches Firnissen bei weitem rüther, Fichte durch Lasiren it gebrannter Terrasiena täuschend der Kiefer hnlich 2e. ergl. auch d. Artikel Beize, Imitation, Politur etc. Holzdrahtrouleau, u., s. d. Art. Rollladen u Rauleau. Holzdübel, m., frz. Hipot, M. engl. Wooden peg, s. d. Holzerde, k. frz. lignite m terreux engl. earth-ool hölzerne Brücke, k., s. d. Art. Brücke. hölzernes Gebünde, v., Gebäude, bei welchem die Umssungswände bis unter das Dach ganz oder zum Theil m Holz sind. Sie bestehen entweder ganz von auf einander legten Baumstämmen (Blockhäuser), oder das Holz unter den Namen Baumnager, Baumschröter, Schiffswerftkäfer, Baumwurzelsauger etc. bekannt sind; verschiedene Flechten und Moose (s. d. betr. Art.). — 2. An gefälltem Holz: Fäuknis, Hausschwamm, Stockung; die meisten dieser H. sind durch zweckmäßige Behandlung des Holzes von demselben fern zu halten; s. d. Art. Fällen der Bäume, Bauholz, Holz, Anstrich, Beize etc.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 55Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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