Pulver zu Boden fällt, und in dem Wasser hat man eine Auflösung von K. Dampft man diese Auflösung so weit ein, bis ein Tropfen davon, auf einen kalten Gegenstand gebracht, zu einer weißen Masse erstarrt, so erhält man das sog. Aetz kali oder kaustisches Kali, frz. potasse La Chaux, Pierre à cautère, engl. oaustie p., dry potash, eine Verbindung, welche aus Kalihydrat mit Wasser besteht. In dieser Form wird das K, in der Technik ver-HEIDELBERG O Universitätsbit als die Kalilauge ziehen mit Begierde die Kohlensäure der Luft an und verwandeln sich zuletzt in kohlensaures K. (Potasche); es ist daher nothwendig, diese Körper in wohlverschlossenen Gefäßen aufzubewahren, um ihre ätzende Wirkung zu erhalten; s. d. Art. Alkalien. Vergl. auch d. Art. Chromroth und Chromgelb, sowie Salpeter. Durchmesser einer Säule, namentlich aber einer Röhre. — 2. f. v. w. Modell, Lehre, Schablone (f. d.). — 3. s. v. w. Schublehre (s. d.). Kalibriren, trs. Z., nach einer Lehre zurichten, z. B. über die Lehre feilen (Schlosser). Kalifeldspat, m. (Miner.), s. d. Art. Feldspat. Kaliglimmer, n. (Miner.), s. d. Art. Glimmer. Kalisalpeter, m. (Chem.), s. d. Art. Salpeter. Kalium, n. (Chem.), frz. und engl. potassium, ist das Metall des Kalis; es ist ein silberweißes Metall, leichter als Wasser (0,36 spez. Gew.), bei gewöhnlicher Temperatur mit dem Messer schneidbar, so weich wie Wachs. Es hat unter allen Metallen die größte Verwandtschaft zum Sauerstoff; es zersetzt das Wasser, indem es sich in Kali verwandelt und unter heftiger Erhitzung den frei werdenden Wasserstoff entzündet, welcher durch mitverbrennende Kaliumdämpfe in violetter Flamme leuchtet. Kalk, m., frz. chaux, f., engl. =ime, 1. (Chem.) reiner Aalk, Aetzkalk, ätzender, kaustischer K., lebendiger K., franz. chaux vive, Ch. caustique, calcinée, anhydre, engl. caustic lime, quick-lime, Caleiumoxyd, Verbindung des Calciummetalls mit Sauerstoff; er kommt nie rein als Aetzkalk in der Natur vor, sondern stets nur mit gewissen Säuren verbunden, z. B. mit Kohlensäure als Kreide, Marmor etc., mit Kieselsäure als kieselsaurer K., mit Schwefelsäure als Alabaster, Gips etc., u. mit Phosphorsäure als Apatit, Phosphorit etc.; s.d. Art. kalkige Gesteine. — 2. (Miner.) K., richtiger Kallerde, frz. terre calcaire, engl. calcareous earth. Bei dem Glühen oder Brennen des kohlensauren Kres (s. Kalkbrennen) entweicht die Kohlensäure und es bleibt Kalkerde zurück, welche je nach der Reinheit des angewendeten kohlensauren Kres mehr oder weniger rein, von stark ätzendem Geschmackist. Mit wenig Wasser benetzt, verbindet sich die Kalkerde unter Zischen u. sehr starker Wärmeentwickelung mit Wasser (löscht sich) und zerfällt zu einem lockern, weißen Pulver, welches das Hydrat der Kalkerde, Kalkhydrat, frz. Chaux hydratée, engl. hydrate of Iime, ist. Dieses Kalkhydrat heißt dann im gewöhnlichen Leben gelöschter K.frz. chaux éteinte, engl. slacked lime, zum Unterschied von dem Aetzkalk, welcher lebendi ger od. ungelöschter K., frz. Oh vive, engl. quick lime, genannt wird. Der gebrannte K. zerfällt einfach, der Luft ausgesetzt, indem er Kohlensäure u. Wasser aufnimmt (Luftlöschung), verwandelt sich zuerst in ein Gemenge von kohlensaurem K. und Kalkhydrat und zuletzt nach noch lüngerem Liegen an der Luft ganz in kohlensauren K., Staubkalk, der zur Mörtelbereitung wenig taugt und verwitterter, abgestandener, abgestorbener K. genannt wird, frz. ch. kusée, engl. Ume dry slaked in the air. Wenn man gebrannten K. mit wenig Wasser anfeuchtet (trockne Löschung), so zerfällt er ebenfalls, aber schneller. Diese Löschungsmethode ist die geeignetste für den magern K., Graukalk (s. im Art. Kalkmörtel), der dann trocken gelöschter K., frz. oh. Etoufkée, engl. Wetted lime, heißt. Fetter K.,Weißkalk, wird besser 5 gelöscht. Wenn man nun das so gewonnene Kalkhydrat mit einer größeren Menge Wasser anrührt, so entsteht ein gleichförmiger Brei, Kalkbrei, Kalkpaste, franz. Ppate de ch., ch. en pate, ch, fondue, engl. Hime-paste, wie er zu Bereitung des Mörtels (s. d. Art. Kalkmörtel) dient; durch noch etwas mehr Wasser wird nun diesem ibliothek Heidelberg Brei die Dünnflüssigkeit einer Milch gegeben, Kalkmilch frz. Iait de ch., chaudage, engl. Iine-milk; noch mehr Wasser zur Kalkmilch gesetzt, löst endlich den K. zu einer klaren Flüssigkeit, Kalkwasser, frz. eau de Ch., engl. Iime Water, von stark alkalischer Reaktion auf. Um 1 Theil K vollständig zu Kalkwasser klar zu lösen, sind etwa 700 Th Wasser erforderlich. Mehr s. im Art. Kalkmörtel. Kalkästrich, m. (Hochb.), frz. aire f. en chaux, en Ba. digeon engl. Hme-floor; s. zunächst die im Art. Aestrick unter 6, 7, 5, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24 u im Art. Battuta gegebenen Vorschriften. Man bedeckt neuerdings auch platte Dächer mit K., indem man guten Wetterkalk mit scharfem groben Sand in gleichem Verhältnis wie beim gewöhnlichen Kalkmörtel mischt, diese Masse auf dem Schrägboden des Daches 2—7 em. hoch aufträgt und zwischen Latten abgleicht. Wir vermögen aber diese Dachdeckung nicht zu empfehlen. Kalkasche, f. (Chem.), s. v. w. Aschenkalk (s. d.). Kalkback, m. u. f. in Zuckersiedereien ausgemauerte Grube, in welcher das zum Zuckersieden nöthige Kalkwasser bereitet wird. Kalkbad, v., s. Bain 2. Kalkbank, Kalkbucht, k., Kalkbett, n., Kalkkasten, m. (Maur.), frz. bassin à Eteindre, caisse f. Chauz, engl. lime-chest, Löschkasten, flacher Kasten zum Kalklöschen von Im. Länge und 80 em. Breite bis zu 2½ m. Länge bei 2 m. Breite, 2030 em. hoch; in Oesterreich Maltereimer genannt; dann 2, m. lang, 1,½, M. breit, 30 em. hoch; s. unter Kalkmörtel. Kalkbedarf, m. (Maur.). Zu 3 obm. Bruchsteinmauer bedarf man 1 cbm. Mörtel, eben so viel zu 3½ Cbhm. schwächerer, zu 4 obm. stärkerer Ziegelmauer. Zu 4 cebm. Mörtel braucht man 1 cbm. gelöschten Kalk, zu 3 ebm. gelöschtem Kalk aber 2 cbm. ungelöschten. Man rechnet meist durchschnittlich auf 12 cbw. Mauer 1 ehm. gelöschten, oder auf 18 cebm. Mauer 1 chm. ungelöschten Kalk bei Bruchsteinmauer, bei Ziegelmauer aber auf 21 cbm. Mauer 1 cbm. ungelöschten Kalk. Kalkblau, u., s. d. Art. Bergblau 2. Kalkbrennen. Zur Verarbeitung in der Kalkbrennerei eignen sich am besten die unkrystallinischen Kalksteine welche bei einer gewissen Porosität die erforderliche Festigkeit besitzen und in ihrerchemischen Zusammensetzung nicht zu große Mengen fremder Beimengungen (Eisen, Thon- oder Talkerde etc.) enthalten. Das Brennprodukt aus solchem Gestein heißt fetter Kalk od. Weißkalk; s. Kalkmörtel. Kalkstein, welcher größere Quantitäten solcher Beimengungen enthält, liefert nach dem Brennen einen Kalk, welcher beim Löschen nicht in dem Mäß an Volumen zulnimmt, als reiner, guter Kalk. Solcher mit größeren Mengen Verunreinigungen versehene Kalk fühlt sich nach dem Löschen zwischen den Fingern nicht fettig, sondern mehr sandig an und heißt dann magerer Kalk; s. d. Art. Kalkmörtel. Kalkstein, welcher Quarz oder andere Silikate enthält, liefert nach dem Brennen eine zusammengesinterte, sogenannte kodtgebrannte Kalkmasse, frz. Chaux morte, engl. dead lime, die sich zu Mörtelbereitung weniger, oft gar nicht anwenden läßt. Durch das Brennen verliert der Kalkstein 10—20%,% seines Volumens und „, bis die Hälfte seines Gewichts. Man brennt ihn 1. im Freien auf einem sogenannten Kalkrost, indem man etwa eine 90 enn. hohe Lage Holz aufschichtet, auf diese eine Schicht Kalksteine legt und das Holz anzündet: 2. in Gruben von 90— 120 em. Tiefe, welche mit einem Herd versehen sind; 3 in Meilern u. Feldöfen; man stellt dabei die Steine in Schürgassen zusammen, jedoch ist dieses Brennen unvortheilhaft wegen des vielen Feuermaterials, 4. in einem Kalkofen, den man verschieden formt. Die Dauer eines Brandes beträgt etwa 36.—40, auch 100 Stunden. Man feuert mit sogenanntem Schmauchfeuer an, dann aber mit Reisig und kleinem Spaltholz, wobei SIEIIoTHEE h, allerdings die Oberflächen der feucht beschlagenen Steine yr durch den aufsteigenden Rauch geschwärzt werden; bei starkem Flackerfeuer verliert sich jedoch die Schwärzung wieder; man läßt den Ofen nach länger oder kürzer unterd. haltener Weißglühhitze durch schwächeres Feuer abkühlen. 9. Sinkt der Kalk zufammen und die Flamme erscheint in bunten Farben, so ist der Kalk gar. Ziegel mit dem Kalk — zugleich zu brennen ist nicht rathsam, da der Kalk bei der hgroßen Hitze, den die Ziegel haben müssen, leicht todt ge1. brannt wird. Bei gut konstruirten Oefen rechnet man auf tt 20 Etr. Kalkstein ebm. Kiefernholz, etwas mehr Steinnkohle oder das zwanzigfache Kalkvolumen an Torf; f. übr. „d. Art. Kalkofen. Außer den Kalksteinen verwendet man zu edem Brennen des Kalks auch die Schalen der Muscheln, h.Austern u. anderer Konchylien. Das Brennen der Mus chelnschalen, wie es in Holland gebräuchlich ist, wird gewöhnlich in Gruben od. Meilern vorgenommen. Der aus Muscheln erzeugte Kalk ist stets etwas phosphorsäurehaltig, was e jedoch bei seiner Anwendung zu Mörtel von keinem „wesentlichen Nachtheil ist. Kalkbrenze, m. pl. (Miner.), veralteter mineralogischer Ausdruck, s. d. Art. Erdbrenze. Ealkbrühe, f. (Maur.), frz. Echaudage, engl. limewash. white-wash, dünne Kalkmilch, zum Weißen sowie nzum Kalkguß verwendet. eKalkdiabas, m. (Miner.), s. d. Art. Diabas. Ealkeisen, n. (Miner.), enthält ocheriges Rotheisen mit kohlensaurem Kalk, braust, findet sich derb. Kalkeisenstein, w. rother (Miner.), besteht aus Rotheisenocher und dichtem Kalk, bildet mächtige Lagermassen, ist grauroth, derb, halbhart. Kalkerde, k. (Miner.), s. d. Art. Kalk. Kalkfarbe, . mit Kalkbrühe eingemachte Farbe. Hält tnicht sehr fest. Besserer Halt wird durch Beimengung von Lauge erreicht, s. Laugenfarbe. Vergl. auch d. Art. Gelb. kKalkfuge, k., diese mache man nicht über 1 cm., höchstens 1½ em. stark; s. auch d. Art. Mauerverband. Kalkgrube, f. auch Kalkkothe, Aalkkutte, k., Kalkloch, n. (Maur.), frz. fosse K. à chaux, engl. lime-pit; s. unter Ralkguß, m. (Maur.), frz. chape de mortier, engl. lime-bed, ital. calcinaccio, besteht aus dünnflüssigem Kalkmörtel, welchen man bei einer Mauer auf die Schichten oder Gleichen sowie über vollendete Gewölbe gießt, um Zwischenräume gehörig auszufüllen. Kalkgußbau, m. (Maur.). Man bringteine Mischung aus 4 Th. scharfem Quarzsand, 1 Th. Kalk und 1½ Th. Wasser als Guß zwischen Kästen, ähnlich wie beim Piséebfau, und läßt sie erhärten. Der Mischung werden noch kleine Steine und Bruchstücke von alten Bau⸗ und Ziegelsteinen hinzugefügt; man entfernt die Breter, wenn der Mörtel erhärtet ist. Diese Bauart ist in Gegenden, wo die Steine theurer sind als der Kalk, schon im Material, bes. aber im Arbeitslohn, billiger als mit Steinen u. Mörtel. Kalkgußfußboden, m. (Maur.), gegossener Aestrich: s. d. Art. Kalkästrich und die dort eitirten Artikel. Es giebt zwar noch andere Arten der Bereitung, sie haben aber meist irgend welche nachtheilige Eigenschaft; übrigens ist jeder nicht geölte K. der Abnutzung sehr ausgesetzt, erzeugt infolge dessen leicht Staub, bekommt auch gern Risse etc. Kalkhacke, Kalkkrücke, k. (Maur.), frz. mouve-schaux, mouveron, rabot à chaux, bouloir, rable, croe m. chaux, engl. Iime-rake, beaber; s. unter Kalkmörtel. Kalkhütte, k. eine zum Aufbewahren und Löschen des Kalkes von Bretern aufgebaute Hütte. Kalkhydrat, n., s. d. Art. Kalk und Hydrat. kalkige Gesteine, u. pl. (Miner.), als wesentliche Bestandtheile aller En G. finden wir den kohlensauren Kalk oder den Gips. Die Kalksteine, franz. calcaire, m., engl. l3ime-stone, oder Calcilithe sind die als Fels⸗ und Gebirgsmassen vorkommenden körnigen, dichten und erdigen Abänderungen des Caleits. Nach Struktur, Reinheit des Gesteins etc. unterscheidet man: a) Urkallzstein, körniger Kalk, franz. caloaire lamellaire oder saccharoide, engl. granular limestone, welcher in seinen reinen, weißen Abanderungen den Marmor bildet. b) Flöhkalksteine; diese haben vorherrschend eine dichte Gesteinstruktur u heißen deshalb auch dichter Kalkstein. Nach dem Alter der Flötzkalksteine unterscheidet man Uebergangskalkstein, Grauwackekalk, frz. calcaire intermédiaire, engl. transition-limestone, u. Bergkalk. Der Uebergangskalkstein hat einen Thongehalt bis zu 25/ und liefert ein gutes Material für Bildhauer und zu Darstellung des hydraulischen Kalkes. Der Bergkalk, Encriniten⸗ oder Entrochitenkalk, frz. alcaire carbonifère, engl. mountain, carboniferous, metalliferous, encrinallimeéstone, unterscheidet sich vom Uebergangskalkstein durch seine Lagerung auf dem alten rothen Sandstein, in welchem sich Kohlenschiefer finden; hierher gehört auch der bituminose Kalk, franz. Calcaire fétide, engl. stinkstone; s. Stinkstein. e) Muschelkalkstein oder Wellenkalk, frz. calcaire conchylien, engl. shell-limestone, welcher sehr reich an manchfaltigen Schalthierversteinerungen ist; die unterste Schicht dieses Gesteins zeichnet sich durch dunkle Fäürbung aus und heißt Zech stein, frz. Calcairepenéen, engl. magnésian limestone, d) Jurakalkstein, frz. Cal-⸗ caire jurassique, zerfällt in verschiedene Abänderungen, welche theils durchzwischenliegende Mergelschichten, theils durch Sandstein von einander getrennt sind. Die wichtigsten Abänderungen des Gesteins sind: der Gryphitenkalkstein, Liaskalk, frz. calcaire bleu, engl. lias, von layers, lagern, wegen seiner regelmäßigen Schichten, der Roggenstein oder Oolithenkalk, welcher als Baustein und zu Mörtelbereitung brauchbar ist, der Mergelkalkstein od thonige Kalkstein, der lithographische Stein‚. der Korallenkalkstein; vergl. d. Art. Juraformation. 0 Plänerkalthein bildet seiner Hauptmasse nach einen thonigen oder sandigen Kalkstein. Der sandige Pläner liefert gute Bausteine und Platten; die feinerdigen, dichten und die thonigen Massen liefern Mörtel und Cement. ) Kreide, frz. craie, engl. chalk, meist reiner kohlensaurer Kalk, bildet der Hauptmasse nach ein Haufwerk von Schalen mikroskopischer Thiere, geht in den untersten Schichten in den Plänerkalkstein über. g) Ragelslue, ein konglomeratähnliches Gebilde aus Rollsteinen von Kalkstein, Porphyr, Granit, Sandsteinen und verschiedenen Schiefergesteinen. Uimestone, ein aus theils groberdigen, theils dichten, theils krystallinisch-körnigenKalktheilen zusammengesetzter Kalkstein, in welchem sich viele Konchylien finden, daher bei Wien Nummulitenkalk genannt. 1) Süßwasserkalkstein, welcher oberflächliche Ablagerungen von dichtem, festem oder zerreiblichem Kalkstein bildet. E) Kalktuff, frz. tufcalcaire, welcher sich durch Ausscheidung des Kalkes aus fließenden Gewässern bildet und zu dem auch der Erbsenstein, Pisolith, gehört. ) Mergelsteine, frz. marne, engl. marle, innige Gemenge von Kalkstein, Sand und Thon, welche an der Luft zu Mergel verwittern. Die bunten Mergel liegen als dünne Schichten zwischen den Massen des bunten und des Keupersandsteins; der Plänermergel oder Kreidemergel kommt in Schichten im Plänerkalkstein vor. Die Mergelsteine haben als Bausteine keinen Werth, bilden aber gutes Material zu Cement. m) Die Volomite bilden mit ihren Abänderungen einfache Gesteinsmassen, den dichten oder körnigen Kalksteinen sehr ähnlich. Man unterscheidet Dolomit der Alpen, Rauhwacke, Juradolomit und Bitterkalkmergel. u) Gips oder schwefelfaurer Kalk, welcher gleichfalls ganze Gebirgsmassen bildet; er hüngt durch Thon und Kalkstein mit den Massen der Kalksteingebirge und des Mergels zusammen und geht in diese über. o) Blätterige und spätige Ralksteine, . d. Art, Kalkspat. Der blätterige Kalkstein ist graulich, gelblich, röthlich, weiß und schneeweiß, oft rauchgrau, auch perlbläulich, grünlich, röthlichgrau, bläulichschwarz, isabellgelb u. s. w., in allen Farben eintönig, selten gestreift, gefleckt oder geadert, hat geradblätterigen u. derben Bruch. Abgesonberte Stücke sind klein und feinkörnig; je größer das Gefüge, desto mehr ist er durchscheinend und bekommt ein Ansehen von kryftallisirtem Kalk, deshalb hat er den Namen salinischer Marmor. Das Gestein selbst ist halbhart; am härtesten sind die feinblätterigen Arten, spröde, mager u. nicht schwer; s. übr. Kalkspat. p) Haseriger Kalk, frz. Chaux carbonatée fibreuse, zerfällt in zwei Arten, in gemeinen faserigen (s. d. Art. Faserkalk) und in Kalksinter. Er kommt in Flötzgebirgen oft mit Kalkspat und körnigen Kalksteinen, verhärtetem Thon, Thonschiefer, Quarz u. s. w. vor; ist eine aus Kalktheilen zusammengekittete Kalkmasse; von Farbe bläulich, graulich, gelblich, grünlich, röthlichweiß; durch die ihm beigemischten Metalloxyde wird er oft blaßgrün, gelb, roth u. himmelblau. Die natürliche Oberfläche ist gewöhnlich grau, auch oft drusig, der innere Bruch aber faserig, vom Hochfaserigen bis ins Grobfaserige wechselnd; beim Brechen zerspringt er keilförmig und splitterig, ziemlich scharfkantig, aber selten eckig, ist spröde und leicht zersprengbar. Er ist seiner porösen Oberfläche wegen zu einer guten Bindung fähig, giebt auch einen guten Kalkmörtel, wenn er nicht mit fremden Erden, zumal mit Thon⸗ und Bittererde, vermischt ist. ) Conit (s. d.). kalkige Steinmassen, natürliche oder künstlich erzeugte, so z. B. Kalksandziegel, sind immer ziemlich porös; um nun dieselben zu härten und dicht zu machen, dient eine Lösung von saurem, phosphorsaurem Kalk, mit welcher man Betonarbeiten mischt, Mauerornamente, welche aus natürlichem kalkigen Gestein bestehen, anstreicht und sie so oberflächlich hart und dicht macht; sie widerstehen dann dem Frost und mechanischen Einflüssen, der Entstehung von Mauerfraß etc. kaalkiren oder calquiren, frz. Calquer, eine Art des Durchzeichnens (s. d.); man streicht die Rückseite der Zeichnung mit einem rothen oder schwarzen Pulver und zieht die Konturen mit einem Griffel nach, wodurch sie sich auf unterlegtem Papier abdrucken. Ralkkern, Kalkkrebs, m.,„ Kalkirumpe, k., franz. lopin, M. Ecrevisse, f., engl. grain in the morter, OVer-burnt partiele. So heißen die beim Löschen zurückbleibenden festen Stücke von nicht gehörig durchgebranntem Kalk so- wie der beim Ausräumen des Ofens als nicht vollständig gebrannt beiseite geworfene Abraum. Diese Kalkkrumpen geben einen guten Aestrich, s. d. Art. Aestrich 23. Auch zu Chausseebau und zu Aufschüttung auf Höfen, Gartenwegen etc. sind sie sehr gut zu gebrauchen, weil sie, wenn auch nicht zum Mörtel selbst brauchbar, doch schnell sehr fest zusammenbacken. Kalkkonglomerat, n. (Miner.), besteht in der Regel aus abgerundeten Stücken von dichtem od. roggenartigem Kalkstein in einem Teig, der kalkig oder mergelig ist und sie zusammenhält; hat oft sandiges Bindemittel, oft auch einen großen Theil Kalkspat. Das Bindemittel eyscheint hin und wieder selbst als K. von feinem Korn. Man kann dieses Gestein als Baustein verwenden. Kalkleiste, f. (Dachd.), frz. Klet m. de Couverture, ruellée, ruillée, f., engl. Rllet of mortar, ruille, ein Streifen Kalk, welcher da angebracht werden muß, wo die Dachziegel in einem Winkel an eine Holzwand grenzen, auch (franz. Contre-latte) die Latte, welche diesem Halkstreifen zur Anlage dient. Kalklüschen, s. unter Kalkmörtel. Kolkmergel, m. (Miner.), d. Art. Mergel und kalkige Gesteine. Kalkmilih, k (Maur.), s. unter Kalk. Man bereitet sie aus gutem gelöschten Kalk. Behufs der Verwendung als Anstrichfarbe, ungenau Kalktünche genannt,‚ löst man in ibliothek Heidelberg kochendem Wasser 2½ Pfd. Alaun auf und setzt jedem Eimer voll K. dieses zu; hat sich die K., welche sehr dünn als Anstrich angewendet wird, mittels des Alauns mit der Wand verbunden, so deckt dieses besser als ein halb Dutzend Anstriche nach der gewöhnlichen Weise. Ueber die bei der Gasbereitung mit gewonnene K. s. d. Art. Gaskalk.