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BaukunstBau-Lexikon 1881

Kasette, f., Casette oder Cassette, frz. Caisson, forwelle, HEIDELBERG O Universitätsbi panneau, engl. bay, casket, laquear, coffer, ital. cassetta, span. lagunar, lat. Iacunar, vertieftes und mit gekehlten Friesen umgebenes Feld, in welchem sich erhaben gearbeitete oder auch blos durch Malerei dargestellte Rosetten oder dergl. befinden. Die K. bekommt meistens quadratische, rautenförmige od. polygone, selten runde Gestalt, und man wendet sie an gewölbten Decken, Bogen, vorzüglich aber an Kuppeln, zu Erleichterung des Gewölbes u. zugleich zu Verzierung desselben an. Bei Kuppeln stehen die Kin mit ihren Rosetten gewöhnlich in 4—5 Reihen u. zwar in nach oben verjüngter Breite und in abnehmender Größe über einander. Man versieht aber auch ungern noch häufig gerade Decken mit Ken, in welchem Fall sie dann Kascttendechen od. kasettirte Bechen, frz. Plafond à Caissons, engl. Coffered ceiling, heißen. Für solche Kasettendecken, Erechtheion. Fig. 2300. Vom Niketempel. wenn sie von Stein konstruirt werden sollen, sind die besten Muster die griechischen Tempeldecken. Wir geben deren zwei, in Fig. 2297 u. 2298 vom Erechtheion, Fig. 2300 u. 2301 vom Niketempel zu Athen; mit a sind die Architrave, mit b die auf diesen liegenden Langbalken bezeichnet, mit k die diese quer verbindenden eigentlichen Deckensteine oder Kalymatien, welche zur Verminderung der Last ausgehöhlt sind, wodurch eben die Hen entstanden. Ueber hölzerne Kasettendecken s. d. Art. Bolkendecke und Decke.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 159Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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