FeedKohlenabladeplatz
VerkehrBau-Lexikon 1881

Kohlenabladeplatz, w., Kohlensturzgerüst, n., frz. estacade, fosse, f. àhouille, engl. oal-tip, s. Eisenbahn. Rohlenblende, k., s. d. Art. Anthracit. Rohlenbrennen, Kohlenschwelen, n., frz.Carbonisation k. du bois, engl. Charring of Wood, charcoal-burning. Das Brennen der Holzkohle geschieht in Kohlenmeileru, frz. meule de carbonisation, engl. charcoal-pile. I. Stehender Meiler, frz. meule f. debout, engl. vertical pile. In der Nähe des Kohlengehaues reinigt man die Meilerstelle, einen 2,½—4% M. im Durchmesser haltenden Kreis, von allen leicht feuerfangenden Gegenständen, dacht sie von der Mitte aus ab, versieht sie auch wohl mit Abzugsgräben od. gemauerten Gossen zu Ableitung der Feuchtigkeit, der Holzsäure etc. Nun schlägt man in die Mitte einen Pfahl, den Quandelpfahl, ein, der auch wohl durch mehrere dünne Stangen ersetzt werden kann, die am Fuß einen Kreis von 45—60 em. Durchmesser bilden. Um den Quandelpfahl oder zwischen die Stangen wird Reisholz gebQunden. Um dies anzuzünden, läßt man unter dem Winde einen offenen Gang (f. Fig. 2349 rechts), der auch mit Reisholz ausgefüllt wird. Nun werden die Holzscheite nach Fig. 2349 um den Pfahl geschichtet, dann mit kleinen Stücken ausgeschlichtet (s. d. Art. Nusschlichten). Der fertige Meiler wird mit Rasen oder Reisholz und nasser Erde 810 em. stark bedeckt, oben aber eine Oeffnung, die Ausröckelse (s. d.), gelassen. Der Meiler wird nun angezündet, indem man mit der Zündstange oder Steckruthe durch das Zündloch Feuer thek Heidelberg einführt. Nachdem der Meiler schon eine Zeit lang gebrannt hat (gebichtet ist), wird die Decke dicker gemacht und fester geschlagen, nach 10.—15 Stunden werden noch einige Körbe Holz durch die obere Oeffnung eingeschüttet u. dann dieselbe verschlossen. Etwaige Risse in den Decken müssen schnell wieder verstoßft werden; vermuthet der Brenner, daß die Glut an irgend eine Stelle nicht genügend hinkommt, so sticht er daselbst die Decke durch und läßt das Loch offen, bis die Flamme herausschlägt. Nachdem Allos durchgebrannt ist, schließt man alle Oeffnungen und läßt den Meiler auskühlen. — 2. Aalienischer Kleiler, srz eule Pitalienne, engl. italian pile. Diese sind viel größer u. bestehen aus ungespaltenem Holz. Die Grundlage bildet eine Schicht von Stämmen, strahlenförmig mit dem schwachen Ende nach der Mitte zu gelegt, darauf eine Schicht Knüppel od. Schwarten. Diese Meiler halten oft 150—200 Cbm. Holz. — 3. Eicgender Meiler, frz. weule couchse, engl. horizontal pile, besonders in Schweden gebräuchlich. Sie sind oft 12 vn. lang u. 6 m. breit u. erhalten an der Seite und oben einen förmlichen Erdrand, an der Seite durch eine Verpfühlung gehalten. Die Holzscheite liegen im Meiler. — 4. Kohlengrudes und Kohlenöfen werden hier u. da statt der Meiler verwendet. Erstere sind in windigen Gegenden zu empfehlen; letztere sind zu theuer für das Holzkohlenbrennen, für Torf (s. d.) aber zu empfehlen. Aohleneisen, u. frz. Carbure m. de fer, s. Eisen.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 202Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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