kongruent, adj., s. v. w. zusammenstellend, ähnlichgleich, frz. égal, engl. equal, identical, heißen 1. in der Geometrie zwei od. mehrere räumliche Gebilde von der Beschaffenheit, daß das eine, durch Verschiebung im Raum auf die Stelle des andern gesetzt, dieselbe genau ausfüllt. K.e oder ähnlich-gleiche Gebilde unterscheiden sich also nur dadurch, daß sie andere Stellen im Raum einnehmen. Man kann daher von k.en Linien, klen Flächen und ken Körpern sprechen. Zwei mathematische Punkte sind stets k., da der eine an Stelle des andern gedacht werden kann. Das Zeichen des Kongruentseins oder der Kongrneuz ist oder , Z. B. Jedf, zusammengesetzt aus H, Zeichen der Aehnlichkeit, und dem Zeichen ⸗ der „Gleichheit des Raumes. Ein Satz, der die Bedingungen angiebt, unter welchen zwei Gebilde, z. B. Dreiecke, k. sind, heißt ein Kongruenzsatz — 2. In der Arithmetik heißen nach Gauß zwei Zahlen k., wenn sie, durch irgend eine dritte,‚ die der Modulus genannt wird, dividirt, dieselben Reste ergeben. Gauß wählte hierfür das Zeichen —. So schreibt man a = b (mod. C.), wenn der Rest von a, durch o dividirt, derselbe ist wie der von b durch dividirt. Es ist 6. B. 29 15 (mod. 7), weil 29 durch 7 den Rest giebt, den auch 15 durch 7 giebt; dabei wird auch stets die Differenz beider Zahlen a — b durch den Modulus theilbar sein, 29 — 15⸗ 2.7. Die Lehre über diese Art des Kongrüentseins od. der Kongruenz der Zahlen hat viel Aehnlichkeit mit der Lehre von den Gleichungen.