Koordinate, f. (Math.), frz. coordonnée, f., engl. ooordinate, 1. Bestimmungsstück zu Feststellung der Lage eines Punktes. Um z. B. in der Ebene die Lage eines Punktes zu ermitteln, genügt es, seine Entfernung von 2 auf einander winkelrechten, als fest angenommenen, unbegrenzten geraden Linien zu kennen. Diese Linien XX u. VV. (Fig. 2358 ) nennt man die KRoor diuatenachsen, und zwar speziell xx' die Abscissenlinie oder Achse der X, weil auf ihr Theile, Abseissen, abgeschnitten 22. werden, in deren Grenzpunkten, ge wöhnlich rechtwinklig od. schiefwinklig parallel mit yy der Ordinatenlinie, seltener eentral, die sogen. Ordinatenlinien errichtet werden, deren Endpunkte man dann verbindet und so die Fig. 2556. gesuchte Kurve erhält. Die Formeln für Kurven geben die Größen der Abseissen und Ordinaten an, welche man zur graphischen Konstruktion solcher Kurven auf die Achsen anträgt. Beide Achsen zusammen, nebst der Art der Bestimmung eines Punktes, bilden das Koordinatensystem. Der Durchschnitt der Achsen 0 heißt Anfangspunkt des Systems, die Achse, xx', die Abseissenachse oder die Achse der X und die andere, Yy“ die Ordinatenachse oder die Achse der y. Ein Punkt mist dann durch die Länge der Linien n und 0 = m p, od. durch o n und o p bestimmt. o n heißt das X oder die Abseisse von m, und o p das yoder die Ordinate von m. Die ganze Ebene wird so in 4 Abtheilungen getheilt; nimmt man die Achsenrichtungen o& und oy als die positiven an, so haben in der Abtheilung 5 o X alle Punkte Kan, in der Abtheilung y o X positive Ordinaten und negative Abseissen; in der Abtheilung &oy findet das umgekehrt statt und endlich in x.O Y sind beide Kan negativ. Ueber die Bestimmung einer Linie, sie sei krumm oder gerade, durch eine Gleichung zwischen X und Y, worin die Kin allgemein gehalten sind, s. d. Art. Kurve 1. Außer diesen, am meisten üblichen, rechtwinkligen Ken giebt es noch viele andere Systeme, so 3. B. schiefwinklige, wo die Achsen unter schiefem Winkel sich schneiden und die Ken parallel mit diesen gerechnet werden; ferner Polarkoordinaten (s. d.) und andere. Die analytische Geometrie beschüftigt sich mit ihrer Untersuchung. Im Raum hat man für das rechtwinklige System 3 auf einander win. lrechte Achsen, die man die Achsen der X, Y, 2 nennt. Ein Punkt wird hier bestimmt, indem man von ihm aus Winkelrechte auf diese 3 Achsen fällt und die Abschnitte auf den Achsen, vom Anfangspunkt des Systems aus gerechnet, bestimmt. Die 8 entstehenden Abtheilungen. des Raumes unterscheiden sich durch das Vorzeichen bei den einzelnen Kin. Eine Gleichung zwischen den 3 allgemein gehaltenen Ken drückt eine Fläche oder Oberfläche aus; zwei der Ken willkürlich gewählt, geben die dritte u. bibliothe Heidelberg bestimmen so einen Punkt dieser Fläche. Eine Kurve doppelter Krümmung ergiebt sich durch die Zusammenstellung zweier Gleichungen, f. d. Art. Kurve I. Auch im Raum giebt es viele verschiedene Arten von Koordinatensystemen, doch ist das rechtwinklige das meist gebrauchte. — 2. Bei der Feldmessung benutzt man die K., indem man z. B. bei der Bestimmung eines größeren Landstückes, welches die Form eines Vielecks hat (Fig. 2358 B), eine gerade Linie * X absticht, in ihr einen bestimmten Punkt annimmt u. nun die Lage der einzelnen Endpunkte des Vielecks durch die Kin in Bezug auf o, als Anfangspunkt des rechtwinkligen Systems, bestimmt, so etwa für medurch die Bestimmung der Längen von men und o n. Auch hier gelten die Namen Abfeissen für die Linien auf x und Ordinaten für die darauf senkrecht stehenden. Rodot oder Kott, f. frz. Kott, m., engl. cabin (Schiffb.), eine an der Hinterseite des Schiffs befindliche kleine Kammer für den Steuermann, bei Heringsbüsen eine kleine Kajüte auf Deck.