Kruste, f. s. v. w. Rinde, Schale, Borke, s. übrigens inerustation. Arypto, f., frz. ypte, crotte, f., engl. erypt, altengl. croudes, crowd, lat. crypta, griech. HUνen. Bei den Römern dunkler, unterirdischer Raum, später eryptoporticus, dunkler, bes. unterirdischer Korridor, dann übertragen auf die Carceres der Eirken und andere dunkle Räume; in altchristlicher Zeit erweiterter, zu gottesdienstlichen Versammlungen dienender Theil in den Katakomben. Als die Vermehrung der Heiligen begann, richtete man die Theile der Katakomben, wo Heilige begraben waren, die Memorien, zu solchen Grabkapellen ein, erbaute auch über einigen derselben Basiliken, oder legte bei Neubau von Basiliken solche Grabstätten (nemorise, conkessiones) unter denselben an. Eigentliche Grabkirchen erschienen daher meist als Doppelkapellen. Gruftkapellen unter größeren Kirchen nur nannte man Krypten, und sie wurden bald, da eine Märtyrerreliquie keiner Kirche fehlen durfte, zum unentbehrlichen Theil eines christl. Tempels, wenn sie auch oft nur als kleine, die Größe eines Grabes nicht überschreitende Gruft unter dem Altar erscheinen. Die confessiones waren nämlich anfangs sehr enge, der Ge-Childebert I. angelegt; von der 536 durch Belisar vorgenommenen Errichtung für griechischen Kultus stammt die K. von S. Maria in Cosmedin zu Rom; 556 wurde zu Triest eine neue Basilika, S. Justi et Servoli neben der alten Kathedrale S. Maria erbaut, besonders um dem Mangel einer Kabzuhelfen. Weitere Entwickelungsstufen der K. bekunden die unter SS. Ouattro Coronati zu Rom um 600, welche bereits den Eingang vom Schiff her durch eine Mitteltreppe zwischen zwei Choraufgängen hat, die auch in S. Martino ai Monti später eingerichtet wurde. Von 610 datirt die große K. im alten Dom zu Brescia, 641 wurde die K. in Torcello noch in älterer Weise, als halbringförmiger Gang unter den Presbyterialstufen angelegt, 731 wurde in S. Crisogono in Trastevere zu Rom das Querschiff höher gelegt, um eine größere K. einbringen zu können; eine solche erhielt auch 750 S. Silvestro in Capite. Bedeutend weiter entwickelt sind die Krypten der Longobardenbauten; nächst der von Brescia die von S. Giovanni in Venere (wohl um 620), die der Kathedrale von Bisceglie um 700, von S. Tomasso in Genua, sicher vor 720, von S. Carpoforo in Como um 724, von Otranto um 730, die des Doms von Ascoli um 735, von S. Eugenio bei Siena 731 etc. Verwandt damit ist die 752 geweihte zu S. Peter in Tegernsee. Zu größter Ausbildung gediehen zeigen sich die von S. Fermo Maggiore zu Verona, 755 erweitert, der Kirche S. Nicdld zu Bari und der Kathedralen zu Bari, Trani, unter der ganzen Kirche, Bitonto etc., sämtlich vor 900 von Longobarden erbaut. — 949 erhielt S. Benedetto in Capua eine zweite K. an der Westseite, von 961 stammt der westliche Theil der prachtvollen, von 40 Säulen getragenen K. von S. Zenone maggiore in Verona, welche sich in einer Arkade gegen das Mittelschiff öffnet, so daß die Aufgänge zum Chor nur in den Seitenschiffen liegen. Aehnlich disponirt ist die von St. Miniato al Monte in Florenz, 1013, und die von Fiesole 1028, sowie die zu Modena 1099, die 100säulige zu Gurk 1074, ähnlich waren auch die zu Wechselburg, Speyer, Naumburg und viele andere, ja man kann annehmen, daß um jene Zeit diese Disposition die herrschende war. Sie bezeichnet auch entschieden die höchste Entwickelung des Kryptenbaues und kehrt selbst bei gothischen Krypten (Barcelona) wieder; die des Doms zu Gloucester, im Jahr 1100, ist im Norden die erste mit Diagonalrippen versehene. Die in Fig. 2432 dargestellte ist etwa 1120 begonnen. Die jüngsten bekannten sind die der Frauenkirche zu München von 1271, die der Kreuzkirche in Breslau um 1300, der Peterpaulskirche in Görlitz (1417 begonnen), der Wentzelskirche in Naumburg (1473) und auf dem Nonnenberg in Salzburg (1475 gothischumgebaut). Meist nahm die K. den ganzen Raum unter dem Chor, wohl auch noch unter Seitenapsiden und Vierung ein, ward aber durch Säulchen (später auch Pfeiler) in Schiffe getheilt u. höchstens bis 6 m. hoch angelegt. Oft liegen auch Krypten unter dem Thurm od. den Thürmen an der Westseite, wie in Fig. 2433, wo sie aber meist nicht Märtyrergräber, sondern Grabstätten für die Stifter der Kirche oder dergl. Personen waren. Die Unterabtheilungen der Doppelkapellen sind hierher zu rechnen. Arystall, m., frz. eristal, m., engl. erystal, nennt man jeden festen Körper, der von der Natur durch regelmäßige, ebene Flächen begrenzt ist, dessen Masse durch und durch gleichartig sein und durch gewisse chemische u. physikalische Eigenschaften mit den äußeren Begrenzungsflächen in nahem Zusammenhang stehen muß. Wenn die Form eines Körpers im Zusammenhang mit den chemischen und physikalischen Eigenschaften desselben steht, so wird sie wesentlich genannt. Das Wesentliche der Form unterscheidet den K. von einer künstlich dargestellten regelmäßigen (durch Schleifen, Poliren etc. erreichten) Form. Die wesentlichen Formen unterscheiden sich von einander dadurch, daß sie entweder eine regelmäßige, durch ebene Flächen begrenzte, oder eine unregelmäßige Gestalt besitzen. Die ersteren sind die krystallisirten, die letzteren die amorphen Körper; s. auch d. Art. Krystallographie.