Leder, n., frz. ouir, m., engl. leather. Das L. dient u. A. zu Treibriemen (am liebsten Büffelleder), zu provisorischen Thürbändern, zu Dichtung, Liderung, von Fugen, Kolben etc., ferner zu Möbelüberzügen. Man hat es vielfach künstlich zu bereiten versucht, so z. B., indem man Watte mit Leimlösung tränkt, trocknet und firnißt. Man kann dieses künstliche L. verstärken, indem man Kuh⸗ oder andere Häre hineinbringt oder auch es mit Guttapercha bestreut und stark walzt. Weiße Farbe erhält es durch Alaun, den man mit Ammoniakversetzt. Hierfolgen einige Vorschriften zu Färbung des Leders: a) Weiß. Man streicht das L.3—4mal mit in Terpentinöl eingeriebenem und mit Leinölfirniß verdünntem venetianischen Bleiweiß, dann mit Kremserweiß, welches in Terpentinöl abgerieben und mit hellem Bernsteinfirniß verdünnt wurde. Nach dem Trocknen wird es mit pulverisirtem Bernstein u. Filz geschliffen und nochmals lackirt. b) Grün. Die Behandlung istähnlich; als Farbstoff wird Neugrün od. Schweinfurter Grün genommen. c) Schwarz. Grundanstrich von Asphalt und Leinölfirniß, Lackirung mit Kienruß; oder 60 g. Tischlerleim und 60 g. Seife werden einzeln in etwa ½ Liter Wasser gehörig eingeweicht. Nach einigen Stunden wird der Leim gekocht, zugleich das Seifenwasser hinzugegossen, 16 g. klargeschnittenes Wachs beigemischt und Alles gekocht, worauf man etwas Kienruß beimengt. d) Blan giebt Indigo und Vitriolöl mit Wasser verdünnt oder Cyaneisenkalium. Nach anderer Methode wird das L. zuerst mit Eisenschwärze ein⸗ od. mehreremal überfahren, je nachdem man das Blau hell od. dunkler wünscht. Dann wird feingeriebenes blausaures Kali in Wasser aufgelöst, Salzsäure zugesetzt, bis die Lösung schwach sauer schmeckt, u. damit das L. überfahren, doch muß es zwischen den Anstrichen allemal trocken sein.