Lösung von 2 Pfd. L. mit einer Mischung von 1 Pfd. Kornbranntwein und 2 Pfd. Wasser u. Aufkochung der Lösung. — 3. L., der der Mässe widersteht. 6Gewichtstheile Kölner L. werden 11 Stunden in klarem Wasser geweicht, das überstehende Wasser abgegossen, der L. zu Brei verrührt und mit einem Brei aus einem Gewichtstheil in Branntwein gerührter Hausenblase in siedendem Wasser vermischt INIVERSLHATS- igi i-hei 4. Stark bindender L., welcher der Feuchtigkeit widersteht. Man löse Sandarach u. Mastix, von jedem 16 g., in 1 J. Weingeist auf, setze 16 g. hellen Terpentin zu, alsdann bereite man dicken L. in welchem etwas Hausenblase aufgelöst ist, gieße dann die Harze in einen Leimtopf mit doppeltem Boden u. setze allmählich den L. zu. Währenddessen muß beständig über dem Feuer gerührt werden bis sich Alles mit einander verbunden hat. Nachdem die Mischung durch ein Tuch geseiht worden ist, ist sie für den Gebrauch gut. Doch kann man noch 16 g. feingepulvertes Glas zusetzen. — 5. Flandrischen L. lege man einige Tage früher, ehe er gebraucht wird, ins Wasser, um ihn zu erweichen, dann köst man 1 kg. davon in 8 J. kochendem Wasser auf und schlägt ihn durch ein Sieb, ist er erkaltet, muß er noch die Konsistenz einer Gallerte besitzen. — 6. Wasserdichter Holzleim. Man koche L. in Oelfirniß; die zu leimenden Gegenstände müssen jedoch erwärmt sein. — 7. L., um messingene od. silberne Drähte, Muster vc. einzulegen. Man nehme etwa 1 Eßlöffel voll feingepulvertes Geigen-Fig. 2477. Leimsiedeapparat. Zu Art. Leim I. harz auf jedes Liter gewöhnlichen L., sowie eine gleiche Quantität feingepulverten Ziegelmehls, u. knete Alles gut unter einander. —8S. Elastischen L., welcher nicht in Fäulnis übergeht, auch bleibend weich u. elastisch ist, erhält man, indem man L. in Wasser zergehen läßt, dann in einem Wasserbad erhitzt, bis er ganz dickwird, worauf man Glyeerin zusetzt, beiläufig das gleiche Gewicht von dem angewandten L.; man rührt das Gemisch gut um u. fährt fort zu erhitzen, um das übrig gebliebene Wasser zu verdampfen; dann gießt man die Masse in Formen oder auf eine Marmortafel u. läßt sie vollkommen erkalten. Dieser L. ist zu Anfertigung elastischer Formen und für die Galvanoplastik zu verwenden. — 9. Stark bindender L., zu eingelegter od. fonrnirter Arbeit, hellbrauner durchsichtiger L., frei von Streifen u. Wölbungen, wird wie gewöhnlich in Wasser aufgelöst, u. jedem Liter 33 g. Hausenblase und ½ J. des besten Essigs zugesetzt. — 10. Eiweißleim, frz. o. albuminolde, ans Kleber; wird mehrmals mit handwarmem Wasser gewaschen, dann einer Temperatur von 15—25 C. aus1gesetzt; sobald er durch die eingetretene Gährung so flüssig tgeworden ist, daß man die Finger hindurchführen kann, wird er, in Formen gegossen und in 25.—30 Wärme ge3bracht, in 4—5 Tagen trocken. In Stücke gebrochen, ist er „mit doppeltem Gewicht kalten Wassers in 12—48 Stunden 9lösbar; pulverisirt noch schneller. Er ist gut für Holz, „Steingut, Glas, Porzellan, Leder, Papier etc., auch zum . Fixiren der Farben. — 11. L., um HBilderrahmen zu vergolden . und zu grundiren. Man koche in einem geeigneten Gefäß „250 g. Pergamentschnitzel oder weiße Lederschnitzel mit d 3 Liter Wasser bis zur Hälfte ein, schlage dann das Genmisch durch ein Sieb und rühre es gut um, damit er nicht t. verbrennt. — 12. Um L. kaltflüssig zu erhalten, wird er entweder mit Kalk gekocht, od. es wird ihm Salpetersäure, Essigsäureu. Chlorzinkzugesetzt.— 13. Portativer L.s.d.Art. Banknotenkitt. — 14. Schiffsleim, srz. glue. marine, engl. marine-glue, besteht aus Steinkohlenöl, Kautschuk und Schellack, ist für Tischlerarbeiten nicht brauchbar. leimen, trans. Z., frz. coller, engl. to glue. Bei dem L. von Holzwaren sind nachstehende Regeln zu befolgen: Für große Flächen weichen Holzes nimmt man den Leim schwächer als für hartes Holz u. kleinere Flächen; poröse Hölzer und Hirnholzflächen werden vor dem L. erst mit Leimwasser getränkt, harte Hölzer übergeht man mit dem Zahnhobel. Fettflecke dürfen nicht auf den zu leimenden Flächen sein, bei kleinen Arbeiten kann man das Anheften des Leims durch Zusatz von etwas Spiritus beschleunigen, auch reibtman wohl die Fugenflächen vorher mit Knoblauch ab. Sind die zu leimenden Gegenstände der Nässe ausgesetzt, so setzt man dem Leim etwas Leinölfirniß oder Galläpfelauszug od. Alaun zu. Man darf den Leim nicht zu lange kochen, auch nicht zu oft aufwärmen. Setzt man dem kochenden Leim etwas Salpetersäure oder Essigsäure zu, so bleibt er flüssig, ist dann aber für Tischlerarbeiten nicht mehr brauchbar. Die Fugenflächen müssen sehr gut auf einander passen, können eher um eine Kleinigkeit hohl als hoch sein. Gut ist es, die leimenden Hölzer vorher zu wärmen, auch das L. selbst in einem warmen Raum vorzunehmen. Sind die zu leimenden Holzstücke rechtwinklig gearbeitet, so kann man sie direkt in die Leimzwinge bringen; haben sie aber gegliederte Außenflächen, so fertigtman dazu passende Zulagen, die ihrerseits äußerlich rechtwinklig sind. Man streicht nun den heißen Leim gleichmäßig auf, bringt die Flächen sofort zusammen, setzt die Zwinge an und stellt die Gegenstände an einen trockenen, warmen Ort; meist schon nach 3—4 Stunden kann man die Zwinge lösen. Leimfarbe, k. frz. Couleur f. de trempe, engl. glue-⸗ water-Colour, size-Colour. Ueber die zu Bereitung der Len vorzugsweise sich eignenden Farbstoffe s. d. Art. Farbe II. g. u. K. Diese Farbstoffe werden zu Bereitung der L. pulverisirt und mit Wasser angerieben, auch wohl 24 Stunden lang im Wasser geweicht, dann geknetet, besonders wenn man zur Erreichung der gewünschten Nuaneirung zwei oder mehrere Farbstoffe mischen muß. Nachdem die geknetete Farbe getrocknet ist, rührt man 9 Th. davon direkt mit 6 Th. Leim od. auch erst mit 3 Th. Wasser,‚ dann mit 3 Th. Leim an. Die Menge des beizumischenden Leims richtet sich nach manchen Umständen, so z. B. nach der Güte des Leims selbst, nach der Beschaffenheit der Farbstoffe und der anzustreichenden Gegenstände, so daß sich darüber nichts Festes bestimmen läßt. Viele, besonders pflanzliche Farbstoffe müssen mit kaltem Leim angerührt u. dann durch Einsetzen des Farbetopfs in heißes Wasser; erwärmt werden. Während des Anstreichens müssen die Farben häufig umgerührt werden. Auf feuchten Wänden hält der Leimfarbenanstrich schlecht. Eisenbeschläge müssen vor dem Aufbringen der L. mit Lackfirnißfarbe grundirt werden. Astflecke müssen ebenfalls vorher besonders be-l handelt werden; s. d. Art. Astflecke. Den ersten Anstrich macht man gern mit einem Leimgrund (s. d. I.). Wenn mehrere Anstriche aufgebracht werden, muß jeder folgende mit schwächerem Leim gemacht werden. Alles Uebrige muß durch Uebung und Erfahrung gelernt werden. Wenn man einen Leimfarbenanstrich lackiren will, somuß man zunächst mehreremal Leimgrund, dann ein pär weiße An-f striche auftragen, hierauf mit Bimsstein schleifen; dann d bringt man zweifarbige Anstriche auf, und zwar sehr fein mit sehr weichem Pinsel. Sind diese trocken, so streichtman zweimal mit schwach eingemachtem kalten Pergamentleim, t und nach vollkommenem Trocknen derselben giebt man 2l oder 3Anstriche mit gutem Weingeistlackfirniß. Um Leim-n farbenanstriche wasserdicht zu überziehen, kocht man 1 Gewichtstheil gepulverte Galläpfel mit 12 Gewichtstheilen Wasser auf ¼ ein, seiht die Abkochung durch ein t Tuch und überstreicht damit den trocken gewordenen Leimanstrich, wodurch derselbe fast eben so fest u. unauflöslich wie Oelanstrich erscheint. Der Gerbstoff wirkt jedoch nur auf den weichen Leim; das Bestreichen damit muß daher in solchem Mäße geschehen, daß der Leimanstrich gehörig durchweicht wird. Vergl. d. Art. Anstrich 53., 88. und Bauholz S. 29q9. Leimform, K., s. d. Art. Form.