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Sitten & ModeBau-Lexikon 1881

Marmorino, intonacco a marmorino, m., ital., Marmortünche, in Venedig übliche Tünche. Der Anwurf aus gewöhnlichem Putzmörtel wird geritzt, darauf der Aufzug-möglichst schwach gebracht und verrieben. Die Tünche selbst, die vor völliger Trocknung des Aufzugs aufgebracht wird, bereitet man wiefolgt: Manschichtet Ziegelmehl oder Sand, mit Marmorstaub thunlichst reichlich vermengt, trocken auf, bringt in eine Vertiefung des Haufens den ungelöschten Kalk, löscht ihn, bedeckt und mischt ihn dann mit dem Pulver und trägt nur 2 mm. stark auf; wenn die Tünche zwar zu trocknen beginnt, aber noch dehnbar ist, wird sie mit abgerundeter stählerner Polirkelle und dünnem Seifenwasser geglättet. — Um noch mehr Glanz zu erzielen, polirt man nach völligem Trocknen mit einer über Kohlenfeuer erwärmten Kelle von 12 œm. Länge, 5 em. Breite und 8 m. Dicke. Der Marinoputz (s. d.) ist eine Abart hiervon. Vergl. auch Weißstuck.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 335Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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