FeedMasthinennagel
TechnikBau-Lexikon 1881

Masthinennagel, m., franz. lou découpé, engl. cut nail, machine-made-nail. Das Eisenblech, welches für Nägel verwendet wird und entsprechend verschiedene Dicke hat, wird mit einer Blechschere in Streifen von 50 60 em. Länge und einer der Länge des künftigen Nagels angemessenen Breite geschnitten. Der einzelne Blechstreifen wird dann in eine eigenthümliche Zange mit hölzerner Handhabe geklemmt. Ein Knabe bringt nun diesen Blechstreifen mit der Endung in die Schneidemaschine. Diese besteht in ihrem Haupttheil aus einer kräftigen Blechschere, welche das Ende des Blechstreifs schief abzuschneiden hat. In dem Augenblick, wo sich die Schere öffnet, tritt von hinten ein schmaler Stift vor, welcher verhindert, daß der Blechstreifen tiefer eingeschoben wird als erforderlich ist. Dieser Stift zieht sich zurück, während das Schérmaul, dessen oberer Theil allein die Bewegung macht, sich schließt Und einen konischen Blechstreif abschneidet. Dieser wird in der Maschine von einer in zwei Theile getheilten Form augenblicklich so aufgenommen, daß ein kleiner Theil noch vorsteht, welcher dann von einem dagegen gepreßten Stempel zum Kopf in beliebiger Fagon geprägt wird. Dann fällt der fertige Nagel unten aus der Maschine in einen Blechkasten. Der Knabe, welcher den Blechstreif darzubieten hat, muß denselben nach jedem Schnitt umdrehen, da der Blechstreif schief abgeschnitten werden muß, damit der Nagel spitz zuläuft. Um stets den Blechstreif in der erforderlichen Richtung zu erhalten, liegt die hölzerne Handhabe der Zange in einer vor dem Schneidewerk aufgestellten Gabel. Der Knabe hat also blos den Streif zu halten, zu wenden und gegen oben erwähnten Stift anzulegen. Bei zwölfstündiger Arbeit werden von den kleineren und mittleren Nägelsorten etwa 70—80000 Nägel, von größeren, wo die Breite des Blechstreifs längere Zeit zum Umdrehen erfordert, etwa 50000, von ganz großen nur 40000 produzirt. Einige Sorten erfordern eine eigenthümliche Gestalt des Kopfes. Dieser Kopf wird dann auf einem einfachen Hammerwerk besonders aufgeschlagen. Die fertigen Nägel werden dann in thönernen Töpfen in einen Osen eingesetzt, auf Weißglühhitze gebracht u. langsam abgekühlt, damit sie weicher und geschmeidiger werden. Sie brechen dessenungeachtet nach der Richtung der Lage der Blechschichten, also quer gegen ihre eigene Länge, leicht ab, ein Umstand, der sie für manche Zwecke, und zwar überall, wo ein Nieten nothwendig ist, weniger anwendbar macht. Für alle anderen Zwecke sind sie brauchbar und ersetzen die Handnägel; sie halten vortrefflich, da sie scharfe Kanten haben und leicht einrosten, und kosten überdies von der Fabrik weg nur ½ des Preises der Handnägel. Vergl. übr. d. Art. Nagel. Maschinenziehbank, f., frz. Hlière, f., s. v. w. Drahtstuhl; s. d. Art. Drahtziehen. Maschinerie, k. 1. Mehrere Maschinen, die zu einem IZweck verbunden werden oder zusammenwirken. — 2. Gesamtheit aller Vorrichtungen zum Hervorbringen von Veränderungen auf einer Bühne; s. d. Art. Theater. — s. v. w. Maschine. Maser, f., frz. madre, madrure, f., engl. maze, Curl, speckle, lat. masdrinum, maserius, knotige u. oft höchst verwickelte Verschlingung der Holzfasern, Markstrahlenetc. Die Maserbildung, eine krankhafte Beschaffenheit des Holzes, erzeugt durch Alter, dürren oder steinigen Boden U. dergl., kommt namentlich bei Birken, Pappeln u. Ahorn vor. Es bilden sich infolge derselben oft sehr große Auswüchse, die in ihrer Gestalt eine gewisse Aehnlichkeit mit einem Waschschwamm haben, in der Durchschnittsfläche aber oft höchst komplizirte und bunte Zeichnungen darbieten; solchesmaseriges Holz, frz. bois madré, engl. curled wood, curling-stuff, ist zu Bauholz untauglich, das geschnittene Fournier zeigt aber, polirt, meist sehr angenehme Variationen der Farbennuancen; meist ist die M. an der Wurzel gröber, die an den Aesten feiner u. schöner; auch in dem Stammende verschlingen sich die Holzfasern häufig zu schönen M.n. Maserbirke, k. (Bot.), alte Birke mit vielen Masern. Maserung, , des Holzes mit Essigfarbe auf Oelgrund; s. d. Art. Imitation B. Masholder, Maßholder, m. (Bot.), oder kleiner Ahorn, Anbaum, Angerbirnbaum, auch fälschlich Maßerle gen.; „s. d. Art. Ahorn 2. Masholder nachzuahmen, s. d. Art. ²Imitation A. d. Maske, f., srz. mascaron, engl. mask, ital. masche⸗ „rone, als Verzierung des Schlußsteines bei Bögen etc. vorkommende, aus Stein gehauene Menschenköpfe ohne Hinterhaupt. Ernste oder lachende Men werden einzelnen der Musen, dem Baechus, Amor re. (s. d. betr. Art.), als Attribut beigegeben. Eine weinende M. mit Dolch im Auge deutet die Tragödie, eine lachende M. mit Narrenkappe die Komödie an.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 337Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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