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Handwerk & GewerbeBau-Lexikon 1881

Messing, Latun, n., frz. Iaiton, archal, engl. Jatten, ital. latta, lat. aurichaleum, allato, lata, ottune, werden die Legirungen aus Kupfer und Zink genannt. I. Je nach Mischungsverhältnis beider Metalle zeigen die entu. Härte. — 1. Das gelbe M., schlechthin Legirungen beträchtliche Abweichungen in Be10—20/% Zink. — 3. Das schmiedbare M., frz. konte malléable, besteht aus 3 Th. Kupfer und 2 Th. Zink. Spez. Gewicht 8, —8, . Messingdraht und Messingblech d sind im Mittel aus 8 Th. Kupfer und 3 Th. Zink zusam-2 mengesetzt. — 4. Das weiße M. frz. laiton blane, engl. Vhite brass, auch nichtrostendes Gußeisen genannt, franz. i fonte inoxydable, engl. unoxydable cast-iren, besteht2 aus 80% Zink, 10% Kupfer u. 10% Gußeisen. — 5. Das Uhrmachermessing besteht aus 45,; Th. Kupfer und z 50, Th. Zink. II. Die Messingbleche werden auf-Messinghammerwerken durch Hämmern oder Auswalzen gegossener Tafeln dargestellt; der Messingdraht durch Ausziehen der mit der Messingschere aus den Tafeln geschnittenen prismatischen Messingzainen im Drahtzug. Die Güte des Mes hüngt von der Reinheit der zum Schmelzen verwendeten Kupfer-und Zinkmassen ab. Kleine Mengen von Eisen sind unschädlich; dagegen beeinträchtigen schon kleine Mengen von Blei und Zinn die werthvollen Eigenschaften des Mes, namentlich die Dehnbarkeit. III. Industrielle Verwendung finden noch die folgenden Zink-Kupferlegierungen: 1. 11 Th. Kupfer und 2 Th. Zink geben eine Legirung, die zu unechtem Bl attgold, Goldschaum, Knittergold ve. verarbeitet wird — 2.70 Th. Kupfer, 30 Th. Messing und 1—1½ Th. Zinn bilden das Mannheimer Gold. — 3. Das Bathmetall, in die Kategorie des Tombals gehörend, besteht aus 55 Th. Kupfer u. 45 Th. Messing, wird auch erhalten durch Schmelzen von Messing und Zink. — 4. Die zinkreicheren Legirungen, die Platina's, bestehen aus 43 Th. Kupfer und 57 Th. Zink oder aus 32 Th. gelbem M., 3—4 Th. Zink, 1—2 Th. Zinn. IV. Vor Entdeckung des Zinks wurde M. aus Kupfer und Gallmei hergestellt und seit Beginn des 14. Jahrh. vielfach an Stelle der Bronze verwendet, doch erst um Mitte des 15. Jahrhunderts zu Blech geschlagen. Viele Fabrikanten verwenden alte Segirungen zu Herstellung von M.; es ist dies aber gegen ihren eigenen Vortheil, denn je unreiner das Kupfer ist, desto mehr Zink wird mit dem Verunreinigen des Kupfers im Schaum ausgestoßen.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 392Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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