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BaukunstBau-Lexikon 1881

Minette, f, ein in der Moselgegend vorkommender mingrelische Bauten. Die Kirchenbauten Mingreliens befolgen den byzantinischen Stil in einer von der armenischen abgeleiteten, der georgischen sehr ähnlichen Provinzial-Gestaltung. Namentlich sind die Dispositionen der Ostseite der risse auffallend ähnlich den armenischen und georgischen; wie dort sind die Apsiden in dem gerade abgeschlosses nen Mauerwerk eingebaut u. ihre polygone Gestalt äußerlich nur Nischen markirt; Fig. 2637. Grundriß der Kirche zu Kouthais. wie dort ist das Aeußere durch Lisenen in Felder getheilt. Doch sind diese Lisenen nicht immer durch Blendbögen verbunden, wie das in Georgien fast stets der Fall ist; auch sind die Fenster konsequenter als in Armenien im Rundbogen geschlossen u. häufig, wie zu Wagarschabad u. Akhpat, also wie an armenischen Kirchen mit einem Ueberschlagsims versehen. Die Dekoration folgt fast denfelben Gesetzen wie an den georgischen Kirchen, und ist zwar nicht so reich als an den georgischen, hier und da aber reicher als an den armenischen Kirchen. Wir geben in Fig. 2637 den Grundriß und in Fig. 2638 ein Fenster der 1003—1007 gebauten, jetzt in Ruinen liegenden Kirche zu Kouthais. Innerlich hat diese Kirche, wie andere Mingrellens, runde Schafte, die Rundbogen tragen. Eigenthümsbibliotnek Heidelberg lich ist diese mingrelische Grundrißanordnung noch insofern, als das Kreuzschiff fast in der Mitte der Länge angelegt ist und an die Apfiden, in welche seine Arme enden, noch Vorhallen angebaut sind. Im Oceident findet sich diese Disposition nur an wenigen, theils von den Longobarden, theils unter normannischer Herrschaft gebauten Kirchen Italiens. Armenier arbeiteten übrigens in Mingrelien und Georgien und umgekehrt, so daß Irrungen und Verwechselungen leicht möglich sind.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 399Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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