Rüsselküfer, m. (Curculionida), kleine Käfer, die sich durch die rüsselähnliche Verlängerung ihres Kopfes auszeichnen. Am vorderen Ende des Rüssels liegen die zum Nagen harter Stoffe eingerichteten Freßwerkzeuge. Die Zahlreich en Arten erweisen sich b bes. durch Zerstören der Fruchtzweige, zunger Früchte Und Blüten Pri nachtheilig; einige auch durch Zerfressen der Baumrinde, wur welches das Erkranken 0 U. Absterben der Bäume herbeiführt. Vgl. d. Art. Rüsselgroßen Elbflößen querüber gelegte starke Hölzer, durch Kränze von gte geheimnisvolle Dunkel noch .. Armenisch und Mingrelisch). Die Kirche von Kertsch ste die älteste auf russischem Boden sein. 964 wurde sili Blanskenoy zu Mostau (1534 — 1538). inzessin Olga in Konstantinopel getauft und von da an tde der byzantinische Stil in seiner östlichsten Abzweiseite bildet, übrigens aber sehr dem Katholikon zu Athen ähnelt(s. Fig. 1041). Prinz Jaroslaw(1019—1054) gründete die Irenenkirche in Kiew und die Kathedrale daselbst. An letzterer, deren Grundriß wir in Fig. 3045 mittheilen, zeigt sich deutlich der charakteristische Zug der rin B., nämlich die Vergrößerung des ursprünglichen byzantinischen Grundrisses, nicht durch ein Ausweiten der Verhältnisse, sondern durch äußexes Anhängen, selbst wenn man, wie dies wahrscheinlich ist, annimmt, daß die heller schraffirten Theile später angebaut sind. Die Bauten des 11. und 12. Jahrh. zeigen noch alle im Grundriß strenges Festhalten an der byzantischen Disposition, im Innern düstere, enge Räume, schwere dicke Säulen mit Würfelkapitälen, viel Schmuckvon Gold, Mosaik, Malerei etc., wobei namentlich die Fkonostasis stets ungemein reich bedacht ist, äußerlich fünf halbkugelförmige Kuppeln auf hohem Tambour mit schmalen Fenstern, halbkreisförmige Giebel auf den Kreuzenden und schlanke Lisenen oder Halbsäulchen, unter Fig.3050. Thurm des heil. Thores am Kreml (um 1600). einem bald einfach rundbogigen, bald bunter gestalteten Bogeufries, s. Fig. 3046. Im 13. Jahrh. machten sich tatarische u. persische Einflüsse geltend. Sie dokumentiren sich namentlich in der zwiebelähnlichen Kuppelform (s. Fig. 2136—2138 im Art. Holzarchitektur), ferner in der beinahe an die dschainistischen Bauten erinnernden Gestalt der Säulen, Thürme etc., in der Eselsrückenform mancher Bögen, in den beinahe an das Chinesische anstreifenden Formen mauncher Dekorationstheile etc., während Einflüssee der ruhigen klaren Weiterentwikelung der Baukunst im BLIOTHEK 3047 links stehende Erzengeldom soll im 14. Jahrh. erbaut sein. Im 15. Jahrh. fand es Iwan III. (1462 bis 1505) gerathen, sich mit dem Occident in Verbindung zu setzen und bezog namentlich durch Kaiser Friedrich III. u. Matthias Corvin Künstler nach Rußland. Die 1479 geig. 3052. Russisch den (1872 fl.). weihte Mariähimmelfahrtskirche, rechts hinten in Fig. 3047 theilweis sichtbar, erbaute Aristoleles Fioravanti aus Bologna, der sich möglichst den erwähnten orientalischen Einflüssen entgegenstemmte. Um so siegreicher traten sie an der beinahe toll phantastischen Kirche Wasili Blanstenoy od. Blagennoi (1534 — 1584 erbaut) auf, f. Fig. 3048; bald jedoch folgte eine Reaktion, durch die damals im Kern Europa's auftauchende Renaissanee erzeugt, ohne daß eigentlich durchgreifende Veränderungen in der Architektur durch die Einflüsse der Renaissance herliglit / mothes 188456d4/0094 vorgebracht worden wären. Das Gesagte wird am bestent bestätigt durch einen Blick auf die Mittelgruppe in Fig. a 3047, den um 1600 unter Kaiser Boris (1598—1601) erbauten Glockenthurm d. Iwan Wellicki, nebst einem etwas niedrigeren, je doch gleichzeitig erbauten, aber in seinem Untertheil um 1650 veränderten Glocken haus, u. auf den ebenfalls um 1600 erbauten Thurm des heiligen Thores am Kreml, Fig. 3050, der mit seiner schlanken Spitze, den kleinen Spitz thürmchen und anderen gothi schen Reminis cenzen einen eigenthümlichen Kontrast mit dem Thurme des Iwan Welicki bildet, und, wenn man nicht das Datum kennte, jedenfalls für viel früher gehalten werden müßte. Der links davon stehende Pavillon soll Iwan dem Schrecklichen (1533—1584) gedient haben, um den Hin richtungen zuzuetwas mehr tatarischeFormen als der Thurm. Fig. 3049 zeigt noch einige solche Thürme. Durch die nicht mehr abweisbaren, aber nur im Detail aufgenommenen Einflüsse der Renaissance wurden die Gestaltungen nur noch toller, zeigten aber stets viel Phantasie, ja sogar Poesie, und bleiben in der Hauptsache doch der nationalen Tradilion treu, wie es Fig. 3053, die Andreaskirche — in Kiew, be⸗ Fig. 3054. Russische Gruvpe in zeugt. — Diese Treue bewährt sich auch bis zur Gegenwart, ein Beispiel liefert die 1872—1874 von dem russischen Archi-HEIDOELBERG O Universitatsb tekten v. Bosse erbaute russi sche Kirche 3u Dresden, die sich an Moskauer Vorbilder anlehnt. Die Kirchen heben sich streng gesondert los von dem Hintergrund der Profan3051, der allgemeinen Zeitrichtung folgte, und so erhielt sich trotz einzelner, von deutschen, italienischen und franuder Rue des Nations, Payiser Ausstellung 1878. zösisch en A vchitekten auf Befehl der Zaren ausgeführter moderner Bauten die r. B. dennoch in der Hauptsache bibliothek Heidelberg DFC s. Fig. 3054.