Feedmozarabische Bauweise
BaukunstBau-Lexikon 1881

mozarabische Bauweise, f., frz. arebitecture mozarabe, engl. moresco-style, span. estilo arabo-tedesco, mozarabe. Mozarabisch heißen bei den Spaniern diejenigen Bauten, welche theils von Arabern unter christö lichem Einfluß, theils von Christen und Juden unter arabischer Herrschaft, besonders aber von arabischen Technikern, kurz nach Vertreibung der arabischen Herrscher aufgeführt wurden, wo die Christen selbst noch nicht zu genügender Fertigkeit gelangt waren. Das Alter dieser Bauten läßt sich nur selten genau bestimmen An Wohnhäusern sind die meisten in Saragossa erhalten. Die Eintheilung ist weniger luftig u. behäbig als in den maurischen Wohnhäusern, auch sind die meisten zu 3—4 Stockwerken aufgeführt. Konstruktion u. konstruktive Details sind fast ganz maurisch. Unter den rein ornamentalen Details findet man normannische, gothische, maurische Formen, ja selbst Renaissanceformen, denn die mozarabische Weise blieb bis tief in das 16. Jahrhundert hinein in Geltung. Kirchen dieser Bauweise sind über fast ganz Spanien verbreitet, am zahlreichsten aber in Andalusien, Kastilien u. Arragonien; besonders Sevilla, Toledo, Saragossa und die Umgebungen dieser Städte sind reich daran. Die Disposition derselben ist eher romanisch als gothisch zu nennen. Drei oder fünf Langschiffe, meist mit einem Querschiff am vorletzten Joch, enden in neben einander stehende halbkreisförmige Apsiden. Die Scheidebögen werden von achteckigen oder romanisch gegliederten Pfeilern getragen und sind in Hufeisen⸗, Rund⸗ od. Spitzbogen ausgeführt. Die Decken, höchst selten gewölbt, sind vielmehr meist ganz auf mauvrische Weise konstruirt. In den architektonischen Theibibliotnek Heidelberg DFC len der Ornamentik herrscht fast stets die maurische Dis⸗ I position vor, während die Ausfüllungen der Felder gothische und maurische Formen in buntem Gemisch zeigen. Auch am Aeußern ist die Disposition meist christlich, Konstruk-che tion u. konstruktiver Theil der Dekoration maurisch; viele bin Details aber, Kapitäle, Friesfüllungen, Simsprofile etc., Ach gothisch. Auch in der Ausführung selbst macht sich diese das Mengung zweier Elemente bemerklich. Quaderbauten gen sind selten, doch häufig sind Simse u. dergl. in Stein aus⸗ im geführt. In den Füllungen re. zeigt sich die maurische 2 Technik. Gipsornamente, Azulejos, Formenziegel spielen in eine große Rolle. Nur der Piseebau kommt selten an diesen Bauten vor, u. dann ist meistens in Ecken, Pfeilern, Nen⸗ des stern, Simsen, an vielen Bauten aber in allen Theilen, Th die Backsteinarchitektur sehr organisch durchgebildet; die gest Konstruktionsbögen sind größtentheils scheitrecht. Die — meute. (Maschinenw.), 1. frz. manübergeschobene Hülse zu Ver- oder dergl., z. B. der stehenden Rädern, damit herumdreht. — 2. Auch un-Anker JI. 13. u. C. in Fig. 202 m., engl. mutkle, Kapsel, Porzellanwaären etc. beim unmittelbare Berührung Schalen von gebranntem Kapelliren die Kapelle (s. d. III.) von Asche etc. zu verhüten. Gestalt eines Thieres, bes. eines Löwengesichts. kugelartig, gerundet.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 413Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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