Parsgon, n., s. im Art. Ventilation. Paragöne, ital, ein schwarzer ital. Marmor. parallel, adj., gleichlaufend, Harallelität, k. Gleichlauf, vgl. d. Art. Beilauf. 1. Zwei gerade Linien sind p., wenn sie erst ins Unendliche verlängert einander treffen würden, ohne einen Winkel zu bilden, also immer gleiche Entfernung von einander haben, d. h. alle von einem Punkt der einen auf die andere gefällten Perpendikel gleich sind. Durch einen Punkt außerhalb einer Geraden ist nur eine Parallele zu derselben möglich. Durch zwei pre Linien ist stets eine Ebene bestimmt; s. auch d. Art. Gegenwinkel, Wechselwinkel etc. Ueber das Zeichnen p.er Linien s. d. Art. Abschieben. — 2. Zwei Ebenen sind p., wenn sie, so sehr man sie auch erweitert, sich nirgends im Raum schneiden, also keinen Flächenwinkel bilden. — 3. Ueber pe krumme Linien f. d. Art. Kurve. Um zu einer gegebenen Kurve eine Parallelkurve zu konstruiren, errichtet man in allen Punkten der ersten Normale, macht diese gleichlang und verbindet ihre Endpunkte. Natürlich können p.e Kurven sehr verschiedene Form haben, nur die Parallelen zu einem Kreis sind wieder Kreise, u. zwar konzentrische. Die p.en Kurven besitzen sehr interessante Eigenschaften, so haben sie alle diefelbe Evolute wie die ursprüngliche Kurve, und lassen sich leicht quadriren und rektifiziren, wenn es für die Grundkurve möglich ist. — 4. Ebenso kann man von p.en Oberflächen reden. Paralleldach, n., engl. M-roof, double- (triple- ete) ridged roof, s. d. Art. Dach u. Sägedach. Paralleldächer kommen zuweilen beim Kirchenbau vor, wenn nämlich jedes der drei Langschiffe ein besonderes Satteldach für sich hat, so daß die Front eine aus drei Giebeln bestehende Gruppe bildet. Paralleldrehbank, k., s. Drehbank. Parallele, f. 1. Ueber parallele Linien s. d. Art. parallel 1.— 2. s. unter Festungsbaukunst und Belagerungsarbeiten. Parallelepipedon, u. frz. barlong, m. (Geom.), vierseitiges Prisma, dessen Basis ein Parallelogramm ist. Gegenüberliegende Seitenflächen sind gleich und parallel; jeder Ecke liegt eine symmetrische gegenüber. Das P. hat vier Diagonalen, deren jede zwei solche Ecken, die also keine Kante mit einander gemeinsam haben, verbindet. Alle vier schneiden sich in einem Punkt u. halbiren sich gegenseitig; jede Ebene durch zwei Diagonalen heißt eine Dingonalebene. Die Summe aus den Quadraten der vier Diagonalen ist gleich der Summe aus den Quadraten der zwölf Seiten. Sind a, b, o drei in einer Ecke zusammenstoßende Kanten und (a, b), (a, c), (b, e) die von denselben eingeschlossenen Winkel, so ist die Länge der Diagonale, welche diese Ecke mit der gegenüberliegenden verbindet: Parallelfeilkloben, m. (Werkz.), s. Feilkloben. Parallelgänge, m. pl. (Bergb.), sind nach derselben Stunde (Himmelsgegend) streichende Erzgänge. Parallelismus, m. der Wasserfäden. Bei der Lehre von der Bewegung des Wassers legt man allgemein die Voraussetzung zu Grunde, daß letzteres aus einzelnen Fäden besteht, welche sich bei gleichmäßigem Verlauf parallel zu einander bewegen. Bei ungleichförmigem Verlauf, wie an Staukörpern, an Buhnenköpfen re., wird dieser Parallelismus gestört. v. Wgr. Parallelleitung, f. (Masch.), s. Geradführung. Parallellinenl, n., s. d. Art, Abschieben. Porallelmaß, u. (Werkz.), s. v. w. Streichmodel. Parallelsgramm, n. (Geom.), 1. Viereck mit pärweise gleichen und parallelen Seiten. Daher sind auch je zwei gegenüberliegende Winkel einander gleich, während zwei derselben Seite anliegende zusammen zwei rechte ausmachen. Man kann die Parallelogramme eintheilen in Rhomboide, bei welchen zwei gegenüberliegende Seiten gleich, zwei an einander liegende aber verschieden sind, u. in Khomben mit vier gleichen Seiten und als Unterarten von beiden die Rechtecke mit verschiedenen an einander stoßenden Seiten, aber vier rechten Winkeln, u. die Huadrate mit vier gleichen Seiten und vier gleichen Winkeln. Die Diagonalen des Pis halbiren sich gegenseitig und theilen dasselbe in vier inhaltsgleiche Dreiecke. Die Summe aus den Quadraten der beiden Diagonalen ist gleich dersumme aus den Quadraten der vier Seiten. Sind a u. b zwei an einander stoßende Seiten und ist der von ihnen eingeschlossene Winkel, so ist der Inhalt des P.s ab sin 4. — 2. Ueber das P. der Kräfte s. d. Art. Hraft. — 3. Ueber das P. der Dampfmaschinen s. d. Art. Geradführung. Parallelperspektive, k. (Zeichn.), frz. vue f. de face, engl. parallel perspective, arouometrische Projektion, s. d. Art. Projektion u. Perspektive. Parallelprojektion, f. (Zeichn.), franz. projection k. parallele, s. Projektion u. Geometrie. 0 Parallelschiene, k. (Zeichn.),s. v. w. Doppel-T-Schiene, s. Schiene. Parallelschraubstock, m. (Schloss.), s. Schraubstock. Paralleltrapez, n., frz. trapese, m., engl. trapezoid, trapezium (Geom), ein Viereck mit einem Pär paralleler Seiten, während die anderen beiden Seiten gegen einander geneigt sind. Zur Bestimmung desselben sind vier Stücke nöthig, z. B. vier Seiten. Sind a u. b die beiden parallelen Seiten und ist h die Höhe, so wird der Flächeninhalt des Pies sein: F= 1½/a-+b)h, oder auch, wenn noch o u. d die beiden nicht zu einander parallelen Seiten sind: Parallelwertz, n. (Wasserb.). Diese steinernen, das Strombett begrenzenden u. in Richtung des Stromes aufgeführten Dämme, welche an ihrem oberen Ende durch einen Querdamm mit dem Ufer verbunden sind, sollen größere Gleichmäßigkeit der Strömung erzielen, od bei gleichzeitiger Einengung der Strombreite, den Fluß nöthigen, sich ein tieferes Bett zu wühlen; ferner auch: die Buhnen sich nicht, dagegen die Pie sich gut bewährt haben u. nun allein zur Anwendung gelangen. Ein P. muß, wie in Fig. 2766 angegeben, am oberen Ende mit dem Ufer verbunden, am unteren Ende dagegen offen sein, damit hier die rückstauenden Wässer in die so gebildete Bucht eindringen, ihre Sinkstoffe dort ablagern und jene allmählich verfüllen können. Unvortheilhaft bleibt die hin u. wieder noch anzutreffende Anordnung (Fig. 2767), daß der Damm oben u. unten eine Oeffnung läßt. Es werden dadurch stets Strömungen in dem abgeschnittenen Theil verbleiben, sekundäre Flutrinnen gebildet und die Sinkstoffe nichtzum Ablagern gebracht werden. Bei sehr langen Dämmen pflegt man mitunter noch Querdämme einzuziehen (Fig. 2768); jedoch ist Fig. 2766. alsdann zu empfehlen, dieselben etwas niedriger zu halten als den Längsdamm, damit die von allen Seiten umschlossenen Theile öfters von den sinkstoffhaltigen Wässern berührt werden (Fig. 2769). Derartige abgeschlossene Theile werden häufig mit Weiden bepflanzt u. verlanden dann schneller. AmRhein zwischen Maxau u. Speyer (pfalz-bayer. Ufer) werden die Dämme in der Art aufgeführt, daß an den Fuß der Dammböschung circa 1 m. dicke, mit Steinen belastete Senkfaschinen (Fig. 2770) eingerollt u. beständig, auch über Wasser, zur Reserve abgelagert werden. Sobald sich die Stromsohle dort vertieft, rollen die abgelagerten Faschinen nach, über welchen Akt spezielle Journale geführt werden, die sofort überblicken lassen, an welchen Stellen nachzuhelfen ist. Abpflasterungen werden nur an den oberen Theilen des Dammes vorgenommen u. gleichzeitig an der hinteren Kante der bis zum Vollwasser (mittler Junistand) reichenden Dammkrone Weidenstecklinge eingesetzt, welche gut fortkommen. Größere, den Damm übersteigende Wässer setzen die feineren Sinkstoffe, den sogen. Rheinschlick, direkt hinter den Stecklingen in großen Massen ab. Seit Beginn der Rheinregulirung wurden hierdurch in den Altrheinen auf bayerischer (pfälzischer) Seite 3615 Morgen, auf badischer Seite 5610 Morgen Landes gewonnen. Diese sowie die in Sachsen gemachten günstigen Erfahrungen widerlegen am besten den Vorwurf, daß Pe die Verlandung erschwerten. Neuere Lektüre über Preetc.: Hagens Wasserbaukunst; Grebenau's Abhandlung über die Rheinregulirung im 28. u. 29. Jahresbericht der Gesellschaft Pollichia: Deutsche Bauzeitung etc. v. Wgr.