prlasgische Ganukunst, k., franz. architecture pélasgique, engl. pelasgian architecture. Die Pelasger waren bekanntlich kein eigentliches Volk, sondern in verschiedenen Stämmen über Kleinasien, die Inseln des Archipels, Sizilien und Italien verbreitet. Der hellenische Stamm vertrieb die übrigen Stämme aus Griechenland Ausbildung des Steinbaues ohne vorhergehende Holzkonstruktion. Die Pelasger gelangten auch schon früh, wie alle Völker, die von Anfang an sich dem Steinbau ergaben, zu einem geordneten Steinverband, u. zwar durch verschiedene Stufen (s. d. Art. Mauerverband A. 1—4 und Fig. 2595 a—d) von der Findlingsmauer bis zu dem in ungleichen Schichten gelagerten Mykenischen Verband, sodann zur Anlegung gleichmäßiger Steinschichtung. Beispiele sind in Kleinasien, Griechenland und Italien erhalten; eines der frühesten zeigt Fig. 2789, zwei andere 2035 u. 2037. Die Ueberkragung der Steine zu Schließung der Oeffnungen und Räume geschah nicht immer, wie hier, in gerader, geneigter Linie, sondern häufig in Form eines Spitzbogens, sowohl bei Maueröffnungen, z. B. in Thorikus (Fig. 2036), in Alpino etc., als auch bei Abdeckung der Räume, z. B. im Schatzhaus des Atreus (Fig. 2039 u. 2040), im Quellhaus zu Tusculum etc. Näheres s. in den Artikeln Etruskisch nebst Fig. 1633, Dach O. I. 2., Gewölbe B., griechischer Baustil, erste Periode etc. peler v. tr. Ia terre, franz., Rasen ausstechen. Péliean, m., franz., engl. pelican, 1. Schließkammer, Ankerschließe. — 2. Der Pelikan ist Symbol Christi, s. in M. M. a. W. Pelle, f., frz., Schaufel, Schippe; p. carrée, Spaten; P. tranchante, s. lonchet; p. d'un aviron ete., s. Blatt 4. Pellet, s.,engl., Scheibenfries, Kugelfries (s. d.). Pelta, f., lat., Amazonenschild (s. d. u. Heraldik J.). Nelzküfer, mnennt man mehrere kleine, inWohnungen vorkommende Käferarten, deren Brut von Pelzwerk lebt, grau mit zwei hellen Punkten auf den Flügeldecken; 2. der gemeine vohrkäfer (Ptinus fur), dessen Larve sich ein Futtefral aus zernagten Harstücken fertigt; 3. der Kabinetkäfer (Euthrenus muscorum), kaum 1½ Linien lang, rundflich und bunt; 4. der gemeine Spechtäfer (Dermestes lardarius), dessen Larve besonders fettige Theile von Pelzwerk angreift, Mittel dagegen s. im Art. Motten. Pelzmotten, k. pl., s. d. Art. Motten. Auch Aushängen des Pelzwerks in Verschlägen, unmittelbar neben den Abtrittsschlotten, hat sich bewährt. Den dabei etwa angenommenen üblen Geruch bringt man durch Ausklopfen und Lüften bald wieder weg. Penarium, n., lat., Speisekammer, Vorrathskammer bes. in Klöstern. Peneil, s., engl., Pinsel, Griffel, Stift; p. ok lines, Strahlenbüschel. Pend, Pent, s., engl., schottischer Provinzialismus für Sterngewölbe. Pendale, u., lat., Kranz des Betthimmels. Pendant, m., frz., 1. Seitenstück, Gegenstück. — 2. p. de solivure, s. Abhängling 2. — 3. p. de voute, queue, elef pendante, engl. pendant, pendent, pendant semicone, herabhängender Schlußstein, s. Abhängling 1.— 4. P. des eaux, Wasserscheide. Pendant-bridge, 8., engl., Hängebrücke. Pendant-post, s. engl. (Zimm.), hängender Pfosten, s. d. Art. Dachstuhl, wallpiece u. Englisch-gothisch. Pendel, u., frz. pendule, m., engl. pendulum, 1. P. ist im allgemeinen ein beweglich aufgehängter Körper, auf welchen vorzugsweise die Schwere wirkt. Die Gestalt des Körpers ist dabei beliebig, seine Aufhängung kann in einem Punkt oder in einer horizontalen Achse stattfinden. Nur darf der Aufhängungspunkt nicht der Schwerpunkt sein od. die Drehachse nicht durch den Schwerpunkt gehen, weil sonst indifferentes Gleichgewicht einträte und die Schwere keinen Einfluß auf das P. hätte. Ist das P. im Gleichgewicht, so liegt der Schwerpunkt desselben senkrecht unter dem Aufhängepunkt; wird es aus dieser Gleichgewichtslage gebracht und dann sich selbst überlassen, so sucht es wieder dorthin zurückzukehren, erreicht aber jene Lage mit einer gewissen Geschwindigkeit, so daß es auf der andern Seite wieder emporsteigt, u. zwar, wenn keine Widerstände zu überwinden sind, eben so hoch, als es vorher erhoben ward. Von dieser neuen Lage aus durchläuft es den eben beschriebenen Raum wieder in umgekehrter Richtung, und so fort. Die größte Geschwindigkeit hat das P. stets da, wo es die Gleichgewichtslage passirt. — 2. Das mathematische oder einfache P., franz. pendule simple, engl. simple pendulum, eine gerade, unbiegsame, gewichtslose Linie, die an dem einen Ende beweglich aufgehängt ist und am andern einen schweren Punkt trägt, ist nur theoretisch vorstellbar, doch läßt sich das wirkliche, materielle oder physische P. stets auf ein solches zurückführen. Der größte Winkel a, welchen das einfache P. von der Länge Imit der Vertikalen bildet, heißt der Ausschlagswinkel die Bewegung von einem höchsten Punkt zum andern eine Schwingung od. Oseillation, die dazu verwandte Zeit t die Schwingungsdauer. Ist die Beschleunigung der Schwere g, so ist, wenn man keine Bewegungswiderstände hat, oder bei kleineren Schwingungsbogen mit hinreichender Genauigkeit t ⸗ 34 Die Dauer kleiner Schwingungen ist somit von der Größe des Ausschlagswinkels und von dem Gewicht des daran hängenden schweren Punktes unabhängig. An einem und demselben Ort verhalten sich ste die Schwingungszeiten zweier P. wie die Quadratwurzeln Fi aus den Pendellängen. Aus der angegebenen Formel er⸗ Lo giebt sich die Länge des Sekundenpendels, frz. p. à sscon- Be des, engl. seconds-pendulum, 7 so z. B. für Paris un 1⸗ 0,/J9384½ M. — 3. Bei einem physischen P., maleriellen P., frz. pendule composé, engl. Compound pendulum, haben die der Drehachse näher liegenden Massentheilchen das Bestreben, schneller zu schwingen als die entfernteren; jene wirken also auf diese beschleunigend, diese auf jene verzögernd, so daß ein physisches P. stets schneller schwingt als ein gleichlanges mathematisches P., auch wegen der Reibung und anderer Widerstände nie ganz gleiche Zeiten zu den Schwingungen gebraucht, daher also ein isochronisches P. eben auch nur theoretisch denkbar ist. Der Punkt auf der Linie durch Dreh⸗ und Schwerpunkt, der von dem Drehpunkt eben so weit absteht, als die Länge xeines gleich schnell schwingenden mathematischen P.s beträgt, heißt Schwingungspunkt. Ist T das Trägheitsmoment und 8 das statische Moment der Pendelmasse in demselben, so ergiebt sich: Macht man den Schwingungspunkt zum Aufhängepunkt, so wird der bisherige Schwingungspunkt zum Aufhängepunkt und die Schwingungsdauer bleibt unverändert; daher kann man die Länge des entsprechenden einfachen P.s durch Versuche bestimmen, wenn man im Stand ist, an dem materiellen P.zwei Achsen anzubringen, welche gleiche Schwingungszeiten geben. Ein solches P.heißt Reversionspendel und ward zuerst von Bohnenberger angegeben und von Kater angewandt. Das P. findet in Technik u. Physik vielfache Anwendungen, so in einfachster Gestalt als Bleiloth (s. d.)) ferner als Uhrpendel od. Perpendikel zu Regulirung der Uhren, als ballistisches P. (s.d.) in der Artillerie, 1 auch ist es das einfachste Mittel zur Bestimmung der In-I tensität der Schwere, der Abplattung der Erde etc. Hydro⸗ se metrisches P. ist s. v. w. Stromquadrant, konisches P. s. v. w. Centrifugalregulator; vgl. auch d. Art. Kompensationspendel. Pendelschwinge, k. (Bergb., Masch.), eine herabhängende Schwinge bei Stangenkünsten.