Querschiff, Krenzschiff, u., franz. eroisillon, m., nef transversale, transept, m., engl. transept, lat. transenna, von der Vierung rechts und links ausgehendes Schiff, deren zwei also zusammen ein Gnerhaus, Querbau, frz. Croisée, engl. transepts, pl., bilden, d. h. eine das Langschiff durchkreuzende Halle, durch welche eine Kirche zur Kreuzkirche, lat. exrux, wird. Doch ist das Querhaus nicht aus der Absicht entstanden, eine solche Durchkreuzung zu erzeugen. Schon die Basilika Ulpia hatte zwei Querhäuser zwischen der mittleren Langhalle und den beiden Tribunen, ähnlich die Halle Salomo's in Jerusalem. Das älteste bekannte Ouerhaus an einer christlichen Kirche, das der Lateranskirche zu Rom, 319 erbaut, stellteinen schmalen, ungegliederten, einheitlichen, sehr wenig über die Langfronten des Langhauses vortretenden Vorraum zu der Apsis, also einen antitibulus dar. — Es ist aber hier nicht in Schiffe getheilt, wie bei der Ulpia. — Aehnlich, auch ungetheilt, war das 324 erbaute Querhaus der Peterskirche, welches aber ursprünglich gar nicht, sondern erst nach einer späteren Verlängerung über die Langfronten vorstand. In solcher Art angelegte Querhäuser kommen bis 442 noch 4 vor, daneben 431 ein etwas vorstehendes an S. Maria maggiore, ferner noch 2 um 480, dagegen um 500 eins an S. Pietro dei Cassinensi in Perugia, welches sogar kürzer ist als die Breite des Langhauses. Von 50⁰0 an kommt an lateinischen Basiliken eine Zeit lang kein O. vor; dagegen an byzantinischen (in Thessalonich, Trapezunt etc.) solche, welche in Schiffe gegliedert, sogar von Emporen umzogen sind und sich also dem der Ulpia wieder nähern. Das 539 erbaute an S. Justo zu Triest ist unter byzantinischer Herrschaft entstanden, das um 570 datirende an S. Frediano zu Luceg unter longobardischer. Die Longobarden nämlich waren es, welche das Zuerhaus zuerst, vermuthlich unter byzantinischem Einfluß, in drei Theile, die Vierung u. zwei Flügel, gliederten, u. dadurch erst dessen organische Vereinigung mit dem Basilikenbau, zugleich als Vereinigung der Grabtirche mit der Gemeindekirche, anbahnten, dadurch auch den Grund zu dem romanischen Kirchengrundriß legten. Von 715 an fand diese neue Disposition auch Eingang in Rom und Umgegend. Schon bei den Longobarden, bes. aber im romanischen Stil, wurde das Querhaus manchmal (auch in England) aus einem breiten und einem schmalen Schiff oder auch EIDELBERG O Universitatsbibt dreischiffigangelegt. In einigen Fällen ist dann das Querhaus, statt an der Ostseite, an den Enden mit Apsiden versehen, oder auch wohl durch solche Unerapfiden, frz. apsides transversales, ersetzt; s. d. Art. Kleeblattgrundriß. Nicht eigentlich als O. zu betrachten ist ein hier u da am Westende befindlicher Querbau romanischer Kirchen, wenn er nicht wie bei S. Antonino in Piacenza das Q. einer vor Umkehrung der Orientirung, also vor 420, mit westlich liegender Apsis errichteten, später (S. Antonino um 924) im Westen mit einem Eingang, im Osten mit einer neuen Apsis versehenen Kirche ist; s. d. Art. Basilika und Kirche.