Chrismon, auch Crismon, ein eigentümliches Zeichen, welches bis ins 13. Jahrh. am Anfange königl. und kaiserl. Urkunden, in ältern Zeiten auch noch vor den Unterschriften des Königs und des Kanzlers zu stehen und ursprünglich aus tironianischen Noten (s. d.) gebildet zu werden Püte welche eine Anrufung Christi enthalten. Als die Kenntnis dieser Noten schwand, wurde das Zeichen durch willkürliche Schnörkel gebildet; aber allmählich trat in demselben in Erinnerung an seine Bedeutun als Grundform ein C hervor, das zuweilen au durch die griech. Buchstaben X vom Namen Christus oder, besonders in Spanien und Sicilien, durch ein einfaches Kreuz ersetzt wurde.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 349Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei