FeedRammbür
TechnikBau-Lexikon 1881

Rammbür, Rammblock, Rammäloß, m. (Wasserb.), frz. mouton, bélier, billot m. de batte, engl. ramm-block, rammer, rammerlog, monkey, s. Bär 1. und Ramme. einer Hubhöhe von 1,% m. mit 14—15 kg. auf jeden Arbeiter. 1. Ingramme oder Lauframme, franz. sonnette 2 tiraude, engl. common ram, ringing pile-engine. a) Zugramme mit einfacher Läuferruthe. Fig. 2910 u. 2911; der Rammblock hat an der hintern Seite oben zwei u. unten zwei durch Armringe an ihn befestigte Arme, Ohren, Hörner, Tatzen, am besten aus Weißbuchenholz, womit er an einem in der Vorderschwelle a stehenden senkrechten Balken (Läuferruthe, Vorderruthe, Führer) b anliegt, der durch die Streben od. Richtstützen o in seiner Lage erhalten wird, u. mit derselben u. der Schwelle das Rammgestelle bildet. Den Fuß der Rammmaschine bildet das Rammgerüst, im engern Sinn franz. sonnette, aus vier Balken, Vorder⸗, Hinter⸗ u. zwei Seitenschwellen bestehend; der Raum zwischen diesen vier Schwellen heißt quer durch den Klotz gesteckt sind. Die Läufer sind durch sich Zangen neben der Scheibe mit einander verbunden. Die er Scheibe selbst ruht auf Riegeln zwischen den Läuferköpfen fäll und den Hinterruthen, deren eine als Leiter dient. Der mii Rammklotz kann, bes. wenn er von Gußeisen ist, auch statt dur der Arme auf beiden Seiten vorstehende Rippen, Federn, od. Spunde haben, die in entsprechenden Nuthen der Läufer des (dann Streichpfosten genannt) laufen. — Bei beiden Arten ran der Zugramme wird der Pfahl durchein Bindetau, Flohr tau od. eine Kette in der gehörigen Fig. 2912 Stellung erhalten. AufKommando 9.— des Schwanzmeisters, franz. enrimeur,engl. conductor, ziehen alle Arbeiter zugleich den Block hoch u. lassen ihn gleich fallen; es heißt eine Reihe solcher Schläge Hitze (s. d.). Um schwere Pfähle auszuheben, bringt man einen Balken, Trietzkopf, über den Läufern an, der nach hinten geht u mit einer Rolle versehen ist; man leitet über diese Rolle das an den Pfahl geschlungene Tau, Pfahltau; dies geht hinten herab nach einer Winde, Spille, die an den Hinterruthen befestigt ist, so daß beim Aufwinden des Taues mit der Winde der Pfahl gehoben wird. Ist ein Pfahl bis zu den Tiefe eingeschlagen, daß der Klotz denselben nicht mehr erreichen kann, so setzt man auf den Pfahl einen am untern Ende mit einem Zapfen in den Pfahlkopf eingehenden Block, pieu, engl. pile-block. — 2. Kunstramme, Hakenramme, Haspelramme, Klinkenramme, Fallwerk, franzsonnette à déclie, engl. pile-driver with pincers. Wie aus der oben angeführten Formel hervorgeht, kann durch Vermehrung der Zughöhe die Leistung der R. erhöht werden. Die Leistung der Arbeiter aber wird durch Anwendung einfacher Maschinen erhöht. Auf diesen beiden Wahrheiten beruht die Erfindung der Kunstramme, deren Darstellung in Fig. 2912—2914 keiner weiteren Erklärung bedarf. Der Block hat an der Seite Nuthen, mit denen er auf entsprechenden Schienen läuft, die innerlich an die Läufer angebracht sind. Das Tau ist nicht unmittelbar an den Rammklotz, sondern an einen starken Haken, Auslösehaken, Klaue, der in die Krampe des Rammklotzes eingreift, befestigt. Dieser Haken hat nach hinten einen Schwanz, mit welchem er, bis an den oberen Theil des Läufers gezogen, an den Quer⸗ Zig. 2914. Kunstra riegel der Läufer anstößt, so daß der Haken sich nach hinten niederdrückt und vorn aus⸗ mi hebt, worauf der Klotz niederfällt. Stellung und Gestalt der Klaue, sowie die Art, wie das Ausheben bewirkt wird, sind sehr verschieden; in unserer Zeichnung ist die unter Re dem Namen Scherenhaken bekannte Form angenommen. Die Arme der Schéeren haben am unteren Ende Haken, am oberen Rollen, mit denen sie auf den Schienen der der Läufer aufwärts gehen, also oben, wo diese Schienen sef näher zusammentreten, sich einander nähern, wodurch h die Schere unten öffnet. Der Auslösehaken ist, damit dem Klotz herab folgt und wieder in denselben einllt, mit einem Fallblock versehen. Dies hat der Rammister od. Einhänger, frz. enrayeur, zu kontroliren. Statt rch eine Haspel kann auch durch Flaschenzüge, Winden „Treträder, durch Pferde, Dampfkraft etc. das Anziehen

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 14Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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