FeedReitweg
VerkehrBau-Lexikon 1881

Reitweg m. Im allgemeinen giebt man den Ren zweckmäßig eine Breite nicht unter 3 m. und legt dieselben um 10—12em. erhöht und mit Bordsteinabgrenzung gegen die parallel laufende Bahn für Fuhrwerk an. Schüttung aus gewöhnlichem feinkörnigen Sand genügt den Anforderungen an solche Anlagen nicht; auch die Verwendung von mehr grobkörnigem Sand oder Kies ist unzureichend befunden worden, da auch diese bei trockener Jahreszeit zu viel Staub aufwirbeln und dadurch den anderweiten Verkehr belästigen. Man hat Versuche mit einer Mischung von Ziegelbrocken — Bauschutt — mit Hat eine Ellipse die Halbachsen a und b, wobei a größer Mit Hülfe dieser Formel ist allerdings jede Kurve rektifiziren, aber nur in wenigen Fällen kommt man auf die gewöhnlichen bekannten Fun ktionen. Ausführbar ist Kies angestellt, aber gefunden, daß Re aus diesen Materialien zwar viel weniger staubig sind als solche aus Sand oder Kies, daß sie aber in der Oberfläche zu uneben werden und die Hufe der Thiere dann leiden. Aus Wien haben wir folgende Angaben über die Herstellungsweise der R.e erhalten: Für den Körper des Rles wird eine 17 em. tiefe Aushebung gemacht und auf deren Sohle eine Kiesschicht von 7 cm. Stärke ausgebreitet, der Rest der Aushebung wird mit einer innigen Mischung aus Gerberlohe (Abfällen), Sägespänen und Sand ausgefüllt. Diese drei genannten Materialien sind zu gleichen Raumtheilen zu mengen. Es sind nach diesem Rezept in neuerer Zeit in Hamburg Reitweganlagen ausgeführt, welche nach jeder Richtung hin befriedigen. Wird bei trockenem Wetter öftere Sprengung nicht vernachlässigt, so hat man einen R. von passender mittlerer Festigkeit und Ebenheit in der Oberfläche, auf welchem Staub so gut wie gar nicht erzeugt wird. In Württemberg hat sich folgende Anlage bewährt: Zunächst wird der Grund 18 em. tief am Rand zu beiden Seiten ausgehoben und mit entsprechender Wölbung versehen. In dieses Bett wird eine Schotterschicht von nußgroß geschlagenen Steinen, von ca. 12 . Stärke, aufgebracht, festgepritscht oder mit einer Handwalze mehrere Male überfahren. Auf diese Grundschicht wird eine zweite von Straßenabraummaterial, welches mit so viel Wasser gemischt und so zubereitet wird wie der Thon, zur Bereitung von Ziegelsteinen ausgebreitet u. sodann noch im feuchten Zustand mit erdfreiem groben Sand oder feinem Kies übertragen und mittels der Handpritsche festgelugt od. mit der Walze festgefahren. Zum Gebrauch für Fußgänger braucht die Schottergrundlage nur eine Dicke von 15 em. zu haben. Keinesfalls dürften dergl. Wege dem gemeinschaftlichen Zweck für Fußgänger u. Reiter dienen.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 35Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 11

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Verkehr 6