FeedAbtrittsrohr
TechnikBau-Lexikon 1881

Abtrittsrohr, n., Abtrittsschlot, m., Abtrittsschlotte, k., Abtrittsschlauch, m., frz. tuyau, m. de chute, chausse, f. d'aisance, engl. soil-Ppipe, cess-pipe, cess-tubée. a) die viereckigen hölzernen Abtrittsrohre, od. Schlotten, e, Fig. 33 fertigt man gewöhnlich aus zusammengespündeten, inwendig getheerten od. verpichten Pfosten von Kiefern⸗ od. Eichenholz. Bei quadratischem Querschnitt sind sie inwendig niemals unter 28 em. weit anzufertigen; die Pfosten sind 3 em. stark und werden durch Gebinde, ü, Fig. 38, von zusammengeschraubten Eisenschienen zusammengehalten, welche nicht weiter als 1½ m. von einander entfernt sein dürfen; diese hölzernen Schlotten bedürfen aber häufiger Reparaturen und nehmen sehr viel Platz weg. b) Runde hölzerne, aus langen schmalen Dauben vom Böttcher angefertigt und mit eisernen Reifen beschlagen, brauchen zwar weniger Platz als die vorigen, bei demselben Quadratinhalt des Querschnitts, bedürfen auch nicht so häufiger Reparaturen, sind aber ziemlich theuer. c) Runde gußeiserne Schläuche, e, Fig. 34, bieten große Widerstandsfähigkeit gegen gewaltsame Zerstörung dar und sind in der Anschaffung nicht sehr theuer, aber sie oxydiren stark u. werden daher bald vom Rost durchgefressen. Vielerlei Anstriche wurden fast ohne Erfolg zu ihrer bessern Konservirung versucht; am besten hat sich hierbei der Asphalttheer bewährt; die Emaillirung aber, die allerdings sichersten schützt, macht sie sehr theuer. liglit / mothes 18815d1/0046 d) Ilcierne Sch läu ch ewerden von den hier vorkommenden Säuren wenig angegriffen, bieten daher sehr lange gleich zeigt, wie die im Bodenstein angebrachte Wassersperre es der durch das Hauptrohr aufströmenden verderbten Luft unmöglich macht, durchzudringen. So weit sind die Vortheile dieselben, wie bei allen Wasserschlüssen, aber die Unbeweglichkeit der ganzen Vorrichtung bedingt ein häufiges Reinigen mit einer krummen Handschaufel, Ausspülen mit Wasser u. s. w. g) Thönerne Abtrittsröhren wurden zwar anfangs hier und da, wo sie angewendet waren, wieder abgeschafft; dies kam aber weniger daher, weil sie an sich unpraktisch wären, als daher, daß sie nicht gut gearbeitet waren; sie müssen nämlich sehr scharf gebrannt, innerlich mit einer starken, dauerhaften und gleichmäßigen Glasur versehen sein und sich nach unten, wie die bleiernen und runden hölzernen, etwas erweitern, auch von außen durch eine Verschalung vor Beschädigungen gesichert werden, sind aber sehr billig und nehmen wenig Platz weg, haben sich daher auch große Geltung verschafft. Man sollte sie nicht unter 20 cmm. Durchmesser im Lichten anwenden und die Stöße nicht anders als mit Cement verkitten. h) Gläserne Röhren bieten gegen die Einflüsse der Säuren und das Anhaften des Kothes die größte Sicherheit, haben aber zu geringe Dauer gegen zufällige Beschädigung. Die Konstruktion ist, mit Variirung der Wandstärken, dieselbe wie bei gußeisernen u. thönernen; s. übr. d. Art. Abtritt ö.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 34Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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