noch jetzt zu Wasserleitungen, sowie als Brunnenröhren, zu Jauchenpumpen etc. Für Wasserleitungen sind sie einestheils insofern zu empfehlen, als der Frost schwereindringt dann einbohrig, zweibohrig etc. Zuletzt wird das eine Ende mit dem Maulbohrer zu einem Trichter, Röhrenmaul, erweitert und in dasselbe dann das entsprechend zugespitzte Ende, der Schwanz, der nächsten R. gesteckt. Doch fügt man die Ran auch stumpf an einander, wobei die Dichtung und Befestigung durch doppelt zugeschärfte Ringe, sogenannte Buchsen, geschieht, die beiderseits in das Hirnholz eingetrieben werden. Die Holzwandung macht man gern eben so stark, als das Bohrloch weit ist. Man verwendet meist Eichen⸗, Kiefern⸗„Tannen⸗ od. Erlenholz; das Eichenholz hält zwar am längsten, giebt aber dem Wasser auf geraume Zeit einen süßlichen Geschmack. — 2. Kupferne Ran werden bes. bei Warmwasserheizungs-Ren, bei Badeanstalten, kurz da angewendet, wo ein anderes Metall zu schneller Oyydation unterworfen sein würde; sie halten sehr lange. Die Oxydation schreitet, wenn sich einmal eine Oxydkruste gebildet hat, sehr langsam vorwärts, aber sie sind für die meisten Zwecke zu theuer. — 3. Eiserne Rin Gegossene sind sehr spröde, gewalzte aber sehr dauerhaft. Blechröhren finden bes. für Fallrohre re. Anwendung. Das Wasser wird in Eisenröhren leicht gelb gefärbt, schmeckt nach Rost, hat abführende Wirkung, erzeugt in der Wäsche Rostflecken etc. Man versieht daher die Eisenröhren innerlich mit einem Ueberzug von Theer, Firniß oder Pech, besser noch von Email. Für eiserne sowie für alle Rin mit innerem Druck bestimmt sich die Wandstärke Win Zollen (da die Fabriken fast alle noch nach altem Mäß rechnen) nach der Formel W 620 +e, wobei d der innere Durchmesser, p der Druck pro Zoll Rohrwandung in Pfunden, kaber der im Art. Festigkeit in der ersten Rubrik der Tabelle aufgeführte Werth ist. Steigt jedoch d über eine Atmosphäre, so tritt die Formel ein: nimmt man dabei für Eisenblech und Schmiedeeisen ⸗ / Zoll, sür Gußeisen /, für Messing ½/ für Zink und Kupfer = ½, für Blei = /8, für Holz und gean. Für Ran mit kußerem Drutt von uAtmosphtren gilt die Formel W = d 8 — — wobei E aus der Tabelle im Art. Elastizität zu entnehmen ist. Demnach gung eiserner Rin geschieht entweder durch Einschiebung des einen Röhrenendes, des Halses, in einen am Ende der nächsten R. angegossenen Kopf oder durch Ueberschiebung von Muffen od. durch Verschraubung angegossener Flanschen, u. überdies durch Verkittung, resp. Ausgießung mit Blei oder Zinn. Blechröhren werden, um sie gegen Rost sicher zu machen, äußerlich getheert, dann mit Werrig umwickelt und mit einem Ueberzug aus Bitumen, Kalkerde, Sand u etwas Harz versehen, indem man sie über den auf einem Tisch ausgebreiteten gekochten Brei rollt; innerlich werden sie miteiner mehr Bitumen enthaltenden Mischung gestrichen. Ueher das Verfahren, Blechröhren mit einer Verglasung zu versehen, s. d. Art. Eisen. Vergl. auch den Art. Ausgleichungsröhren. — 4. Bleierne Ran, s. d. Art. Bleiröhren. — 5. Steinerne Ran steckt man in einander und verkittet sie mit Kitt, aus gutem Firniß, gesiebtem Ziegelmehl, ungelöschtem Kalk und etwas Bleiasche bestehend. In ihnen hält sich das Trinkwasser meist sehr gut. Ueber ihre Herstellung s. d. Art. Steinbohrmaschine 6. — 6. Irdene Ren von gebranntem Thon; über ihre Herstellung s. d. Art. Thonröhren; sie sind meist 50—56 em. lang, an dem einen Ende mit so weitem Hals versehen, daß die nächste R hineingesteckt werden kann, oder auch glatt, so daß eine Muffe über die Fuge geschoben wird, u. entweder bis zur Verklinkung gebrannt oder inwendig glasirt; die Zwischenräume zwischen Hals u. Kopf oder zwischen dem Rohrende und der übergeschobenen Muffe verstopft man ringsum mit Werrig, das in Unschlitt und Pech getränkt worden, und gießt sie dann durch ein in der Muffe oder in der Verstopfung gelassenes Loch mit Cement aus. Irdene Rin halten den Druck des Wassers nicht leicht aus, wenn die Leitung in eine bedeutende Tiefe hinabgeht. —7. Zinku. Messingröhren re.; s. die das betr. Material behandelnden Art. — 8. Cementröhren; s. d. Art. Cementröhren. — 9. Rin von asphaltirtem Papier. Endloses Papier auf Holzrollen gewickelt, dabei mit eingedicktem Steinkohlentheer überzogen und von außen mit Sand bestreut, abgezogen von der Holzrolle u. mit Theer innerlich getränkt. Sie sollen einen Druck aushalten von 120 Kg. auf den Zoll, bei 6“ Weite und /“ Wandstärke, und sogar für Gasleitung brauchbar sein. Versuche müssen erst noch das Weitere ergeben. — 10. Alle diese Ren müssen so tief gelegt werden, daß sie nicht durch den Frost leiden; bei über Berg u. Thal gehenden Röhrenleitungen müssen die im Thal liegenden Rin stärker sein; bei quadratischem Querschnitt ist es besser, die Röhre so Ozu verlegen, als so , weil bei ersterer Lage der Schlamm leichter mit abläuft. Vergl. auch d. Art. Asphalt XV. II. R.nu zu Ableitung sehr unreinen Wassers, also für Abtritte, Goßsteine, Beischleusen re. Am besten ist hierzu der sehr scharf gebrannte Thon; Zink wird zwar vielfach verwendet, hat aber eine sehr beschränkte Dauer, ebenso getheertes Holz; s. übr. d. Art. Fallrohr, Abtritt, Goßstein, Aalen, Schleuse re. III. K.n für Ableitung von Brodem, Rauch etc.; s. d. Art. Rauchröhre, Schornstein, Dunstrohr, Brodemfang etc. IV. R.n für Dampfheizung, Gasleitung etc. am besten aus Eisen gewalzt; s. d. Art. Heizung, Gas etc. Neuerdings hat IEK RG O Universitätsbibliothek man Versuche gemacht mit Rn zu Wafser⸗ u. Gasleit VI. S. v. w. Kochröhre, Ofenröhre; s. d. betr. Art. VII. Bezüglich der Herstelung unterscheidet man: 1. Gedrückte od. gepreßte Ren, frz. tuyau repoussé, tuyau par compression, engl. compression-tube. — 2. Gezogene R.n, frz. tuyau étiré, tiré, engl. dravn tube. — 3. Gewalzte Ren, franz. tuyau cylindré, engl. rolled tube.— 4. Gehämmerte R.n, frztuyau martelé, engl. Bammered tube. Die ersten werden auf Maschinen bereitet, u. zwar werden eiserne bes. häufig gewalzt, thönerne und bleierne gezogen, blecherne gedrückt od. gehämmert. — Gehämmerte Messingröhren z. B. stellt man folgendermaßen her: Die gegossene, etwa 90 em. lange u. im Metall 12 . oder darüber starke Röhre wird in eine Maschine gebracht, wo sie auf einem kurzen horizontalen Stahldorn steckt. Die Verlängerung des Dorns wird durch eine Eisenstange gebildet, welche länger ist als die fertige R. Diese Stange geht durch die Rhindurch u. gestattet deren Fortbewegung in der Längenrichtung, während der Dorn unheweglich ist. An der Stelle, wo der Dorn sich befindet, wird die R.äußerlich gut unterstützt. Oberhalb der Unterstützung befindet sich ein Fallhammer, welcher etwa 300 Schläge in der Minute ausübt. Dieser Fallhammer wird zuerst mit einer schmalen, abgerundeten Bahn versehen, um die Streckung der R. bis zur erforderlichen Länge resp. Wandstärke auszuführen, wobei der Dorn als Amboß dient. Während der Wirkung des Hammers wird die R. langsam um ihre Achse gedreht und in der Längenrichtung verschoben, so daß die Hammerschläge in einer engen Schraubenlinie von einem Ende der R zum andern wirken. Um das Rohr zu glätten, wird an die Stelle der schmalen Bahn eine breitere in den Hammerkörper eingesetzt, wodurch man die Oberfläche gleich der eines gezogenen Rohres erhalten kann. VIII. Corricelli'sche K.n, s. Barometer. IX. R. heißt auch a) der Hohlmeißel oder Schrotmeißel der Drechsler; b) die Vordernabe der Wagenräder.