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BaukunstBau-Lexikon 1881

Richtschmaus, hebeschmaus, m., nach vollendetem Aufstellen des Dachwerkes veranstaltete Festlichkeit für die betheiligten Bauhandwerker, in der Neuzeit häufig nur in einer Geldspende bestehend, je nach Größe und Bedeutung des Baues sehr verschieden arrangirt; in vielen Gegenden Deutschlands aber hat sich die alte Form noch erhalten. Nach Abfingung des Liedes „Nun danket Alle Gott etc.“ wird der letzte Sparren aufgebracht, dann hält der Zimmerpolier eine Rede, welche mit Toasten auf den Landesherrn, die Ortsobrigkeit, den Bauherrn, die Meister, die Gesellen, Arbeiter re. schließt, worauf der Bauherr antwortet. Dann vereinigt man sichzu einemSchmaus, dem Tanz folgt. Das Ganze ist oft mit vielen Zunfteeremonien ausgeschmückt.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 47Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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