Schlafsälen benutzen. Der Direktor Oekonom, einige der unverheiratheten Pflegerinnen der Kinder etc. müssen Waisenhaus selbst erhalten; ebenso sind ein Waschhaus, Rollkammer, Plattstube und nöthig, um die Mädchen in häuslichen in Gewerbsarbeiten zu unterrichten. Kleinkinderbewahranstalten und Spielschulen. Betsäl und getvennt oder vereinigt, Küche u. kleine Spielgarten u. Wohnung der Pflegerin oder Ausstattung u. genügende Größe, sowohl wie des Gartens, sind Haupt-Besserungsanstalt für verwahrloste Kinder. der Regel kleiner, namentlich muß Uebersichtlichkeit u. vollständige Verschließbar-Garten, fvei von aller Zugluft, mit schatsonnigen Plätzen, ein Trockenplatz, Wasch188456d4/0174 u. Platträume re, sind nicht zu entbehren. g) Dorfschulen. Die Klassen sind nach 1. a.einzurichten, doch fälltleider häufig der Fest⸗ u. Betsãl weg, sowie auch die Lokale für Bibliothek u. Sammlungen. Bei Dörfern ohne Kirche tritt allerdings dafür eine Kapelle hinzu. Die Wohnung des Lehrers befindet sich neben oder über den Klassen; die Schule wird meist möglichst nahe an Kirche und Pfarre errichtet. 2. Schulen für Halberwachsene. In den Klassen rechnet man 0,3 —1,% qm. pro Schüler inel. Gang. Die Schreibtafeln müssen mindestens 57 em. breit sein, die Bänke 36 em., übrigens wie unter 1.; s. auch d. Art. Bank. Besondere Erfordernisse sind: a) Bei Realschulen. Außer den Klassenzimmern sind nothwendig: Lokale für Sammlungen, Laboratorien für Unterricht in der Chemie und Physik, Zeichnensäle (1, —1, Am. pro Schüler, Schemel statt der Bänke, Tafeln von 0,%½ m. Minimalbreite) Sal mit Hobelbänken, Drehbänken etc. zum Unterricht im Modelliren etc., bei Aufnahme von Alumnen, ebenso wie bei allen Alumnen die nöthigen Schlafsäle, höchstens für je 20, Wohn⸗, Speise⸗ u. Arbeitszimmer für je 10 Schüler, Wohnung für einen verheiratheten und einige unverheirathete Lehrer oder Inspektoren, Turnsaäl, großer Garten etc. b) Gymnasien, Kloster- und Fürstenschulen. Aehnlich wie a, nur können die Laboratorien wegfallen und dafür ein Musiksäl eintreten. Die Arbeitssz zimmer sind in den höheren Klassen für eine kleinere Anzahl (1—4 Schüler) einzurichten. Die Inspektorenzimmer müssen zahlreicher sein. Karzer, Fechtboden, bedeckter Spaziergang, Kapelle etc. kommen noch hinzu. 3. Schulen fürErwachsene(Akademien). In denKlassen rechnet man 1,½ —1½ àm. pro Schüler inel. Gang. Die anderen Dimensionen entsprechend. a) Gewerbschulen, polytechnische Schulen, Realgymnasien u. dergl. Zu den Anforderungen an eine Realschule kommen hier noch vergrößerte Laboratorien und Modellirsäle, Bibliothek mit Lesezimmer, Lokal für Modellsammlungen, Observatorium etc. Bei den polytechnischen Hochschulen treten ganz dieselben Anforderungen auf wie bei Universitäten, ja es kommen dazu noch mechanische Laboratorien, Zeichnensäle u. andere sonstige Einrichtungen der Kunstakademien. b) Seminar, ungefähr wie ein Gymnasium, aber es ist nicht so strenge Uebersichtlichkeit nöthig, auch fällt meist der Fechtboden weg. Bibliothek und Lesezimmer darf nicht fehlen, je 2 Schüler erhalten zusammen ein Wohn⸗ und Arbeitszimmer. Schlafsäle höchstens zu 10 Betten. e) Kunstschulen; s. d. Art. Akademie; Wohnungen für Schüler kommen selten vor. d) Forstakademien. Außer den unter a und b gedachten Erfordernissen ist nöthig: ein großes Lokal für Aufstellung der forstwirthschaftlichen Sammlung, welche große Klötze als Holzproben etc. umfaßt, und ein Garten mit Baumschule, Schießstand, Reitbahn etc. a) Militärschule, s. d. Art. Kadettenhaus; nöthig sind Reitbahn, Exerzierhaus und Fechtboden. k) Landwirthschaftliche Akademien. Außer den unter a u. b gedachten Anforderungen sind nöthig: Reitbahn, Bahn zu Fahrübungen, Lokal zu botanischen Sammlungen, chemisches Laboratorium, Modellsäl für landwirthschaftliche Maschinen, Zeichnensäl, Garten mit Baumschule, Obstschule u. Veredelungsstätte, auch sonst zu landwirthschaftlichen Versuchen eingerichtet, ist kein der Anstalt zu Gebote stehendes Rittergut od. dgl. in der Nähe, so muß die Anstalt selbst mindestens einige kleine Felder u. Wiesen pachten und bewirthschaften, auch das dazu gehörige Vieh halten. g) Aniversität. Ein Universitätsgebäude enthalte: die Aula zu großen Festen, Versammlungen etc., außerdem die Aulen oder Hörsäle für die Kollegien, von verschiedener Größe, Lokale für Bibliothek, naturhistorische Sammlungen, ein anatomisches Theater (s. Anatomiegebäude), chemische u. physikalische Labora-SISLIortiEK HEIDOELBERG O Universit torien, archäologisches Kabinet, Kabinete für die Professoren, ein Versammlungslokal für den akademischen Senat, Lokal für das Universitätsgericht, eine Kanzlei für das Universitätsrentamt, ein Konviktorium nebst zugehörigen Wirthschaftsräumen u. Wohnung des Oekonomen, Wohnungen der Pedelle und des Universitätsprofoßes, in deren Nähe die Karzer. Viele Untversitäten haben eine besondere Kirche nebst Wohnungen für die Prediger, Organisten und Küster. Die äußere Architektur von Schulgebäuden sei zwar ernst u. einfach, aber nicht düster, neige sich eher zum Freundlichen hin. Kinderschulen bese sollten ein auf das kindliche Gemüth anlockend wirkendes Aeußere haben. Die Schulen für Erwachsene müssen hingegen ernster und würdiger, ja in den Verhältnissen sogar großartig gehalten werden. Ferner müssen alle Schulen monumental gehalten sein und sich von Wohnhäusern durch eine gewisse Würde der Erscheinung unterscheiden.