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HimmelskundeBau-Lexikon 1881

Schwere, f., auch Schwerkraft, frz. gravité, pésanteur, 1.„engl. gravity, das allen irdischen Körpern eigenthümliche Bestreben, sich dem Mittelpunkt der Erde zu nähern. Die Ursache der S. ist eine wechselseitige Anziehung aller materiellen Körper auf einander; also wirkt streng genommen auch jeder fallende Körper anziehend auf die Erde, in deren Folge die Erde sich ihm nähert; da jedoch die Masse aller irdischen Körper verschwindend klein gegen die Masse der Erde ist, so kann man sich dies so denken, als ob die Erde allein anzöge. Die Intensität dieser anziehenden Kraft der Erde nimmt ab mit dem Quadrat der Entfernung vom Erdmittelpunkt. Newton hat gezeigt, daß die Körper des Sonnensystems durch anziehende Kräfte, welche alle Körper auf einander ausüben, in ihren Bahnen erhalten werden. Man nennt diese Kräfte 1) die algemeine Schwere oder Grapitation. Ueber die Art und Weise dieser Bewegung, des sogen. freien Falles, s. d. Art. Fall. Der Fall ist, abgesehen von den Hindernissen der Bewegung, wie Luftwiderstand etc., an allen Orten eine gleichfürmig beschleunigte Bewegung; die Beschleunigung der S. g (d. Art. Fall) ist zugleich ein Maß für die Intensttät der S., und es würden im luftleeren Raum an demselben Ort alle Körper gleich schnell fallen. Dagegen ist die Größe verschieden für verschiedene Punkte auf der Erdoberfläche. Man hat gefunden, daß, während g die Beschleunigung der Die Beschleunigung der S. nimmt somit von den Polen nach dem Aequator zu ab. Die Ursache hiervon ist sowohl die Abweichung der Erde von der Kugelgestalt, als auch die Centrifugalkraft, welche bei der Umdrehung der Erde entsteht und am Aequator am größten ist (ava 5.— Die Richtung nach dem Erdmittelpunkt, in welcher ein Körper fällt, zugleich Richtung der Schwerkraft, wird mit Hülfe des Bleiloths gefunden. Sobald sich dem freien Fall ein Hindernis, etwa ein feststehender Körper, entgegenstellt, so üben die Körper auf diesen einen Druck aus, welcher wohl auch 2) ihre Schwere, Eigenschwere, genauer ihr Gewicht, frz. poid, engl. weight, genannt wird. Das Gewicht G ist abhängig von der Masse M, d. h. von der Menge der in den Körpern enthaltenen Materie, und von der Beschleunigung der S., daher setzt man: & Mg.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 178Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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