FeedSeilmaschine
TechnikBau-Lexikon 1881

Seilmaschine, f. franz. machine f. funiculaire, engl. funleular machine, machineofstrings (Mech.), ein Seil od. eine Verbindung von Seilen, an welchen Kräfte wirken. An dem Angriffspunkt jeder Kraft erleidet das Seil eine Aenderung seiner Richtung oder bildet einen Winkel; derselbe heißt ein Knoten und ist entweder fest od. beweglich. Die Kraft, welche ein Seil in der Richtung seiner Achse fortpflanzt, heißt die Spannung desselben; die Spannungen an den Enden eines Seilstückes sind gleich u.Pentgegengesetzt. — Gleichgewicht findet an einer S. nur statt, wenn es an jedem einzelnen Knoten eintritt, d. h. wenn sich in jedem Knoten die Spannungen der beiden dort zusammentreffenden Seilstücke und die wirkende Kraft das Gleichgewicht halten. Bei einem losen Knoten sind in der Gleichgewichtslage die beiden Seilspannungen gleich; der Knoten wird daher so lange verschoben, bis die Kraft den Winkel der beiden Seilstücke halbirt. Ein an verschiedenen Punkten von Kräften ergriffenes Seil bildet ein Vieleck, welches man ein Seilpolygon, frz. polygone funiculaire, nennt; die an demselben angebrachten Kräfte müssen der Artsein, daß sie sich, wenn man sie nebst den beiden Spannungen u. den Endstücken in einem Punkt parallel zu sich selbst zusammenbringt, das Gleichgewicht halten.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 187Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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