FeedEyth (Max)
TechnikBrockhaus 1882

Eyth (Max), vielgereister Ingenieur und Schriftsteller, geb. 6. Mai 1836 in Kirchheim unter Teck (Württemberg), wo sein Vater, Eduard E., namhafter Theolog und Dichter, damals Oberpräceptor war. Von diesem sowie von der gleichfalls schriftstellerisch begabten Mutter, Julie CE., geborene Kapoll, erhielt er eine vortreffliche, Geist und Herz zugleich berücksichtigende Erziehung. Seine erste Ausbildung genoß er in Schönthal, wo sein Vater seit 1841 als Professor, später Ephorus, am theol. Seminar wirkte. Die schon früh in —. entwickelte Neigung zu mathem. Studien veranlaßte ihn zum Eintritt in das Polytechnikum zu Stuttgart, wo er sich von 1852 bis 1856 dem Fachstudium des Maschinenbaues widmete und den regelmäßigen Kursus der Anstalt absolvierte. Von 1. aus trat er als praktischer Ingenieur in die Maschinenfabrik von Kuhn in Berg-Stuttgart ein, in welcher er sowohl am Schraubstock als am Zeichentisch thätig war. In der Absicht, seine technische Ausbildung in weitern Kreisen zu vervollständigen, ging er 1861 nach England und wurde dort mit John Fowler bekannt, der in demselben Jahre in Leeds seine in der Folge so bedeutende Dampfpflugfabrik gründete. Im J. 1862 vertrat C. diese Firma auf der londoner Weltausstellung. Zu Ende desselben Jahres zum Zweck der Einführung der Dampfkultur auf einer Reise nach Ostindien begriffen, wurde er durch Verhältnisse in ¹* festgehalten und brachte hier vier Jahre als Oberingenieur Halim Paschas zu, während welcher Zeit ihn namentlich die Dampfkultur und das Bewässerungswesen des Landes beschäftigten. Geschäftliche Reisen nach Syrien und Palästina unterbrachen diese Periode, die mit dem Erfolg der Paschn ih des Vizekönigs Ismael gegen Halim ascha ihr Ende erreichte. Im J. 1866 kehrte E. nach England zurück, um wieder in das Fowlersche Geschäft einzutreten, mit welchem er auch in Agypten in fortwährend thätiger Verbindung gestanden hatte. Nachdem ein Belgier De Mesnil die Idee efaßt hatte, die in dem genannten Etablissement fur den Betrieb der Dampfpflüge konstruierte Klappentrommel für die Seilschiffahrt anzuwenden, erhielt E. den Auftrag, dieses Projekt nach seiner technischen Seite hin zu entwickeln. Die Folge war für ihn ein zweijähriger Aufenthalt in verschiedenen Teilen der Vereinigten Staaten, welcher teils der bezeichneten Aufgabe, teils der Einführung der Dampfkultur in Amerika gewidmet war. Nach Curopa zurückgekehrt, war E. in ähnlicher Weise in Deutschland, Osterreich, Belgien, Rußland, Rumänien, Italien, sowie in Algier und der Türkei thätig; in der Folge wurde er veranlaßt, Westindien mehrmals, sowie Peru und Californien auf längere Zeit zu besuchen. Auf allen diesen Reisen bestand seine Hauptaufgabe darin, die in England zu immer Rulup Leistungsfähigkeit ausgebildete Dampfultur den speziellen Bedürfnissen der betreffenden Länder entsprechend zu modifizieren. Nach seinem im J. 1882 erfolgten Austritt aus dem Fowlerschen Geschäft zog sich E. ins Privatleben zurück. Die litterarische Frucht seiner Reisen und Berufsarbeiten bildet eine Anzahl von Schriften, unter denen hervorzuheben sind: «Das Agrikulturmaschinenwesen in Agypten » (Stuttg. 1867), das in seiner Art klassische Wanderbuch eines Ingenieurso (5 Bde., Heidelb. 1871—79), On Towingo und Steéel or Iron for Boilerso (beides in Institution of Mechanical Engineerso, Lond.), &On Irrigation in Egypty u. s. w. Von den nicht direkt mit seiner Berufsthätigkeit in Verbindung stehenden schriftstellerischen Arbeiten E.s sind zu nennen: Volkmarv, romantisches Gedicht (3. Ausg., Heidelb. und Landsknechte (Heidelb. 1881); außerdem schrie er eine Anzahl kleinerer Novellen und Gedichte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 498Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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