Splint, m., 1. frz. aubier, aubour, m., engl. alburn, sap, blea, lat. alburnum, auch Spint, so nennt man das jüngere Holz der mehrjährigen Holzgewächse, dessen Markstrahlen noch Saft führen; der S. eines im Frühjahr gefällten Stammes ist feucht u. anders gefärbt als das ältere, sogenannte Kernholz. Er besteht aus sehr dünnen, nicht ausgebildeten und mit fleischartiger Masse umhüllten Fasern. Als krankhafte Erscheinungen findet man a) doppelte Splintlagen, doppeltsplintiges Holz (s. d.). Diese Krankheit steht mit der Kernschälels. d.) in sehr naher Verwandtschaft u. macht das Holz zu technischen Zwecken meist untauglich. Denn solch „splinttodtes“ Holz besitzt eine mindere Dichtigkeit als das übrige reife u. gesunde Holz, u. ist keiner gleichförmigen Austrocknung fähig, daher sich denn beim Trocknen völlige Absonderung der unausgebildeten Holztheile einstellt; s. auch d. Art. Holz u. Kernholz; b) unvollkommener S., der nicht um den ganzen Baum geht; o) eine blau gefleckte, weichere Splintlage etc. Viel stärkeren S. als ausgewachsene Bäume haben junge Stämme im stärksten Wachsthum; ja bei ihnen ist der Kern oft kaum so fest als der S. alter Bäume. Zu einer größeren Festigkeit bringt man den S. bei Eichen, wenn man diese 11½ Jahr vor dem Fällen bis zur Wurzel herab schält; s. d. Art. Abschälen. Mehr als der Kern ist der S. der Verwesung ausgesetzt, auch von geringerer Festigkeit. — 2. engl. splint, splinter, s. d. Art. Spließe in seinen verschiedenen Bedeutungen. — 3. Auch Splinte, l. frz. clavette, engl. forelock, Schleiße, Durchschub, Vorstecker, Schließe, am Schließbolzen, der daher auch Splintbolzen, frz. boulon à goupille, à clavette, engl. forelock-bolt, heißt; s. d. betr. Art. sowie Bolzen u. Anker 7. Bei Mauerankern sind die S.e oft bis 3 m. lang; manche nennen auch S. den kleinen Vorstecker, richtiger Vorstecknagel, der die Schließe am Rutschen hindert. — 4. Hölzerner S., franz. clavette, engl. outter, Ergänzungskeil eines wirklichen od. falschen Zapfens in Form eines Keils; man treibt ihn in ein Zapfenloch neben dem Zapfen oder in den am Ende eines Verbandstückes befindlichen u. in den damit korrespondirenden Schlitz am Ende eines zur Verlängerung des ersten dienenden andern Holzes mit dem Hammer gegen ein anderes festes Stück Holz (einen falschen Zapfen) ein, so daß er verbunden mit diesem fest anschließt.