Stall, m., frz. étable, f., engl. stable, stall, sty, span. cuadra. Stallgebäude erfordern eine trockene Lage; wenn die Eingangsthüren auf der Nord⸗ und Ostseite liegen, werden die Thiere am wenigsten von den Insekten belästigt. Da aber Ställe stets direkte Eingänge haben müssen, so würden sie dadurch leicht zu kalt werden, u. man legt daher die Thüren meist nach Süden oder Südosten. Bei allen Ställen muß man für guten Ablauf der Jauche, aus dem S. sowohl als aus der Büngerstätte, nach derGüllegrube od. Jauchengrube (s.d.) sorgen. Vgl. auch Bauernhof, Hof etc. II. Hferdestall, Marstal, frz. éourie, engl. stable. Pferdeställe seien trocken, im Sommer kühl, im Winter warm. In größeren Ställen werden gewöhnlich die Pferde mit den Köpfen an die Langmauern gestellt; bei kleineren Stallungen ist es aber vortheilhafter, die Stände an die Quermauern zu vertheilen. Größere Stallungen erfordern besondere Geschirr⸗, Knecht⸗, Jutter⸗, Häckselkammern etc. Auch diese müssen womöglich direkte Eingänge vom Hof aus erhalten. Der Dachraum dient als Heuboden und es führt von der Futterkammer eine Stiege zu ihm. Direkte Oeffnungen durch die Stalldecken sind wegen des Verderbens des Heues durch den Dunst entschieden zu verwerfen. — Die Stände werden, wenn sie blos durch Latirbäume (s. d. Art. Barren, Latirbaum, Pilar etc.) getrennt sind, 1½—1,%5 M. breit und 2—3½0 m. lang, je nach der Größe der Pferderasse; wenn sie aber als Kastenstände durch feste Wände getrennt sind, 1½½—2,00 m. breit und 2—3 m. lang gemacht. Den Gang macht man bei einer Standreihe 1,½ 2,4% m., bei zwei Reihen Stünden 2 bis 4 m. breit. Bei größeren Pferdestallungen lege man auch Fohlenställe, 23 /½.—4 A. pro Fohlen, Krankenställe, die womöglich geheizt werden können, Gastställe für fremde Pferdeetc. an. Die Höhe der Pferdeställe betrage nicht unter 3m. je nach Größe der Rasse bis zu 4m. die Thüren sind mindestens 1½½ m. breit und 2,40 m. hoch zu machen. Die Fenster lege man so, daß das Licht den Thieren nicht direkt ins Auge falle, u. 2,4—2,0 m. über dem Fußboden an. hek Heidelberg DFC Für die Ventilation des Stalles dienen sogen. Dunstschläuche, die lothrecht über das Dach aufsteigen, u. durch die Umfassungsmauer ganz dicht an der Decke geführte Luftzüge, welche nach außen zu Ableitung des Kondensationswassers etwas Gefälle erhalten. — Die Decke kann sein: a) Gewölbe, u. dies ist jedenfalls allen anderen vorzuziehen, besonders das aus hohlen Ziegeln konstruirte; man legt es am besten auf eiserne Träger als flaches Tonnengewölbe, die Träger aber auf eiserne Säulen, die zugleich als Pilarstände dienen können. b) Verschalung mit Bretern, am besten Stulpdecke. Wenn die Breter gehobelt sind und ganz gut im Anstrich gehalten werden, halten sie sich ziemlich lange. e) Gestreckte oder halbe Windeldecke. Alle anderen Deckenarten taugen nichts für Ställe. — Fußboden: In den Gängen am besten Ziegelpflaster, rauhe Steinplatten od. Asphalt;: für die Stände sind am besten querliegende Eichenbohlen, 8—15em. stark, von 20 zu 20 em. durchbohrt (2—2½ em. weit), Lager 18—20em. ins Quadrat stark. Fall auf die ganze Standlänge 8—11 em. nach dem Gang zu. Unter den Lagern eine Pflasterung aus harten Ziegeln in Cement oder mindestens unter jeder Reihe Fig. 3228 von Löchern zu Abführung der Flüssigkeit ein kleiner Kanal (Harnkanah, der in einen größeren (die sogen. Brutrinne) mündet. — Krippe. Wenn aus Bohlen gefertigt, seien sie unten 25 Cm., oben 28 —-33 em. weit, 24-28em tief; Länge mindestens 1½½ em., in der Regel abergleich der Standbreite. Oberkante je nach der Größe des Pferdes bis 1½½ m. vom Standboden. Die Krippen können“ hergestellt werden: a) aus 5—8 em. starken Bohlen; die Pferde kauen gern am Holz, deshalb sind hölzerne Krippen nicht zu empfehlen od. mindestens an der Kante mit Eisenschienen zu beschlagen. b) Sandstein etc. versäuert zu leicht. e) Gebrannter glasirter Thon ist in vielen Beziehungen sehr empfehlenswerth, doch schwierig zu befestigen. d) Gußeisen, inwendig emaillirt.7 Solche Krippen sind äußerlich meist 45—50 em. breit, f blos 22 cm. tief und werden in einen Rahmen von 10 cm. starkem Eichenholz eingelegt, s. auch Fig. 3228—3230, e Zeichnung einer Stalleinrichtung für Kutschpferde großen Schlags, aus Harres' „Landwirthschaftliche Baukunst“ z (Leipzig, O. Spamer). Die eingeschriebenen Mäße sind u hessische Fuß u. Zoll. e) Marmor, bes. weißer, ist sehr zu empfehlen. — Den Raum unter der Krippe benutzt man f zu Aufbewahrung von Streu, schließt ihn auch oft durch einen leichten Breterverschlag oder schrankähnlich ab. —f Raufen, Futterbarren. Unterkante 28—37 cm. über 2 der Krippe; a) hölzerne, in Form von Leitern, 7 em. Sprossenweite; b) eiserne, am besten auch leiterförmig, doch d meist in einzelnen Stücken, für je ein Pferd, in der Regel korbförmig, 60 em hoch, 65 om. breit. Die gußeisernen d sind durchaus nicht zu empfehlen. Eine gute Bezugsquelle e für Raufen, Krippen, Jauchenleitungen, Jauchentöpfe, s Geschirrtröge und andere Ausstattungstheile der neuesten s Konstruktion ist A. Benver, Berlin O, Wallstraße 9. II. Rindviehstallungen: 1. Auhstal. Höhe: 2, bis 2 höchstens 3,3% m. im Lichten. Umfassungswände min-h destens 50 om. stark, wenn sie massiv sind. Viele Fleischer behaupten, daß das Vieh in hölzernen Ställen fetter würde als in massiven. Luftzüge über den Fenstern macht man gewöhnlich 50 m. breit, 15—20 cm. hoch durch Klappen verschließbar, doch können sie auch andere Formen haben; besser ist es, sie unmittelbar am Gewölbe anzubringen, so daß ihre Oberkante bündig mit den Intrados ist, u. zwar am einfachsten in Form von 15 em. weiten Thonröhren; ähnliche, etwas weitere, nach unten trichterförmig ausgeweitete Röhren stellt man dann als Brodemessen auf den Gewölbscheitel über dem Gang, und leitet sie bis über das Dach. Die Thüren feien mindestens 1,¾ d. breit u. 2 m. hoch. Fenster 30—75 em. breit und eben so hoch, 1½ m. über dem höchsten Fußboden, auf 5 àm. Grundfläche 1 qm. Fensteröffnung. Zur Decke eignet sich blos Gewölbe oder gestreckter, kein halber Windelboden; ist der —. Fig. 3229. alleinrichtung für Kutschpferde großen Schlags. Futterboden über dem S., so läßt man in der Decke ungefähr von 10 zu 10m. eine Oeffnung mit Fallthüre 0,% bis 1m. ins Quadrat groß; besser noch ist es über jeder Thüre eine Luke für den Futterboden anzubringen, diese etwa 0½% 1„ W., das Dach aber noch ½ m. mehr auskragen zu lassen u. den Fußboden dieses Erkers zum Klappen zu machen. An Nebenräumen sind erforderlich: Futterboden, pro Kuh circa 9 ebm., mit Heuluken zu versehen; Grünfutterschuppen, pro Kuh ca. /½ àm.; ferner Mägde⸗ und Knechtekammern. Die Einrichtung des Sees selbst ist sehr verschieden: a) Langstellung; die Krippen an den Wänden zu beiden Seiten so, daß die Kühe mit den Köpfen nach den Umfassungswänden stehen. Dann benutzt man den Mittelgang zugleich als Mist⸗ u. als Futtergang, es muß also das Futter in jeden Stand hineingetragen werden; dies erschwert aber die Fütterung, ist daher weniger zu empfehlen. Innere Gebäudetiefe 6,4½I — 7½%½ m. b) Langstellung, wobei die Thiere mit den Köpfen gegen einander stehen, mitten durch einen gemeinschaftlichen Futtergang von 1½—2,% m. Breite von einander getrennt. An den Wänden laufen Mistgänge von mindestens 1 m. Breite hin. Gebäudetiefe 8,,½„ —9,%„ m. C0) Langstellung, Mist-Oliothek Heidelberg gelegen als die Stände: der Dünger wird entweder regelmäßig über diesen Gang hinausgeschafft od. bleibt in den Ständen liegen, die Krippen sind dann zum Stellen in die Höhe einzurichten, der S. selbst demgemäß höher zu machen; die Futtergänge an den Seiten 1½ — 1,% m. breit. Nach der Meinung vieler Landwirthe allen anderen vorzuziehen, während andere behaupten, daß das Liegenbleiben des Mistes, wodurch allerdings der Dünger sehr gut wird, die Entstehung der Klauenseuche begünstigt. 8½0—9,3% m. Gebäudetiefe. d) Langstellung in drei Reihen. An der einen Langwand Mistgang von 1,½% m. Breite, dann Stand, mit Krippen 2,%½ — 2,% m., dann Futtergang von 2,% m., Stand von 2, — 2,% m., Mistgang von 1½% bis 2, m., Stand von 2, — 2½% und Futtergang von 1½% m. Breite. Totaltiefe des Gebäudes im Lichten 14,5 bis 15, m. Ein nach diesem System vom Verfasser erbauter S. hat sich gut bewährt. Besonderer Vorzug des Systems ist, daß man, je nach der Individualität der Thiere, sie gemäß System b od. o placiren kann. e) Querstellung, wobei die Krippen nach der Gebäudetiefe gelegt sind. Die Mäße für die Stände sind: für einen Ochsen 1,0 —2, m. lang ohne Krippe, 1, — 1,% m. breit; für eine Kuh 1, — 2,45 m. lang ohne Krippe, 1, — 1½% breit. Fortlaufende Krippen sind weniger zu empfehlen als einzelne. Man fertigt sie am besten von Granit oder von gebranntem Thon (Sandstein säuert leicht), 40 bis 48 em. breit, 55 60 em. lang, 22 —30 em tief, die Oberkante vom Fußboden 70—75 em. hoch. In der Regel werden zwei u. zwei Kuhstände zu einem vereinigt, dann kommt eine Wand von 0,3„ — 1,% m. Höhe; in den Winkeln des so entstandenen Doppelstandes werden die Kühe angebunden. — 2. Jungviehstall; pro Stück 18 àm exel. Gänge. Kälberstall pro Stück 1, — 1, m., zwischen den Ständen 1,20 m. hohe Wände. — 3. Ochsenstall. Auf 30—40 Kühe ein Stier, kann mit im Kuhstall stehen, muß aber einen Stand mit starken, 1. m. hohen Seitenwänden erhalten. Der Ochsenstall u. Mastviehstall wird am besten von dem Kuhstall gesondert, aber nach denselben Regeln angelegt, auch müssen die Krippen wegen der Hörner etwas von der Wand abgerückt werden. Zur Pflasterung eignen sich am besten kleine Kieselsteinplatten oder Ziegelsteine. Dabei muß der Fußboden um 15—30em. über das äußere Erdniveau erhöht werden. Der Kuhhof kann mit der Düngerstätte vereinigt werden, besser aber legt man ihn hinter dem S. als Rasenplatz an; er erhält in beiden Fällen eine Barrière von 1,½ —1,% m. Höhe, womöglich direkten Eingang vom S. aus, und einen Wassertrog. III. Schafstall, franz. bergerie. Die Hauptfront nach Süden; erhält keine Querwände, sondern nur einen möglichst freien Raum. 1. Für Muttervieh u. Lämmer. Der Dünger wird mittels Wagen herausgeschafft, es müssen deshalb die etwaigen Ständer wenigstens 3.aus einander kommen. Thore mindestens 3 m. hoch; in der Langfront von 16 zu 16m. ein Thor. Stallhöhe zwischen 3 u. 3½ m. Der Fußboden, 15—20 em. über dem Erdniveau, erhält eine Sandausfüllung. Die Fenster seien 0,3% — 1½% m. breit, 0,% 0,% m. hoch u. 1,½% — 2,% m. erhöht über dem Fußboden. Etwaige Holzsäulen find rund od. wenigstens achteckig zu machen. Grundfläche auf einen Jährling O, bis 0, m., auf einen Hammel 0, —0, AQm., auf ein Mutterschaf 0, —0,8 ꝗqm. Umfassungswände von Ziegeln nicht unter 45 em.; Lehmwände mindestens 90 em. stark, über hohem Bruchsteinsockel. Luftzüge bei 3,' w. Maximalabstand 55—60 em. lang, 28 - 30 em. hoch. Decke halber oder gestreckter Windelboden. Futter⸗ od. Bodenraum pro Schaf ½¾/ —1 cbm. Raufen sind in der Regel doppelt und in der Mitte des Raumes aufgestellt. Unterkante 45 em. über dem Fußboden, Raufen selbst in Form von 45 em. hohen liegenden Leitern mit 10em. Sprossenweite. Krippen zum Salz 15 em. breit und tief aus Spündebretern. — 2. Die Sprungkammer für den Bock erhalte 1½% m. hohe, Bock. — 3. Krankenstall; Größe 5—7 % des ganzen S.es. — 4. Der Schafhof wird mit Hürden umgeben, mit Gras und womöglich mit fließendem Wasser versehen; s. Schafschwemme, Schäferei etc. IV. Ziegenstall. 0, — 1, qm pro Stück, sonst wie Schafställe eingerichtet. V. Schweineställe. Front nach Mittag, Ausgang nach einem kleinen, mit Mauern eingefaßten Schweinehof. Auf ein Ferkel rechnet man 0,„ —0, Im., auf ein einjähriges Schwein 0, —0, Am., auf ein zweijähriges Schwein bis 1. ꝗm.„bei einzelnen Kothen aber auf ein Mastschwein 13 —2, qm., auf eine Zuchtsau oder einen Kämpen oder Eber 3, —4, àm. Die Höhe betrage 1, — 2,½% m., der Fußboden liege 28— 30 em. höher als das Hofniveau. Man stellt dergleichen Stallungen entweder aus Pfosten oder Blockwänden, besser aus massiven Mauern od. Steinplatten her. Neuerdings giebt man den einzelnen Kothen nicht mehr besondere Decken, sondern theilt sie durch 1½0 bis 1, m. hohe Steinwände oder Bohlwände, nach dem Gang zu durch Eisengitter ab, u. stellt in die Vorderwand dieser Gitter Tröge, die man vom Gang aus füllt u. welche besondere Gitterklappen haben, damit das Schwein während des Einschüttens nicht hinzu kann. Ein jeder solcher Trog sei 30—38 Ccm. breit, 2830 em tief, äußerlich 45—50 em. hoch; für Ferkel 45 em. breit, 15 cm. tief, äußerlich 712 em. vom Fußboden erhöht. In jedem Kothen lege man eine trogartige Vertiefung im Fußboden für den Koth der Schweine an; der Gesamtraum wird dann in einer Höhe von 20 —3, m. überwölbt und heizbar gemacht. Der Fußboden besteht aus Steinplatten od. Klinkerpflaster. VI. Federviehstallungen, franz. poulailler, m., poulanderie, f. Wenn es die Raumverhältnisse gestatten, so ist es allemal gut, ein eigenes Gebäude dafür aufzuführen. Man legt dann die Räume für Gänse u. Enten ins Parterre, darüber kommen die Hühner u. zu oberst die Tauben. Der Fußboden des Parterres wird 25—45 em. erhöht u. mit hartem Material ausgepflastert; s. auch d. Art. Federviehstall. 1. Taubenschlag. Auf ein Pär Tauben rechnet man eine Zelle von 45 cm. Höhe u. Breite u. 60— 65 em. Tiefe. Die Oeffnungen seien 15 em. ins Quadrat groß, durch Klappen oder Schieber für die Nacht verschließbar, auch ist der Taubenschlag durch Sonnen etc. gegen Angriffe des Marders zu verwahren; am besten wird er, wenn er von den übrigen Federviehstallungen getrennt ist, als einzeln stehender Thurm, od. auf einer Säule, frz. colombier à pied, lanterne de colombier, angelegt, od. als Thurm. od. in dem Giebel eines hohen Wirthschaftsgebäudes, aber auch bei Vereinigung der Federviehställe thunlichst hoch, etwa in dem Giebel angebracht; die Zellen haben nach hinten Oeffnungen, um den Dünger, die Eier etc., herausnehmen zu können. — 2. Hühnerstall. In der Regel rechnet man auf ein Huhn 1 qm. Die Hühnersteige enthält 14 bis 18 cm. Sprossenweite. — 3. Großfedervieh. Man rechnet auf eine Ente ½ qm., auf eine Gans ,/ qm., auf einen Truhthahn, calicutischen Hahn oder dergleichen Henne ½ qm. Allen solchen Ställen giebt man 1,½.—2,0 m. Höhe. Mastzellen sind etwas kleiner, bes. sehr niedrig (20 bis 28 em. hoch) zu machen. Bei Brutställen muß für geeignete Heizung im Winter Sorge getragen werden. Bei Federviehställen anStadthäusernre. lege man, unmittelbar angrenzend, Höfchen an, mit Drahtgitter umgeben u. abgedeckt, dessen Terrain sehr gut abgewässert sein muß, so daß der Regen zwar schnell u. vollständig abläuft, dennoch aber den einzustreuenden Sand nicht mit fortnimmt. Das Höfchen sei mit Gebüsch umgeben od. doch wenigstens mit Hecken von Schlingpflanzen. — Ställe auf Schiffen heißen Park.