Stereochromie, f. (Mal.), ein Verfahren der Wandmalerei, welches den Gemälden fast unbegrenzte Dauer sichert. Die Arbeit beginnt mit Herstellung des Mörtelgrundes. Der erste Bewurf geschieht mit gewöhnlichem Kalkmörtel, welchen man gut trocknen läßt und öfters mit einer Lösung von kohlensaurem Ammoniat bestreicht; dann wird die so vorbereitete Fläche öfters mit Natronwasserglaslösung, welche durch Zufammenschmelzung von drei Theilen trockenem, kohlensaurem Natron mit 2 Th. feinstem Quarzpulver u. durch Auflösen des Schmelzproduktes in Wasser hergestellt wird, getränkt. Auf den so erhaltenen Untergrund bringt man dann den Obergrund, der auf ähnliche Weise, aber noch sorgfältiger, aus magerem Kalk u. möglichst scharfeckigem Sand bereitet u durch nachheriges Verkieseln mit Natronwasserglaslösung zu steinartiger Festigkeit gehärtet wird. Darauf wird nun gemalt. Die Farben werden entweder mit reinem Wasser od. mit ganz verdünnter Wasserglaslösung angerieben. Das fertige Bild wird durch eine Lösung von Wasserglas, die mittels einer Spritze als feiner Regen auf den Farben vertheilt wird, fixirt. — Für die S. sind organische Pigmente, sowie diejenigen Farbstoffe, welche durch Alkalien zerstört werden, wie Berliner Blau etc., ausgeschlossen. Passende Farben sind: Bleiweiß, Barytweiß und Kreide; Neapelgelb! und chromsaurer Baryt; Zinnober und Mennige; Smalte und Ultramarin; Schweinfurter Grün; Caputmortuum; Kienruß und Knochenkohle. — Für gewöhnliche Zimmeranstriche träntt man den Mörtelgrund mit einer Wasserglaslösung von 33 Baumẽ, reibt die Farben mit dieser Lösung an und giebt schließlich noch einen Ueberzug von Wasserglas. Die so erzielten Anstriche sind sehr dauerhaft und lassen sich sogar mit Seifenwasser abbürsten; s. auch d. Art. Anstrich 83 ff.