Glasmalerfarben, f. pl., frz. couleurs d'apprét, engl. glass-pigments. Die G. bestehen aus verschiedenen Oxyden. Alle Glasfarben müssen, dünn aufgetragen, eine gewisse Durchsichtigkeit haben, mit Ausnahme des Schwarz zu Herstellung von Konturen. Das Schwarz oder besser Braun zum Schattiren hingegen wird immer noch dünn aufgetragen, um wohl Schatten hervorzubringen, aber den Ton od. die eigentliche Färbung des Glases nicht ganz zu benehmen. Ueber die verschiedenen Zusammensetzungen der G. s. d. Art. Blau 2.g., Braun D., Email, Gelb, Grün etc. Hier wollen wir nur angeben, wie die Farben zur Glasmalerei zur Anwendung kommen. Kurz vor der Verwendung werden sie mit Oel, meist Lavendelöl, mit verdicktem Terpentin auf einer Glasplatte angerieben und mit dem Pinsel in Art der Oelmalerei aufgetragen, mit dem Stupfer vertheilt u. ihnen dadurch ein wärmeres Ansehen gegeben, oder auch die Farben werden nur mit Gummiwasser angerieben u. so ihrer Bestimmung entgegengeführt. Um eine größere Fläche mit Farbe gleichmäßig zu überziehen, reibt man die Farbe ebenfalls mit Gummiwasser an, streicht sie mittels eines breiten weichen Pinsels auf die Platte auf u. vertreibt dieselbe mit einem breiten Dachhärpinsel. Die Oele u. Gummiwasser dienen nur zur Verbindung während des Malens, werden aber durch das Feuer wieder zerstört, wodurch der Farbe keine Nachtheile entstehen. Es ist nothwendig, jede Farbe mit den nöthigen Flüssen zu versetzen, um dadurch das Verbinden derselben mit dem Glas zu erleichtern. Je mehr Fluß der Farbe beigemenge ist, desto schneller schmilztsie; jedoch darf auch nicht zu viel Fluß zugesetzt werden, da sonst die Farbe dadurch verzehrwird, welche Gefahr auch eintritt, wenn das Glas zu viel Feuer erhält, wodurch die Arbeit erschwert wird; zu wenig Feuer verbindet die Farbe mit dem Glas nicht gehörig, u. es ist deshalb nothwendig, daß der Glasmaler seine Farben prüfe, bevor er dieselben verwendet. Weiße Farben müssen immer dünn aufgetragen und recht gleichmäßig vertrieben werden, um dieselben dem mattgeschliffenen Glas gleichzustellen, wobei die Färbung immer noch den Vortheil hat, daß sie Fett und Schmutz nicht so leicht annimmt als mattgeschliffenes Glas. Schle.