FeedStubenwichse
Haus & KücheBau-Lexikon 1881

Stubenwichse, f. Ein bewährtes Rezept ist folgendes: Auf 250 g. gelbes Wachs, welches man in kleine Stückchen geschnitten hat, gießt man ungefähr 4. weiches kaltes Wasser und wenn es anfängt, warm zu werden (man darf es nicht auf die Hitze stellen, sondern läßt es wohl eine Stunde nur in geringer Wärme stehen), streut man etwa 60 g. Potasche darauf, diese verbindet das Wachs mit dem Wasser; man rührt es nun mehrere Mal um und läßt es, wenn es einige Zeit gestanden hat, langsam zum Aufkochen kommen. Dann wird es, bis es kalt ist, gerührt, 30—45g. gekochter Leim, 30 g. aufgelöstes Gummi arabicum, 30 g. Orleans aufgelöst, 48 —60 g. feiner Goldocher darunter gerührt u. das Ganze noch mit 1—2J. Wasser verdünnt. Macht man die Farbe zu dick, so streicht sie sich schwer und wird leicht streifig. tuck, m., franz. stue, engl. parget, stuceo, stueg, stuke, ital. Stuceo, lat. tectorium, opus coronarium, zu Verzierungen und Gesimsen an Decken und Wänden, als Putztünchung, ital. intonico, auf ganzen Flächen, Fußböden etc. verwendete Mischung von Gips und Kalk. Das Wort ist deutschen Ursprungs, von dem alten hochdeutschen stucchi erusta, Kruste. Von den Griechen bereits sowohl in Athen als auf Sizilien, von den Römern schon in der letzten Zeit der Republik, in der altchristlichen Kunst fast ununterbrochen, von den Mohammedanern seit ca. 700 angewendet, dann etwa ums Jahr 1000 in Frankreich, um 1100 in Deutschland auftretend, wurde der S. im Mittelalter doch nur in beschränktem Mäß benutzt. 1. Weißstuck, ital. stucco bianco, engl. White-parget, frz. Platre fin, s. d. Art. Gipsstuck ., Marmorstaub etc. Einen guten Weißstuck erhält man aus 2 Th. Kalk, 1 Th. Gips und schwachem Leimwasser; er wird mit dem Filzstöckchen aufgetragen und mit polirter Kelle geglättet. Das Leimwasser kann man mit Erdfarben versetzen und dadurch den S. färben. — 2. Kalkstuck. Schon fertigen Kalkmörtel, zu gleichen Theilen mit Gips vermischt, kann man auch zu äußeren Verzierungen, wie zu Gesimsen, Fenstergewünden etc., gebrauchen, indem er der Witterung widersteht sobald er völlig ausgetrocknet und dann mit Oelfarbe gestrichen ist. — 3. Graustuck. Statt des Sandes wird feiner Steinkohlenstaub genommen; hält sehr gut, doch nicht gegen den Frost, wenn er vorher feucht geworden. — 4. Kothesischer Eisenstuck, besteht aus Gips u. Eisenfeilspänen; wirdäußerst fest, darüber sowie über einige andere Stuckmischungen Iuisant, engl. EBne-stuff-stucco, ital. stucco Iustro, besteht aus 1 Th. Kalk und 2 Th. Marmorstaub, wird mit dem Reibbretchen aufgetragen, mit dem Filzstöckchen verrieben u. mit polirter Kelle geglättet; zur Politur nimmt man dann 2 . Wasser, 90—110 g. Wachs, 45—50 g. „Seife, 20—25g. Sal tartari (weinsteinsaures Ammoniaf), taucht in diese Mischung einen wollenen Lappen u. reibt damit so lange als nöthig. — 6. Leinölstuck, frz. stuemélé de mastic, engl. gauged stuff, gauge-stuff. Die Wand wird zunächst mit grobem Gips oder Sparkalk geputzt, darauf mit Gips, der nach 1 in Leimwasser fein angemacht ist, getüncht, dann mit Bimsstein geschliffen, mit Gipsbrei in starkem Leimwasser abgerieben und mit Tripel u. nung mit einer Bürste mit Leinöl getränkt. — 7. Papierstuck, frz. Carton-xrelief, s. d. Art. Papierstuck. — 8. Staffstuck, engl. stufk-stucco; s. d. Art. Staffstuck. — 9. Erhärtungsmittel für den S. giebt es verschiedene: a) mehrmaliges Eintauchen in Wasser sofort nach der ersten Erhärtung; b) Einlegen in Alaunlösung und nachheriges Trocknen in der Wärme; so gehärteter S. ist aber fleckig und saugt die Nässe sehr an; c) der gebrannte Gips wird in Alaunlösung angerührt und nochmals gebrannt, dann aber wieder mit Alaun angemacht zum Gießen; d) Anmachen mit Sauerkleesalz (s. d.); e) Anmachen mit weinsaurem Natronkali oder Seignettesalz; f) s. Wasserglas.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 285Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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