Tisetie, f., frz. (Forml.), Schneckenstengel am korinthischen Säulenkapitäl, s. cauliculus. Tignum, n., Dimin tigillum, lat., Balken. Tijera, f. span., J. v. w. Abzugsgraben. Tile, s., engl., Floß, Ziegel, daher sowohl Fliese, als, eig. thack-., Dachziegel; encaustict., Fußbodenziegel miteingebranntem Muster; bip-h. Gratziegel; erest-b., Kammziegel, s. d. Art. exrest; o⁰nvex t., Mönch; ridge-b., Firstziegel; dutch b., Kachel, Fliese; fat b., Biberschwanz; glasirter Ziegel, doch auch Kachel. Tile-creasing, tile-Srest, s., engl, Mauerhut oder Dachkamm aus Ziegeln. Tile-Kiln, s., engl., Ziegelofen. Tile-roof, s., engl., Ziegeldach. Tilery, 8.,engl., Dachziegelei. Tiha, f., lat., franz. tilleul, m., Linde; tille, franz., Lindenbast. Tiling, s., engl., Ziegeldeckung. Tilla, f., lat., die Schindel. Tillae, m., srz. (Schiffb.), das Deck; ranc t., Raumdeck; kaux t., Kuhbrücke. Tilte, f., 1. am Brunnenrohr die horizontale kurze Ausgußröhre. — 2. f. d. Art. Dille. — 3. Kessel eines Teiches. — 4. s. v. w. Röhrchen. TDille, f., franz., 1. (Schiffb.) die Pflicht. — 2. Lindenbast, Hanfbast. — 3. Hammerhaue. — 4. Tiegelerde. Timber, s., engl., 1. Bauholz, Werkholz; squared t., Balkenholz, kantiges Holz; rolled t., windbrüchiges Holz; round et., Rundholz etc. — 2. Stempel. 40 tüimber, engl., zimmern, Holz zurichten u abbinden. Timber-bond, s. engl., Zimmerverband. Timber-briek, 8., engl., Schindel. PTimber-dog, s., engl., die Klammer. TLiraber-man, s., engl., Zimmerling. Timber-walling, s. engl., Bohlwand. Timber-ard. s., engl., Zimmerhof, Bauhof. Timbre, w., franz., 1. Uhrglocke ohne Hlöppel. — 2. Stempel, Marke, Merkzeichen. Timbre-erest 8., engl., 1. Helmkleinod. — 2. Essen-Win, m., frz. (Schiffb.), Stapelklotz. Ting, u., 1. ein chinesisches Lusthäuschen, s. d. Art. Ehinesisch. — 2. Auch Ding, Mal etc. bei den alten germanischen und sorbischen Völkerstämmen s. v. w. Gericht, Gerichtsstätte, in der Regel in Gestalt von Steinkreisen, s. d. Art. keltische Bauwerke 6.; doch auch häufig als Steinstuhl nebst Tisch, von einer Eiche beschattet, auf einem Hügel, später wohl auch durch eine Rolandssäule bezeichnet; vgl. d. Art. Mallobergum, Rolandssäule, Fehmgericht. Wingel, m., frz. grain m. d'orge, engl. EUing-piece (Schiffb.), den Zwischenraum zwischen dem Kiel und Kielgang zu beiden Seiten ausfüllendes dreieckiges Holz, oben bündig mit dem Kiel. tingiren, trs. Z., durch Eintauchen färben. Tinkal, w. (Miner.), s. d. Art. Borax. Winktur, k., lat. tinobura, engl. tinoture, 1. (Herald.) Färbung der heraldischen Körper des Schildes, des Sbibliothek Heidelberg Helms etc. Zerfällt in natürliche, d. h. aus der Natur kopirte, und in künstliche, d. i. z. B. Gold und Silber und Farben, gewöhnlich durch Schraffirung bezeichnet; s. Heraldik V. U. VII. — 2.s. v. w. Aufguß, gefärbte Flüssigkeit; vielerlei Tinkturen, bes. Gallustinktur, Nußschalentinktur u. s. w., werden zum Beizen der Hölzer gebraucht; s. d. Art. Beize. Tin-plate, s., engl., Weißblech. Tinseller, s., engl., Faßmaler, Staffirmaler. Tinselling, s., engl., Faßmalerei, Staffirmalerei. Tinte, k., 1. franz. teinte, engl. tint. Abstufung einer Farbe nach Weiß zu, durch Zusatz von Weiß bei Oelfarben, bei Wasserfarben durch Beimischung von Wassererhalten; . d. Art. Farbe C. 14. — 2. Farbige u. färbende Flüssigkeit, also s. v. w. Tinktur 2. — 3. frz. encre, f., engl. ino, der zum Schreiben angewendete Farbestoff; manchem unserer Leser werden einige Rezepte zu Schreibtinten nicht unwillkommen sein: I. Schwarze C. a) 18 Th. Galläpfel, 7 Th. Eisenvitriol und 7 Th. arabisches Gummi werden gröblich gepulvert und gut durchgemischt. Uebergießt man 1Th. dieses Pulvers mit 3 Th. Wasser und rührt häufig um, so kann man in 8 Tagen die entstehende T. gebrauchen. b) Man kocht 1 Th. Blauholz und 3 Th. gestoßene Galläpfel mit 36 Th. Wasser ab, seiht heiß durch und versetzt die heiße Flüssigkeit mit 1 Th. Eisenvitriol u. 2 Th. Gummi. c) Alizarintinte. Die Galläpfeltinten verdicken sich meist bei längerer Aufbewahrung; außerdem werden die Schriftzüge über kurz oder lang gelb. Von diesen Uebelständen frei ist die Alizarintinte, die, auf verschiedene Weise aus Krapp bereitet, jetzt jedoch vielfach mit Gallustinten verfälscht wird. d) Die Chromtinte wird erhalten, indem man 1 Th. Blauholzspäne mit 8 Th. Wasser kocht und die klare Flüssigkeit mit /% Th. gelbem chromsauren Kali und einer kleinen Menge Aetzsubkimat versetzt. Das Sublimat verhütet die Schimmelbildung. Oder man löst 3g. Blauholzextrakt in 360 g. heißem Regenwasser; der Lösung fügt man dann /, g. gelbes chromsaures Kali zu. II. Rothe Schreibtinten. a) Aus Cochenillefarbstoff; nach zweitägiger Maceration von 6 Th. Cochenillepulver, 12 Th. Potasche mit 128 Th. Wasser fügt man 36 Th. Cremortartari u. 3 Th. Alaun zu, erwärmt das Gemisch, bis alle Kohlenfäure entwichen ist, filtrirt, wäscht den Filterrückstand mit 12 Th. Wasser nach und fügt zu je 128 Th. der T.6 Th. Gummi u. 8 Th. Weingeist. b) Rothholztinte: 1Th. Fernambukholz wird mit 16 Th. Wasser auf die Hälfte eingekocht; zu der abgeseihten Farbebrühe kommen / Th. Zinnsalz und ¾ Th. Gummi. c) Purpurtinte erhält man durch Einkochung von 8 Th. Blauholz, mit 48 Th. Wasser auf 36 Th. unter Zusatz von ½ Th. Zinnsalz. III. Zunte A.n. a) Violette T.entsteht durch Einkochung von 8 Th. Blauholz in 64 Th. Wasser auf 30 Th. und in Zusatz von 2½ Th. Alaun und 1½ Th. Gummi. b) Als blaue Tin eignen sich besonders die Löfungen von Indigkarmin oder Berliner Blau. e) Zu grünen Tin verwendet man Mischungen von blauen mit Gutti, oder z. B. Indigkarmin mit Pikrinsäure. d) Als gelbe T. dient eine mit Gummi versetzte Lösung von Pikrinsäure od. eine Gummigutti-Emulsion. e) Zu Gold⸗ u. Silbertinte verwendet man echtes Blattgold u. Blattsilber. Man reibt die Metallblättchen mit Honig u. Gummi in einer Reibschale sehr fein an. k) Als unauslöschliche T. zum Wäschezeichnen etc. verwende man eine Höllensteinlösung od. den schwarzen, scharfen Balsam der ostindischen Elefantenläuse. Fintenbeere, k. (Bot.), s. d. Art. Weichselkirsche. Uintenflecte zu beseitigen. 1. s. unter Flecke. — 2. Um T. aus Holz zu bringen, trage man mit einem Lappen Salzsfäure auf, bis der Fleck verschwindet, u. wasche dann mit reinem Wasser nach. — 3. 60 g. Oxalsäure und 30 9. Spießglanzbutter setze man 1 J. weichen Wassers zu und schüttle die Mischung gut; ist die Auflösung erfolgt, so verfahre man nach 2. Tintensisch, m., s. Sepia. Tintenstein, m. pl. (Miner.), s. v. w. Atramentstein. Tintinnabulum, n., lat., Schelle, Klapper, Cresselle. Tintinnabularium, n., lat., Chorglockenthürmchen. Tirant, m., franz., lat. tirannus, Kehlbalken, auch hölzerner Anker, Ankerbalken; kaux t., Stichbalken; t, Varbaléte, Spannriegel; t. enfer, Zuganker; t.de croisie, Fenstereisen, s. Anker, Balken 4. I. C. a. u. II. A. a. Tiraunt, s., stay-bar, engl., Fenstereisen. Tiring-room, s. engl., Theatergarderobe. Tiroir, m., frz., Schublade, lat. tiretum. tirolern, intrs. Z. (Maur.), franz. poser en délit, en eoupe, einen Bruchstein auf die Kippe, d. h. derart hochkantig vorlegen, daß er zwar in der Front als großer Stein erscheint, aber keinen Verband giebt. Der Ursprung des Ausdrucks ist, daß die Grafen von Tirol das Recht hatten, Lehrlinge zu Gesellen zu sprechen, ohne Gesellenstück, welche meist schlechte Arbeit lieferten; s. vogtländern. Tirtifeu, m., frz., Feuerhaten im 14. Jahrh. Disch, m., frz. table f., engl. table, lat. tabula, mensa, cibilla, f. d. Art. Tafel u. Speisesal. Die bequemste Tischhöhe differirt von 0, —0,3o m., je nach der Größe der Personen und der Höhe der zu dem T. gehörigen Stühle; ein zum Schreiben bestimmter T. muß etwas höher sein als ein Speisetisch; ein T. zum Kaffee⸗ und Theetrinken könnte noch niedriger sein. Vor allem richte man sein Augenmerk darauf, daß weder die Tischbeine noch die Tischzarge die am T. Sitzenden geniren. Ein T. kann auf verschiedene Artzur Vergrößerung eingerichtet werden; danach unterscheidet man Auszugtisch, franz. table à rallonge, Klapptisch, frz. table brisée, pliante, à abatants, engl. flap-table, folding-table, Coulissentisch, frz. table à coνμ½ sses, engl. sliding-table; nach der Bestimmung Speisetisch, Theetisch, Nähtisch, Schreibtisch u. s. w., nach dem Stellungsort Fenstertisch, Wandtisch, Sofatisch, Ecktischetc.; s. auch d. Art. eilliba, mensa, Möbel, Beerbank etc. Dischbein, n., frz. pied de table, engl. table-leg; die Stärke richtet sich nach dem Zweck, die Form nach dem Stil des Tisches. Dischblatt, u., Cischplatte, k., frz. table, tablette, engl. table-board, in der Regel von Holz, Schiefer oder Marmor. Doch giebt es auch künstliche Marmortischplatten, s. unter Imitation, Stuckmarmor, Steinguß etc.; wird entweder durch Einschiebleisten oder mittels einer Cischzarge, franz. ohassis de tablette, engl. frame, auf die Tischbeine befestigt. Wischkloben, m., s. v. w. Bankschraubstock.