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ReligionBau-Lexikon 1881

Triffoletum, trifolium, n., lat., Kleeblatt, Dreiblatt und Kleeblattmuster. engl., s. v. w. trefoiled. Ariforium, u., Dreibögen, eigentlich 1. Drillingsbogen, franz. are m. meau, englisch brifored arch, triarch, d. h. Arkade mit dreifacher Oeffnung, bes. aber 2. franz. trifoire, engl. triforium, lat. trifkorium, Wehrgang, Mauergang, Laufgang in Burgen auf der Ringmauer. — 3. franz. auch éeran, engl. nunnery, ein in der Mauerstärke hinlaufender, ent⸗ Fig. 3383. Aus St. Aposteln in Köln, weder dunkler oder durch kleine Fenster erleuchteter schmaler Gang, in Burgen als Lauf⸗ u. Wehrgang, in Kirchen wohl erst in zweiter Linie zu Erleichterung der Mauer über den Scheidebogen, vorzüglich aber zu Benutzung durch die Nonnen, Mönche, Kirchendiener, also zugleich auch als eine Art Empore, nach Whewell als Männerchor angelegt; das T. trägt zu Belebung der Fläche der Scheidemauer romanischer Kirchen wefentlich bei, indem es in kleinen Arkaden sich nach dem Innern des Hauptschiffes öffnet und oberhalb der Scheidebogen und unterhalb des Lichtgadens ein Mittelgeschoß bildet. Wie der Name andeutet, hatte dieser Gang ursprünglich in jedem Joch drei Oeffnungen nach dem Mittelschiff, doch variirt die Anzahl dieser Oeffnungen fehr, ja man nennt sogar dergl. Gänge Triforien, ohne Rücksicht auf diese Zahl. Genau genommen ist in Fig. 3383 ein Biforium, in Fig. 3384 ein Quadriforium über einem Bifocium und in Fig. 3385 ein wirkliches T. angewendet. Wenn das T. hinter sich das Dach des Seitenschiffes hat,‚ wie in Fig. 3383 und 3385, so ist es hinten durch eine schwache Rückwand geschlossen, frz. brifoire à mur d'adossement; ja manchmal stehen dann an des Tis Stelle blos angeblendete Arkaden, engl. blind-story; haben aber die Seitenschiffe höher liegende flache Dachung oder Ausbuchten, so bekommt das T. auch hinten Fenster, franz. tritoire Fig. 3384. Quadriforium Fig. 3385. Triforium aus St. aus Limburg a. d. Lahn (1230). Martin in Köln (1152 -1173) 3 Claire voie; vergl. übrigens d. Art. Bogen, Anglonormannisch, Gothisch, Normannisch. — 4. Triforium, opus inclusorium, frz. oeuvre trifoire oder triphoire, Goldarbeit mit à jour eingesetzten Edelsteinen.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 371Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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