Grimm (Karl Ludw. Wilibald), prot. Theolog, geb. 1. Nov. 1807 zu Jena, besuchte seit 1822 das Gymnasium zu Weimar, seit 1827 die Universität zu Jena, habilitierte sich hier 1833 als Privatdocent der Theologie, ward 1837 außerord. Professor, 1844 ord. Honorarprofessor, 1871 Kirchenrat, 1883 Geh. Kirchenrat. Seine Vorlesungen sind vorzugsweise der Auslegung des Neuen Testaments gewidmet, erstrecken sich auf Encyklopädie, Symbolik und Dogmatik. Obgleich Vertreter der historisch-kritischen Richtung ist G. doch entschiedener Gegner der Schule F. Chr. Baurs. Unter den deutschen Theologen wird G.als gründlicher Kenner der Apokryphen des Alten Testaments geschätzt. Auf den«Kommentar über das Buch der Weisheito (Lpz. 1837) folgten Kommentare zu den vier Büchern der Makkabäer (Lpz. 1853 —57) und eine neue Bearbeitung des Buchs der Weisheit (Lpz. 1860). Von sonstigen Schriften sind vor allem zu nennen die AInstitutio theologiae dogmaticaer (Jena 1848; 2. Aufl. 1869) und das Lexicon graeco-latinum in libros Novi Testamentio (Lpz. 1869; 2. Aufl. 1879). Seit 1870 ist G. Mitglied der von der Eisenacher Konferenz niedergesetzten Kommission zur Revision der Lutherschen Bibelübersetzung und hat hier das Referat über die Apokryphen besorgt. Diese Thätigkeit gab die Veranlassung zu den Schriften «Die Lutherbibel und ihre Textesrevisiono (Berl. 1874) und «Kurzgefaßte Geschichte der Lutherschen Bibelübersetzung bis auf die Gegenwarte» (Jena 1883).