Ziegelmehl, n., franz. brique pilée, engl. brick-dust. Man verwendet es vorzüglich zum Ausfüttern der Wasserbehältnisse und zu Bereitung hydraulischen Mörtels (s. d.). Die Alten nahmen das Z. häufig zu Aestrich, zu Anwürfen der Sockel u. überall da, wo Feuchtigkeit zu fürchten war; man mengte auch salzhaltenden Meersand bei, um es zu verbessern. Zu Bereitung desselben eignen sich blos hartgebrannte Ziegel. Durch Beimengung von Eisenrostpulver kann man das Z. ungemein verbessern, aber nicht durch metallisches Eisen (Feilspäne, Hammerschlag etc.), welches in einem Mörtel, der schon 18 Wochen aufbewahrt war, noch glänzend, ungerostet, angetroffen wurde. Zusatz von staubartigem Rost vermag dagegen die Wirkung des Z.8 außerordentlich zu vermehren. Ein Mörtel aus Mehl von rothen Dachziegeln hatte nach Verlauf von 8 Wochen noch keine Konsistenz, während ein anderer aus demselben Z., mit demselben Kalkteig in gleichen Mischungsverhältnissen bereiteter Mörtel, welchem dem Gewicht nach 20% des 3˙8 verrostetes Eisen durch ein Härsieb beigemengt war, bereits eine absolute Festigkeit von O, kg., ein dritter ganz ebenso aus denselben Materialien bereiteter Mörtel mit Zusatz von nur 10% Eisenoxyd in 11 Wochen und einigen Tagen bereits eine Festigkeit von 1½ Kg. auf den Quadratcentimeter erlangte; ein Zusatz von 15/% Eisenoxyd, dem Gewicht nach, scheint am empfehlenswerthesten zu sein.