Geyling (Karl), Glasmaler, geb. 23. Febr. 1814 in Wien, Sohn eines Zimmermalers, trat als Schüler in die wiener Akademie ein, wo er sich zunächst aber Ht„ mit dem Studium des Landschaftsfachs beschäftigte. Seine schönen Erfolge verschafften ihm öffentliche Anerkennung, darunter zweimal den Kaiserpreis, 1842. Schon 1840 wurde G. beauftragt, für den Pavillon der Kaiserin Maria Anna im Parke zu Laxenburg Glasfenster herzustellen. Im großen Salon und einem Kabinett stellte er in 23 Bildern Ansichten aus Böhmen, Wien und der ital. Heimat der Kaiserin vor. Die geringe Dauerbarkeit dieser auf enkaustische Art hergestellten Malereien veranlaßte G., sich gänzlich dem technischen und künstlerischen Studium der Glasmalerei zu widmen. Zahlreiche Aufträge erhielten ihn in steter übung. So fertigte er für die Fürstin Kinsky Fenster für mehrere Kirchen in Böhmen, 1847 für die Kapelle des niederösterr. Ständehauses drei Bilder nach Kartons von Jul. Schnorr. Seitdem besorgte G. als Chef seiner eiten. Glasmalereianstalt in Wien zahlreiche Areiten, die vielfach zu den besten im Fache gehören. Es entstanden unter andern 13 Fenster für den Dom in Kaschau, 20 Grisaillen für die altlerchenfelder Kirche, 9 für die Krönungskirche in Preßburg, 5 für die Seminarkapelle in Gran, die 10 großen Fenster des Presbyteriums bei St. Stephan in Wien, die Trler: für St. Elisabeth, St. Brigitta daselbst, für Trier; auch die kolossalen Lünettenfenster mit der Austria nach F. Laufbergers Zeichnung in der Rotunde des wiener Weltausstellungspalastes 1873 sind eine vorzügliche Leistung G.s. Seine roßartigste Leistung indes sind die nach Entwürfen Fuhrichs und Dombaumeisters Schmidt gefertigten 60 Fenster, welche im Auftrage des Kaisers von Osterreich für die Grablirche seiner Ahnen zu Nancy in Lothringen entstanden. Auch die in der deutschen Kirche in Paris sind eine Widmung des Kaisers und G.s Arbeit; sie haben aber unter der Commune stark gelitten. G. starb 2. Jan. 1880 in Wien.